Fußball

Boateng, Steuerfahndung, DFB-Wut Die besten Sprüche des TV-Experten Hoeneß

Ein bisschen Zeit zum Warmwerden brauchte Uli Hoeneß, doch dann nahm er die Rolle als TV-Experte furios an und versorgte RTL und die Fans der Nationalmannschaft mit klaren Analysen, polarisierenden Meinungen und einem flammenden Appell.

Uli Hoeneß wollte sich selbst beweisen, dass er es kann. Bei drei Länderspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stand der 69-Jährige RTL als Experte zur Seite. Dabei soll es für den langjährigen Macher des FC Bayern bleiben. Eine Fernseh-Ära wie einst Günther Netzer und Gerhard Delling - die hatte er sich zum Vorbild erkoren -, hat er zwar nicht geprägt, aber er hat RTL und den deutschen Fußball-Fans das gegeben, was er am besten kann: Klartext!

Besonders in Erinnerung geblieben sind sein flammender Corona-Appell und seine schonungslose Kader-Kritik. Hoeneß legte dem scheidenden Bundestrainer Joachim Löw eine Rückholaktion von Thomas Müller und Mats Hummels nahe. Jérôme Boateng dagegen sah er nicht mehr im Aufgebot des DFB-Teams. Auch für Julian Draxler und Julian Brandt hatte er keinen Platz gesehen. Es war ein Auftritt, der reichlich nachhallte. Wie so oft, wenn Hoeneß seine Meinung kundtut.

Ebenfalls für ein gewaltiges Beben sorgte er mit seiner Abrechnung des Deutschen Fußball-Bundes. Das Chaos an der Spitze des mächtigen Verbands versetzte den ehemaligen Bayern-Boss in Rage. Er prangerte "Machtspiele, Postenschacherei und Aufwandsentschädigungen" an. Hoeneß forderte dringend Konsequenzen. Auch personelle. Legendär ist schon sein Satz, dass "die Steuerfahndung beim DFB etwa so oft wie der Briefträger" komme.

Bei seinen drei Auftritten sorgte Hoeneß für eine völlig neue Komponente in der Szene der Fußball-Experten. Mit seinen fast beiläufig eingeworfenen Informationen aus dem Inneren des deutschen Fußballs schuf er Sprechthemen. Wo andere Protagonisten mehrere Tage am Stück reden konnten und am Ende nur ein einzelner Satz bei den Zuschauern im Kopf hängen blieb, plauderte Hoeneß so natürlich über (vermeintliche) Interna daher, dass man nicht immer sofort bemerkte, welche Tragweite seine Äußerungen tatsächlich hatten.

Unser Fußball-Kolumnist Ben Redelings sah ein "riesiges Potenzial" in den Auftritten von Hoeneß. Und sein Freund-Feind Lothar Matthäus lobte: "Er hat das klasse gemacht. Fachlich und inhaltlich fand ich die Auftritte top." Ob Matthäus das auch sagte, weil Hoeneß in ihm einen tauglichen Nachfolger von Löw sah? Sei’s drum! Zwei Männer, eine Harmonie. Schön.

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Aber auch die Nationalmannschaft, um die es ja bei seinen Auftritten vor allem gehen sollte, wurde mit dem Hoeneß’schen Klartext amtlich versorgt. Die beiden ersten Spiele nach dem angekündigten Rückzug von Löw bereiteten ihm Freude, machten ihm Mut. Das krachende Debakel gegen Nordmazedonien machte ihn dagegen "sprachlos", raubte ihm die "Euphorie".

Einst rief er den begeisterten Fans des FC Bayern vor dem Antritt seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung zu: "Das war’s noch nicht." Ob das auch für seine Experte-Rolle gilt? Von einem RTL-Sprecher heißt es: "Die Zusammenarbeit hat uns und Herrn Hoeneß sehr viel Spaß gemacht und wir sind weiter in einem guten und regelmäßigen Austausch." Abpfiff.

Quelle: ntv.de, tno

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