Fußball

WM-Countdown (21) Die wichtigsten Apps für Russland-Reisende

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Mit einigen Apps sind Russlandreisende bestens ausgestattet.

(Foto: Katrin Scheib)

Entscheidend ist nicht nur auf dem Platz, entscheidend ist auch in der Hosentasche: Welche Apps sollte man sich auf sein Smartphone laden, ehe man die Reise zur WM nach Russland antritt? Ein kleiner Überblick.

Dass "Handy" nicht wirklich das englische Wort für Mobiltelefon ist, weiß inzwischen wohl so ziemlich jeder. Aber das ist ja kein Grund, dass das Handy nicht trotzdem "handy" sein kann - also praktisch/nützlich/hilfreich. Damit das auch während der Fußball-Weltmeisterschaft gelingt, gönnt man sich vorab am besten ein stilles halbes Stündchen und lädt für die gängigsten Russland-Reisesituationen die passenden Apps runter.

Katrin Scheib

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie just nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Für n-tv.de schreibt sie den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt. Außer der Reihe hat sie sich mit der Frage beschäftigt: Wie sicher ist Russland für schwule und lesbische Fans?

Wichtig zunächst: ein Metroplan, mit dem man sich im Liniennetz orientieren und die beste Verbindung zwischen zwei Haltestellen heraussuchen kann - für Moskau ist zum Beispiel der von Yandex ganz gut (hier für iPhone/hier für Android). Wer viel rumkommt und nicht nur die Spielorte der deutschen Nationalmannschaft auf seiner Route hat, kann sich auch mal dieses Bundle ansehen, das Apple in seinem App-Store geschnürt hat: Metro-Apps für Moskau, Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Nischni Nowgorod und Wolgograd, im Paket deutlich billiger, als wenn man sie einzeln kauft. Allerdings hat lange nicht jede der Gastgeberstädte ein U-Bahn-System. Da kommt dann Yandex Transport (iPhone/Android) ins Spiel: die App, mit der man sich Bus- und Bahnrouten von A nach B anzeigen lassen kann. Besonders faszinierend: Die App zeigt in Echtzeit an, wo die einzelnen Busse gerade unterwegs sind. Ach guck, die Nummer 4 ist nur noch drei Querstraßen entfernt - dann mal schnell zur Tür raus, um sie noch zu erwischen!

Zur Rushhour durch Moskau

Während der Rushhour ist im Zentrum von Moskau die Metro definitiv das schnellste, praktischste Verkehrsmittel. Spät am Abend aber oder in den Randbezirken ist ein Taxi oft die bessere Lösung und auch lange nicht so teuer wie in Deutschland. Uber funktioniert auch hier, ansonsten sind Yandex Taxi (iPhone/Android) und GetTaxi (iPhone/Android) die am weitesten verbreiteten Apps. Im Prinzip kann man sogar seine Kreditkarte in der App hinterlegen und muss sich dann keine Gedanken mehr machen über passendes Kleingeld. Wer allerdings nur eine deutsche und keine russische Kreditkarte hat, muss sich auf einen Mailwechsel mit dem App-Betreiber einstellen und sollte dafür ein paar Tage Luft einplanen. Und noch etwas ist wichtig, gerade wenn man nicht alleine reist: Großraumtaxis brauchen gerne mal eine halbe Stunde Vorlauf, bis sie am gewünschten Ort sind. Wer also bereits weiß, dass er um 15 Uhr sein Hotel verlassen und ins Taxi steigen will, nutzt am besten die Vorbestell-Funktion.

Für den kleinen Russisch-Kurs

VPN auf dem Handy einrichten

  • Seit einigen Wochen versucht Russland, den Messenger-Dienst Telegram zu sperren. Das klappt nicht, dafür sind jetzt Unmengen von IP-Adressen, die nichts mit Telegram zu tun haben, gesperrt.
  • Wenn man zum Beispiel von Moskau aus auf die Seite von n-tv.de zugreifen will, geht das nur noch, wenn man vorher ein VPN anwirft - also so tut, als sei man gar nicht in Russland und dürfe die gesperrte Seite weiterhin sehen.
  • Wer also befürchtet, auf wichtige Websites von Russland aus nicht zugreifen zu können, sollte sich rechtzeitig um ein VPN kümmern und das dann auch entsprechend auf dem Handy einrichten.

Über Apps zum Russischlernen habe ich ja neulich schon mal ausgiebig geschrieben. Dazu kann man dann noch ein einfaches Wörterbuch runterladen - ich benutze das von Pons, aber es gibt eine ganze Reihe von Anbietern. Vor allem aber ist bei Reisen in Russland Google Translate (iPhone/Android) unerlässlich, erst recht, wenn man das russische Alphabet nicht beherrscht. Dann kann man die Handy-Kamera einfach auf einen russischen Text halten und bekommt auf dem Bildschirm eine deutsche Variante angezeigt. Ob es nun die Speisekarte im Restaurant ist, das Straßenschild neben der Unterkunft oder die Wirkstoffliste eines Medikamentes - diese Funktion hilft im Alltag immer wieder.

Was noch? Wer wissen will, was das Restaurant-Essen, das Hotelzimmer oder die Kopfschmerztabletten in Euro kosten, dem erspart eine Wechselkurs-App das leidige Kopfrechnen. "Reise und Geld"(iPhone/Android) vom Bankenverband bietet sich zum Beispiel an oder auch "Oanda" (iPhone/Android).

Apps für Touristen-Fragen

Bleibt noch der touristische Teil. Die offizielle WM-App ist, trotz einiger Macken, zum Einstieg durchaus einen Download wert. Wie man mit Lew Jaschin und anderen berühmten toten Russen ein Selfie machen kann, steht hier. Der New East Travel Guide deckt zwar nicht alle WM-Städte ab, mit Kasan, Moskau und Sotschi aber doch immerhin die drei, in denen die deutsche Mannschaft ihre Gruppenspiele hat. In dieser App findet sich die originelleren, abseitigeren, weniger klischeebeladenen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten wieder: ein Sprung von der höchsten Fußgänger-Hängebrücke der Welt? Eine Architekturrundfahrt mit der Straßenbahn? Bitte gern, bitte gleich.

Diverse Moskauer Freunde schwören außerdem auf Artefact (iPhone/Android) mit Infos zu Museen und ihren Ausstellungen. Bei mir war sie beim Testen ein wenig zickig, der Wechsel in den Spracheinstellungen zu Deutsch oder Englisch klappte nicht. Trotzdem: Die Infos sind nützlich und gut aufbereitet, wer Russisch spricht, sollte sich die App also zumindest mal ansehen. Überhaupt lohnt es sich in vielen WM-Städten, mal nach den Apps für die örtlichen Sehenswürdigkeiten zu suchen. Die Eremitage zum Beispiel, das prächtige, riesige Museum in St. Petersburg, hat seine eigene App (iPhone/Android), von der ich bei meinem letzten Besuch vor allem eine Funktion genutzt habe: Man kann sich orten lassen und bekommt dann angezeigt, wo in dem weitläufigen Museumspalast man sich gerade befindet. Verdammt praktisch/nützlich/hilfreich - auch, wenn das Ding auf Russisch nicht Handy heißt, sondern mobilnik.

Alle Folgen des WM-Countdown finden Sie hier.

Quelle: n-tv.de