Fußball

Positive Tests und Stadionregeln Die wichtigsten Punkte des Bundesliga-Plans

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Ein bisschen voller dürfte es in Stadien wie diesem hier in Stuttgart bald werden, wenn es nach der DFL geht.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Mindestens ein Corona-Test pro Woche, Quarantäne, wenn er positiv ausfällt und klare Ansagen, wer sich im Stadion wo bewegen darf: So stellt sich die Deutsche Fußball-Liga den Neustart der 1. und 2. Bundesliga vor. Außerdem brauchen die Klubs wohl mehr Kabinen als vorher, wenn es wieder losgeht.

Das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für einen Saison-Neustart in der 1. und 2. Bundesliga mit Geisterspielen hat die Zustimmung von wichtigen Teilen der Politik erhalten. Ziel des Konzepts ist es, die Durchführung der Partien "mit medizinisch vertretbarem Risiko" zu gewährleisten. Das sind die wichtigsten Punkte.

Wie laufen die Tests?

Engmaschige Corona-Tests sind die Grundlage des Konzepts der DFL und für dessen Funktionieren essenziell. Bei allen an Training und Wettkampf Beteiligten soll mindestens einmal wöchentlich ein Corona-Test erfolgen, auf jeden Fall immer direkt am Tag vor den Spielen. Mindestens vor der Abfahrt ins Stadion soll Klarheit über den Gesundheitszustand aller Beteiligten herrschen. Die DFL rechnet mit rund 20.000 Tests, es gibt Kooperationen mit fünf Laborverbünden. Nach DFL-Angaben werden für den Spielbetrieb keine Tests benötigt, die anderswo fehlen. Sobald dieser Fall jedoch eintreten, würde die Liga sich zurücknehmen, so DFL-Chef Christian Seifert.

Was passiert bei einem positiven Corona-Test?

Bei einem positiven Corona-Fall im Teamumfeld soll keine automatische Meldung an die Presse erfolgen, nur der Betroffene soll sofort isoliert und dessen Kontaktpersonen getestet werden, allerdings wird nicht automatisch die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gestellt. Über mögliche Gruppenquarantänen entscheiden die jeweiligen Gesundheitsämter. Dennoch sollen die Klubs vorsorglich "für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen". Das könnte somit im Zweifelsfall auch Spieler aus der zweiten Mannschaft oder dem Nachwuchs betreffen, die dann zu den Profis beordert werden.

Auch für die häusliche Quarantäne gibt es detaillierte Vorgaben: So soll sich die betroffene Person in unterschiedlichen Räumen wie ihre Familienmitglieder aufhalten und in einem separaten Bett schlafen. Eine Entlassung aus der Quarantäne soll "im Regelfall frühestens 14 Tage nach Symptombeginn" erfolgen.

Wer darf ins Stadion?

Verteilt auf die drei Zonen "Innenraum", "Tribüne" und "Außengelände" dürfen sich rund um das Stadion "zeitgleich maximal ca. 300 Personen" aufhalten. In jeder der Zonen dürfen jeweils "maximal ca. 100 Personen zeitgleich anwesend sein". Während einer Bundesliga-Partie rechnet die DFL demnach mit 98 Personen im Innenraum - dazu gehören 22 Spieler auf dem Rasen, 18 Ersatzspieler, fünf Schiedsrichter, vier Balljungen und 20 Mitglieder aus den Funktionsteams der Mannschaften.

Was ist mit der Hygiene?

Das oberste Gebot ist die Wahrung des Abstands - wo auch immer das möglich ist. So empfiehlt die DFL, etwa in den Kabinen Startelf und Auswechselspieler zu trennen. Teamfotos, Handshakes vor dem Spiel, das gemeinsame Aufstellen der Mannschaften - all das wird es nicht geben. Auf den Ersatzbänken soll nur jeder zweite oder dritte Sitzplatz genutzt werden. Ziel der Maßnahmen im Stadion: Die Teams sollen "vorbildliches Verhalten" nach außen demonstrieren, da im Stadion "der Blick der Öffentlichkeit" in der derzeitigen Situation auf den Fußball "nochmals größer" sein werde als bisher. Auf dem Feld aber gelten nur die Fußballregeln, was die Bewertung von Körperkontakt betrifft.

Doch auch hinter den Kulissen werden Hygieneregeln großgeschrieben: Zur Minimierung des Infektionsrisikos sollen Türen offen gelassen werden, um das Anfassen von Türgriffen zu vermeiden, Essen für die Teams soll bereits abgepackt ins Stadion gebracht, Trinkflaschen sollen personalisiert werden. Darüber hinaus empfiehlt das Konzept die Nutzung von Einzelduschen oder das Duschen zu Hause oder im Hotel. Wellnessbereiche werden ganz gesperrt. Auch die Medien müssen sich einschränken: Das TV-Konzept in den Stadien soll "minimiert" werden, die üblichen Pressekonferenzen nach dem Spiel finden nur virtuell statt.

Wie funktioniert das Training? Wo werden die Spieler untergebracht?

Die Hygieneregeln, die bei Spielen gelten, kommen auch bei einer Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings zum Tragen, das komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll. Bislang dürfen die Teams nur in Kleingruppen aufs Feld. Vor dem Betreten des Trainingsgeländes wird bei jeder Person die Temperatur gemessen, das gemeinsame Essen fällt aus. In den Kabinen und Duschen soll ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden, sinnvoll sei deshalb das "heimische Umziehen und Duschen".

Fitnessgeräte dürfen nur mit Handschuhen, Mundschutz benutzt werden und müssen anschließend desinfiziert werden. Wäsche und Schuhe sollen die Spieler selber waschen. Bei Auswärtsspielen sollen die Teams, wenn möglich, ein exklusives Hotel mit einer minimalen Anzahl an Hotelpersonal beziehen. Abgesehen von einer Desinfektion vor Bezug soll auf die übliche Reinigung der Zimmer verzichtet werden.

Und zu Hause?

Neben mittlerweile selbstverständlichen Vorsichtsmaßnahmen wie dem Vermeiden von Menschenansammlungen, einem Abstand zu Dritten oder dem regelmäßigen Händewaschen sollen die Profis zu Hause viel trinken, auf vitaminreiche Ernährung achten und ihre Atemwege und Schleimhäute "möglichst warm halten". Dazu sollen sie ihre eigenen Kontaktpersonen notieren und deren Gesundheitszustand beobachten. Für die Familien und Mitbewohner gibt es keine gesonderten Handlungsempfehlungen von der DFL.

Quelle: ntv.de, tsi/sid