Fußball

2. Liga neustartet spektakulär Diekmeier sieht Blitz-"Geister"-Rot

dc8f0b934b3c29cd66dc97aa1dc508c9.jpg

Kapitän Anthony Losilla brachte den VfL früh in Führung.

(Foto: dpa)

Ohne Fans läuft's beim VfL Bochum ganz prächtig: Im ersten Spiel nach der Corona-Zwangspause ernüchtert das Team von Thomas Reis den Tabellenvierten aus Heidenheim. Einen erfolgreichen Neustart feiern auch Aue und Karlsruhe. Kurios sind der erste Jubel zum Re-Start und eine Notbremse nach vier Minuten.

VfL Bochum - 1. FC Heidenheim 3:0 (2:0)

Der 1. FC Heidenheim hat beim Neustart nach der Corona-Pause einen Dämpfer im Rennen um den Aufstieg hinnehmen müssen. Beim ersten Auftritt in der 2. Fußball-Bundesliga nach exakt 70 Tagen unterlag Heidenheim im Geisterspiel beim VfL Bochum 0:3 (0:2) und verpasste es, zumindest vorübergehend mit dem drittplatzierten Hamburger SV gleichzuziehen. Kapitän Anthony Losilla (11.), Jordi Osei-Tutu (34.) und Silvere Ganvoula (64.) trafen für den VfL, der sich mit dem hochverdienten Sieg ein Polster von sechs Punkten auf den ersten direkten Abstiegsplatz erspielte. Insbesondere Heidenheim war die erzwungene Wettkampfpause anzumerken. Es haperte an Präzision, Bochum spielte dagegen schnell und schnörkellos. Defensiv ließ der VfL kaum etwas zu.

Erzgebirge Aue - SV Sandhausen 3:1 (1:0)

Auch Erzgebirge Aue ist mit einem klaren Sieg in den Spielbetrieb zurückgekehrt. Im heimischen Erzgebirgsstadion gewannen die Sachsen nach langer Überzahl letztlich ungefährdet 3:1 (1:0) gegen den SV Sandhausen. Durch den Sieg festigte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte. Sandhausen hingegen rutschte auf den 14. Platz. Dimitri Nasarow brachte Aue per Foulelfmeter (5.) in Führung, Sandhausens Dennis Diekmeier hatte zuvor Aues Florian Krüger zu Fall gebracht. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Notbremse und zeigte Diekmeier die Rote Karte. In der zweiten Halbzeit erhöhte Krüger (65.), vier Minuten später traf Malcolm Cacutalua nach Ecke. Ein schwerer Patzer von Clemens Fandrich, dessen Rückpass auf Torwart Martin Männel zu kurz geriet, ermöglichte Julius Biada (80.) den Sandhäuser Anschlusstreffer.

Karlsruher SC - SV Darmstadt 98 2:0 (0:0)

Der Karlsruher SC hat im Abstiegskampf dreifach gepunktet. Die Badener kamen gegen Darmstadt 98 im Geisterspiel zu einem 2:0 (0:0). Philipp Hofmann (66.) brachte die Gastgeber mit seinem zwölften Saisontor in Führung, Marvin Wanitzek (90.+6) setzte den Schlusspunkt. Mit 27 Punkten kletterte der KSC auf den drittletzten Tabellenplatz, die Lilien aus Darmstadt haben trotz der Niederlage weiterhin Tuchfühlung zu den Spitzenrängen und sind im vorderen Mittelfeld platziert. Zudem schrieb Darmstadt ein kleines Stück Fußball-Geschichte als erster Klub, der die erstmals erlaubten fünf Wechsel vollzog.

SSV Jahn Regensburg - Holstein Kiel 2:2 (0:2)

Holstein Kiel hat einen wichtigen Auswärtsdreier leichtfertig verspielt. Die Störche kamen im Verfolgerduell bei Jahn Regensburg trotz 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Kiel blieb zum vierten Mal in Folge ohne Dreier, Regensburg verhinderte in letzter Sekunde die vierte Niederlage in Folge. Jae-Sung Lee (3.) erzielte das Führungstor für die Norddeutschen. Es war das erste Tor im bezahlten deutschen Fußball nach Wiederbeginn und 66 Tagen Pause aufgrund der Corona-Pandemie in der 1. und 2. Bundesliga. Der Torjubel fiel verhalten aus, der Asiate jubelte zunächst solo, erst später kamen einige der Mitspieler und hielten die Faust zum Abstoßen hin. Finn Porath (58.) auf Vorarbeit von Lee erhöhte nur eine Minute nach seiner Einwechslung, doch Sebastian Stolze (75.) und Andreas Albers (90.+2) per Foulelfmeter drehten die Partie.

Quelle: ntv.de