Fußball

"Wahrer Charakter zeigt sich" Effenberg attackiert Lahm wegen Löw-Kritik

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Stefan Effenberg hat kein Verständnis für die öffentliche Kritik von Philipp Lahm an Bundestrainer Joachim Löw.

(Foto: imago/Martin Hoffmann)

Jürgen Klopp hat's schon getan, nun knöpft sich Stefan Effenberg den ehemaligen Fußball-Weltmeister Philipp Lahm vor. Dessen Kritik an Bundestrainer Joachim Löw sei "grenzwertig". Zudem deutet "Effe" an, dass er plötzlich nicht mehr viel vom 34-Jährigen hält.

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat sich mit Unverständnis zur Kritik von Philipp Lahm an Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft geäußert. "Wenn man zusammen so erfolgreich war, stellt man jemanden nicht so öffentlich an den Pranger", sagte er in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er habe Lahms Kritik als "grenzwertig" empfunden. Auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hatte unlängst Unverständnis für die öffentliche Kritik von Lahm an Löw geäußert.

Lahm hatte Mitte Juli im Netzwerk Linkedin indirekt Löws Führungsstil bemängelt und vom Bundestrainer "eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen" gefordert. Er müsse mit neuen Nationalspielern weniger kollegial umgehen, um Erfolg zu haben.

Für diese Aussagen rügte Effenberg nun den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän. Lahm sei ein Beispiel dafür, wie glattgebügelt viele Spieler heutzutage während ihrer Karriere seien. Viele hätten Angst davor anzuecken. "Ich kann mich kaum daran erinnern, dass er in seiner Zeit als Fußballer etwas Negatives oder Kritisches gesagt hat", sagte er über Lahm.

"Jetzt zeigt sich Lahms wahrer Charakter"

Dem Weltmeister von 2014 und 113-maligen Nationalspieler warf Effenberg vor: "Kaum hört er auf, putzt er den Löw weg." Dann fügte er an: "Das hätte er nie gemacht, wenn er noch aktiv gewesen wäre. Jetzt, nach der Karriere, zeigt sich der wahre Charakter", sagte Effenberg, der zu Beginn des Monats seinen 50. Geburtstag feierte.

Das hart sanktionierte Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", in dem Lahm Ende 2009 fundamentale Kritik an den Klubbossen und einigen Spielern des FC Bayern München geübt hatte und das Lahm eine Rekordstrafe vom Verein einbrachte, ist Effenberg offenkundig entfallen - ebenso wie ein eigenes Interview in der vergangenen Woche.

Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) hatte Effenberg in der Vorwoche von Lahm als "Aushängeschild des deutschen Fußballs" geschwärmt. Mit Blick auf Lahms OK-Chefposten im Falle der Vergabe der EM 2024 nach Deutschland sagte Effenberg: "Lahm würde dem DFB ohnehin gut zu Gesicht stehen, da dort bis auf die sportliche Leitung und Oliver Bierhoff zu wenig Fußball-Kompetenz vorhanden ist." In seiner neuen Funktion würde Lahm, bislang Botschafter der deutschen EM-Bewerbung, auch als kooptiertes Mitglied dem DFB-Präsidium angehören.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

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