Fußball

Nicht nur Stuttgart strauchelt Eine Liga verweigert den Aufstiegskampf

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Stuttgart fand kein Durchkommen gegen den VfL Osnabrück.

(Foto: Pressefoto Bauman/Alexander Kepp)

Will denn niemand aufsteigen? Die Spitze der 2. Fußball-Bundesliga patzt gleich doppelt: Hannover überrascht Heidenheim, während Osnabrück dem VfB Stuttgart erneut ein Bein stellt. Karlsruhe verpasst in Aue ein Zeichen im Abstiegskampf.

VfB Stuttgart - VfL Osnabrück 0:0 (0:0)

Der VfB Stuttgart ist bei seinem Weg zurück in die Fußball-Bundesliga wieder ins Straucheln gekommen. Nach zuletzt zwei Siegen kam der Absteiger am 30. Spieltag der 2. Liga nicht über ein 0:0 gegen Aufsteiger VfL Osnabrück hinaus. Damit kann Verfolger Hamburger SV mit einem Dreier am Montag gegen Holstein Kiel am Tabellenzweiten vorbeiziehen. Beim Geisterspiel in Stuttgart machten die Gastgeber, bei denen Ex-Nationalspieler Mario Gomez bis zur 85. Minute auf der Bank saß, in der ersten Hälfte nichts aus ihrer deutlichen Feldüberlegenheit. Der Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo fehlten die Ideen gegen die defensiv eingestellten Niedersachsen. Vor allem im Strafraum fanden die Schwaben, die in der nächsten Partie im baden-württembergischen Derby beim abstiegsbedrohten Karlsruher SC antreten müssen, keine Lücken.

In der 40. Minute unterhielt der Osnabrücker Benjamin Girth die Fernsehzuschauer mit einer Slapstick-Einlage im Stil von Frank Mill. Der eingewechselte Stürmer brachte den Ball aus wenigen Metern nicht im leeren VfB-Tor unter, sondern traf nur den Pfosten. Da es zuvor eine Abseitsstellung gegeben hatte, hätte der Treffer aber wahrscheinlich nicht gezählt. Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich nichts am Spielverlauf. Die Schwaben brachten in der Offensive so gut wie nichts zustande. Der Torriecher von Gomez, der am Saisonende seinen Heimatverein wohl verlassen oder seine Karriere beenden wird, fehlte dem VfB. Der 34-Jährige kam erst fünf von Minuten vor Schluss.

Hannover 96 - 1. FC Heidenheim 2:1 (1:0)

Der 1. FC Heidenheim hat den Sprung auf den Relegationsplatz verpasst. Bei Hannover 96 verloren die Heidenheimer mit 1:2 (0:2) und bleiben dadurch mit einem Punkt Rückstand auf den Hamburger SV Vierter. Stürmer Marvin Ducksch brachte Hannover in der 30. Minute nach Vorlage von John Guidetti in Führung. Kapitän Edgar Prib legte aus 18 Metern sehenswert nach (41.). Stefan Schimmer erzielte in der 75. Minute den Anschlusstreffer für die Gäste.

Heidenheim war bemüht, das Tempo hoch zu halten und spielerische Lösungen zu finden. 96 schaffte es aber sich darauf einzustellen. Sie hielten den FCH vom eigenen Tor fern und gingen verdient in Führung. Nach der Pause ergab sich ein ähnliches Bild. Heidenheim kämpfte, um den Rückstand aufzuholen. Hannover spielte dagegen freier auf, nutzte die Räume aber nicht konsequent genug.

Erzgebirge Aue - Karlsruher SC 1:0 (1:0)

Der Karlsruher SC hat die erste Niederlage nach der Corona-Pause kassiert und den Sprung auf Platz 15 verpasst. Die Mannschaft von Trainer Christian Eichner unterlag bei Erzgebirge Aue 0:1 (0:1) und bleibt auf dem Relegationsplatz in Abstiegsgefahr. Für die Gastgeber war es das erste Erfolgserlebnis nach zuvor nur einem Punkt aus drei Spielen. Sturmtalent Florian Krüger (9.) markierte mit seinem siebten Saisontor den Treffer des Tages für die Gastgeber, die endlich die angepeilte 40-Punkte-Marke knackten und ins sichere Mittelfeld vorrückten.

Nach einem groben Schnitzer von Karlsruhes Innenverteidiger Daniel Gordon hätte Clemens Fandrich kurz vor der Pause auf 2:0 erhöhen müssen, doch der Mittelfeldspieler vergab aus guter Position. In der 73. Minute traf Aues Dimitrij Nazarov nur die Latte. Der vermeintliche Ausgleich durch Karlsruhes Marco Djuricin (86.) wurde nach Videobeweis wegen Abseits zurückgenommen.

Nachdem am Samstag auch Arminia Bielefeld beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg gepatzt hat, bietet sich dem Hamburger SV im Montagabendspiel (20.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) gegen Holstein Kiel die Chance, als einziger Aufstiegskandidat am 30. Spieltag dreifach zu punkten. Mit einem Sieg würde der HSV den VfB Stuttgart überholen und hätte die Rückkehr in die Bundesliga wieder selbst in der Hand.

Quelle: ntv.de, tsi/sid