Fußball

"Nächstes wichtiges Spiel im März" FC Bayern erhöht die Schützenfestdichte

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Die Bayern haben derzeit fast jede Woche Grund zum Jubeln.

(Foto: imago/Revierfoto)

Während die beste Fußballmannschaft der Welt ins Achtelfinale tanzt, stehen die deutschen Teams auch in der Königsklasse im Schatten der Bayern. Gladbach ist raus, Leverkusen ist es egal - nur Wolfsburg steuert die K.o.-Runde an.

Thomas Müller klang fast so, als wolle er sich entschuldigen. Klar, ein 4:0 gegen Olympiakos Piräus sei schon gut, zumal der FC Bayern am Dienstag nach Holger Badstubers Platzverweis in der 52. Minute auch mit einem Spieler weniger den griechischen Meister dominierte. Aber: "Es gab sicher schon actionreichere Spiele hier in der Arena." Das ändert aber nichts daran, dass die Münchner sich am vorletzten Spieltag für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert haben - selbstredend als Tabellenerster in der Gruppe F. Oder wie es Kapitän Philipp Lahm sagte: "Die nächsten wichtigen Spiele sind ist dann erst im Februar und März."

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"Die nächsten wichtigen Spiele sind ist dann erst im Februar und März": Philipp Lah.

(Foto: imago/ActionPictures)

Das soll heißen: Bundesliga und DFB-Pokal sind keine Herausforderung mehr. Was zählt, ist Europas Königsklasse. Und dort sorgen die Fröttmaning Globetrotters in ihrem Stadion für ein Spektakel nach dem anderen: erst beim 5:1 gegen den FC Arsenal, dann mit dem 5:0 gegen Dinamo Zagreb und nun beim 4:0 gegen Piräus. Ganz neu ist das nicht, das zeigen die Ergebnisse aus der vergangenen Saison: 1:0 gegen Manchester City, 2:0 gegen AS Rom, 3:0 gegen ZSKA Moskau, 7:0 gegen Donezk, 6:1 gegen den FC Porto und 3:2 gegen den FC Barcelona. Doch die Schützenfestdichte nimmt zu.

Und der Schweizer Pajtim Kasami, Mittelfeldspieler vom Olympiakos, sprach nach der Partie davon, dass die Bayern gerade die wohl beste Mannschaft der Welt seien. Ob da etwas dran ist, zeigt sich allerdings erst am 28. Mai. Dann findet in Mailand das Endspiel der Champions League statt. Das können, rein theoretisch, auch noch zwei andere deutsche Mannschaften erreichen. Zumindest aber haben sie vor dem letzten Spieltag am 8. und 9. Dezember die Chance, in der Champions League zum überwintern. Und die Mönchengladbacher hoffen zumindest noch auf die Europaliga. Ein kleiner Überblick:

DIE SPÄTSTARTER: Es hätte alles so schön werden können für die Mönchengladbacher Borussia bei ihrem Debüt in der Königsklasse. Einziges Manko: Die Saison begann einfach zu früh. Sechs Niederlagen kassierten sie zum Start in der Bundesliga, zudem verloren sie mit 0:3 beim FC Sevilla. Nachdem Trainer Lucien Favre aufgegeben hatte, gab's mit André Schubert trotz respektabler Leistung ein 1:2 gegen Manchester City. Es folgten zwei Unentschieden gegen Juventus Turin - und damit war das Thema Achtelfinale durch. Nach dem 4:2 gegen Sevilla am Mittwoch aber setzten sie am Niederrhein darauf, sich am 8. Dezember in Manchester Platz drei in ihrer Gruppe D zu sichern - und damit im Februar in der Zwischenrunde der Europaliga weitermachen zu dürfen. Gewinnt Sevilla sein letztes Gruppenspiel gegen Juventus nicht, ist Gladbach auf jeden Fall weiter international dabei.

DIE RESIGNIERTEN: Ach, Bayer Leverkusen. Nach dem 1:1 bei Bate Borissow am Dienstag in Weißrussland war's das wohl mit der Champions League. Ins Achtelfinale schafft es die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt nur, wenn sie am 9. Dezember gegen den FC Barcelona gewinnt und AS Rom gleichzeitig nicht gegen Borissow gewinnt. Ist aber auch egal. Zumindest sagte Klubchef Michael Schade: "Wenn man die Qualität von acht Mannschaften sieht, wäre in der Champions League für uns vielleicht sowieso im Achtelfinale Schluss gewesen." Und überhaupt, Europaliga sei doch auch ganz gut: "Ich will mir diese bei Gott nicht schönreden, aber das ist inzwischen ein attraktiver Wettbewerb." Dieses neue Ziel verfehlen die Leverkusener nur, wenn sie gegen Barça verlieren und Borissow in Rom siegt.

DIE HOFFNUNGSFROHEN: Die besten Chancen, neben dem FC Bayern natürlich, hat der VfL Wolfsburg. Nach dem 2:0 bei ZSKA Moskau am Mittwoch führt das Team von Trainer Dieter Hecking gar die Tabelle der Gruppe B an. Will heißen: Die Europaliga kann den Wolfsburgern keiner mehr nehmen. Und schon mit einem Remis am 8. Dezember gegen Manchester United würden sie das Achtelfinale buchen. Mit einem Sieg stünde der VfL gar als Tabellenführer nach der Gruppenphase fest und dürfte auf einen leichteren Gegner in der ersten K.o.-Runde hoffen. Selbst wenn Wolfsburg gegen Manchester verliert, könnte es in der Champions League weiter gehen: Dann dürfte Eindhoven parallel aber nicht gegen Moskau gewinnen. Da wird es Nationalspieler André Schürrle wenig stören, dass ihm die Uefa nach dem 2:0 in Moskau nun doch nur ein Tor zuschreibt - und den Wolfsburger Führungstreffer als Eigentor von Igor Akinfejew wertet. Der Torwart hatte dem Ball in der 67. Minute nach Schürrles Schuss mit der rechten Hand noch eine leichte Richtungsänderung gegeben. Von dort prallte er ins Netz. Kurz vor Schluss hatte Schürrle das 2:0 erzielte - was klar auf sein Konto ging.

Quelle: ntv.de