Fußball

"Kleines Spektakel" gegen Ajax FC Bayern fürchtet nur ein schweres Los

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Brazzo, der Fuchs: Hasan Salihamidzic kennt sogar Matthijs de Ligt und Frenkie De Jong. Zumindest weiß er, dass sie gut Fußball spielen.

(Foto: imago/Eibner)

Der FC Bayern will bei Ajax den für die Auslosung eminent wichtigen Gruppensieg in der Champions League perfekt machen. Obwohl ein Remis reichen würde, soll in Amsterdam ein echtes Novum gelingen. Und Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist ein echter Fuchs.

Manchester City, Real Madrid oder der FC Barcelona? Lieber nicht. Der FC Bayern will im Achtelfinale der Champions League lieber gegen eine nicht ganz so gute Mannschaft spielen. "Wir sind Tabellenführer, das möchten wir auch bleiben. Da hat man am Montag bei der Auslosung weniger starke Gegner als Real oder Barcelona zu fürchten", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem letzten Gruppenspiel an diesem Mittwoch (ab 21 Uhr im n-tv.de Liveticker) bei Ajax Amsterdam. Der erste Platz in der Gruppe E sei deshalb "ganz wichtig für uns", ergänzte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Ein Punkt reicht dem Tabellendritten der Fußball-Bundesliga, um als Gruppensieger der Auslosung der Uefa am 17. Dezember in Nyon einigermaßen entspannt entgegenzublicken. Dann wären vermeintlich leichtere Gegner wie AS Rom, Olympique Lyon oder Tottenham Hotspur möglich. Zudem gehe es um 2,7 Millionen Euro Siegprämie, betonte Rummenigge. Dies alles sei "Motivation genug, dass die Spieler entsprechend auftreten werden".

Er hofft nach drei Siegen, dass die Mannschaft ihren Aufwärtstrend fortsetzt, um trotz der neun Punkte Rückstand in der Liga auf Spitzenreiter Dortmund halbwegs frohe Weihnachten feiern zu können. "Die Burschen sind gut in die Spur zurückgekommen. Es wäre schön, wenn wir da weiter machen", sagte Rummenigge. Der FC Bayern wolle sich, sagte auch Salihamidzic, "gut präsentieren. Uns reicht ein Unentschieden, aber trotzdem wollen wir gewinnen."

"Immer mehr Strukturen"

Ajax Amsterdam - FC Bayern, 21 Uhr

Voraussichtliche Aufstellungen

Amsterdam: Lamprou - Mazraoui, de Ligt, Blind, Tagliafico - Schöne, van de Beek, de Jong - Neres, Huntelaar, Tadic. - Trainer: ten Hag
München: Neuer - Rafinha, Süle, Boateng, Alaba - Kimmich, Goretzka - Gnabry, Müller, Ribery - Lewandowski. - Trainer: Kovac
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)

Das wäre ein Novum im Duell der Bayern gegen Ajax: In neun Spielen gab es für das Auswärtsteam noch keinen Sieg. Auch Serge Gnabry hofft angesichts der Konstellation in der Gruppe auf ein "kleines Spektakel - aber nur in eine Richtung". Die Münchner könnten aber noch ein weiteres Ausrufezeichen setzen: Auf 16 Punkte brachte es bislang noch kein deutsches Team in der Gruppenphase der Königsklasse.

Trainer Niko Kovac, der wieder ruhiger arbeiten kann, ist "zuversichtlich", diesen Rekord aufzustellen, "weil ich sehe, dass die Mannschaft immer mehr Strukturen hat und Abläufe verinnerlicht". Dazu trug er selbst bei: Zum einen verschärfte Kovac die Ansprache an seine Stars, zum anderen stoppte er die Rotation. Beim 3:0 gegen Nürnberg und beim 2:1 in Bremen begann erstmals in dieser Saison zweimal dieselbe Elf. Leidtragende sind Mats Hummels und Javier Martínez, die sich auf der Bank wiederfanden.

In der Johan-Cruyff-Arena muss Kovac neben den verletzten James und Corentin Tolisso auch auf Arjen Robben verzichten, den Knieprobleme plagen. Auch die genesenen Thiago und Kingsley Coman, die zuletzt Kurzeinsätze hatten, sind an Bord. Die Münchner haben aber nicht nur die Gegenwart im Blick. "Unser Sportdirektor arbeitet mit Volldampf an der Zukunft des FC Bayern", sagte Rummenigge, "und ich weiß, dass er auch den ein oder anderen Spieler von Ajax im Blickfeld hat". Das hat Salihamidzic nicht exklusiv.

Den 19 Jahre alte Innenverteidiger Matthijs de Ligt und den 21 Jahre alte Mittelfeldspieler Frenkie De Jong kennt inzwischen jeder, der sich im Europa ein wenig mit professionellem Fußball beschäftigt. Die Bayern haben zwar bereits angekündigt, viel Geld zu haben und es auch ausgeben zu wollen. Aber es könnte natürlich sein, dass die beiden niederländischen Nationalspieler zu einem der Vereine wechseln, gegen die die Münchner im Achtelfinale der Champions League auf keinen Fall spielen wollen. So hatte De Jongs Vater John jüngst der Zeitschrift "Voetbal Premium" gesagt: "Die Chance, dass er wechselt beträgt 95 Prozent und Barça wäre die beste Entscheidung."

Quelle: n-tv.de, sid/cwo/sgi

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