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Tönnies? "Wäre zurückgetreten" Fortuna-Chef: Kein Pardon für Rassisten

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"Es fehlt mir an der Aufarbeitungs-Konsequenz": Thomas Röttgermann.

(Foto: imago images / Team 2)

Die Verantwortlichen im deutschen Fußball müssen konsequenter gegen verbale Entgleisungen und Diskriminierungen vorgehen. Das fordert Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. Zum "Fall Clemens Tönnies" hat er eine klare Meinung.

Fortuna Düsseldorfs Klubchef hat nach den rassistischen und diskriminierenden Vorfällen im deutschen Profifußball eine harte Aufarbeitung gefordert. Thomas Röttgermann sagte: "Wir haben es im Fußball mit einer enormen Heterogenität zu tun. Wir reden in diesen Fällen von einem Aufsichtsratsvorsitzenden, einem Spieler und einem Klubradio." Man könne diese Fälle nicht vergleichen. "Was sie aber verbindet: Es fehlt mir an der Aufarbeitungs-Konsequenz. Ich glaube, dass zu viel zugelassen wird und zu wenig konsequent gesagt wird: Stopp, hier ist eine Linie, die überschritten wurde. So geht es nicht weiter."

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Ich bin nicht Clemens Tönnies. Für mich kann ich aber sagen: Ich wäre zurückgetreten."

(Foto: dpa)

Im Klubfernsehen und -radio des Bundesligisten Borussia Dortmund hatten sich Norbert Dickel und Patrick Owomoyela verbale Entgleisungen geleistet. Der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte gesagt, man solle im Kampf gegen den Klimawandel lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, als die Steuern zu erhöhen. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren."

"Dinge klar benennen"

Tönnies lässt sein Amt nach einer Entscheidung des Schalker Ehrenrates drei Monate ruhen. Drittligist Chemnitzer FC hatte Kapitän Daniel Frahn die Nähe zur rechtsradikalen Szene vorgeworfen und sich von dem Torjäger getrennt. Röttgermann betonte, dass dies kein Problem des Fußballs sei. "Es sind die handelnden Personen auf allen Ebenen, die mit dieser komplexen und komplizierten Heterogenität konfrontiert werden. In vielen Fällen geht man der Konfrontation aus dem Weg, um sich nicht der Kritik oder dem emotionalen Widerstand zu stellen. Man sollte die Dinge klar benennen und die notwendigen Konsequenzen ziehen." Es müsse ein Problembewusstsein her, dass solche Äußerungen nicht akzeptabel seien.

"Diese roten Linien dürfen nicht überschritten werden. Es gibt nichts, das eine Begründung dafür sein kann, rassistische Äußerungen abzulassen. Gar nichts", sagte Röttgermann. Im Fall Tönnies bezieht er eine klare Position. "Beim Thema Rassismus und Diskriminierung gibt es für mich keine Puffer. Wenn jemand so etwas gesagt hat, steckt hinter diesen Worten Geringschätzung gegenüber anderen Gruppen", sagte der Vorstandschef. Er selbst hätte Konsequenzen gezogen. "Ich bin nicht Clemens Tönnies. Für mich kann ich aber sagen: Ich wäre zurückgetreten."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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