Fußball

Ausmusterung von Müller und Co. Grindel kritisiert Löws Umgang mit Spielern

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Joachim Löws Art, Entscheidungen zu kommunizieren, kann Reinhard Grindel (rechts) nicht nachvollziehen.

(Foto: imago/Eibner)

Nachdem Bundestrainer Löw den Bayern-Spielern Hummels, Boateng und Müller mitgeteilt hatte, dass sie nicht länger zur Nationalmannschaft gehören, wurde eine nüchterne Pressemitteilung verschickt. Für DFB-Präsident Grindel ein Unding, wie er nun klarstellt.

Bundestrainer Joachim Löw hätte sich laut DFB-Präsident Reinhard Grindel viel früher öffentlich zur Ausmusterung von Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus der Nationalmannschaft äußern sollen. "Ich glaube, dass es klug gewesen wäre, schon am Dienstag, am Tag der Entscheidung, im Rahmen einer Pressekonferenz persönlich einerseits die Wertschätzung für die Spieler deutlich zu machen, andererseits der Öffentlichkeit zu vermitteln, warum man jetzt einen anderen Weg gehen will, so überzeugend wie er das in seiner Pressekonferenz gemacht hat", sagte Grindel dem ZDF.

In dem Interview am Rande der Fifa-Council-Sitzung in Miami betonte der Verbandschef, dass mit einer anderen Kommunikationspolitik die Debatte nicht in der Schärfe geführt worden wäre. "Wenn man das gleich gemacht hätte, wären, glaube ich, sehr viele Fragen beantwortet und damit sehr viele Missverständnisse vermieden worden", sagte Grindel.

Löw hatte vor knapp zwei Wochen den drei Ex-Weltmeistern in jeweils fünfminütigen Gesprächen in der Geschäftsstelle von Bayern München an der Säbener Straße überraschend erklärt, dass er nicht mehr mit ihnen plane. In Form einer nüchtern gehaltenen Pressemitteilung, in der auch Grindel zitiert wurde, teilte der DFB anschließend die Entscheidung des Bundestrainers der Öffentlichkeit mit. Für die Art und Weise der Ausmusterung war der Bundestrainer vom FC Bayern und auch den Spielern kritisiert worden. Entgegen seinen Gewohnheiten hatte Löw dann am Freitag, zehn Tage nach der Entscheidung, eine Pressekonferenz zur Kadernominierung abgehalten und dabei seine Beweggründe erläutert.

Löw: Treffe Entscheidungen autark

Grindel betonte noch einmal, dass er grundsätzlich die Entscheidungen des Bundestrainers mittrage. Er selbst sei von Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff am Vormittag des 5. März angerufen und über die Personalentscheidungen "umfassend informiert worden". Dies hätte man nach Grindels Ansicht aber ebenfalls besser kommunizieren können: "Es wäre möglicherweise richtig gewesen, und darüber sprechen wir auch noch mal im Rahmen der Delegation, umfassend alle Delegationsmitglieder zu informieren."

Löw selbst sieht dies wohl völlig anders, wie er selbst am Freitag klarstellte: "Sportliche Entscheidungen treffe ich autark. Ich habe die absolute Entscheidungshoheit. Warum wir manche Leute nicht informiert haben: Der Kreis war klein, Oliver Bierhoff plus mein Trainerteam." Seine Aufgabe sei, Entscheidungen mit Bierhoff abzusprechen: "Er war involviert."

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Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/sid

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