Fußball

Maulwurf-Verdacht gegen Ex-DFB-Boss Hat Zwanziger die brisanten Infos lanciert?

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Läuft da eine Kampagne gegen DFB-Boss Niersbach - und kommt die auch noch aus den eigenen Reihen?

(Foto: dpa)

Guido Tognoni, der langjährige Fifa-Medienchef- und Insider, sagt, die Vorwürfe gegen den DFB hinsichtlich der WM-Vergabe 2006 seien gesteuert. Es herrsche ein Rache-Klima: "Theo Zwanziger ist wohlmöglich die undichte Stelle".

Die hochbrisanten Enthüllungen um eine manipulierte WM-Vergabe 2006 bringen jetzt auch Theo Zwanziger in Bedrängnis. Ex-Fifa-Sprecher Guido Tognoni hält die aktuellen Vorwürfe für gesteuert und kann sich vorstellen, dass der ehemalige DFB-Präsident seine Hände im Spiel hatte und sensible Informationen an Journalisten weitergab.

"Ich habe gehört, dass Zwanziger wohlmöglich die undichte Stelle ist", sagte der Schweizer im ZDF und weiter: "Er wurde im Spiegel-Bericht auch überraschend geschont." Mit diesem Schachzug, so Tognoni könnte sich Zwanziger an seinem Nachfolger rächen. "Fifa und Uefa sind derzeit ohne Führung. Schweigegelübde und alte Seilschaften fallen auseinander. Es ist bekannt, dass Niersbach und Zwanziger nicht die besten Freunde sind."

Niersbach: WM nicht gekauft

Derweil wies DFB-Chef Wolfgang Niersbach die Bestechungsvorwürfe vehement zurück. Er könne "absolut und kategorisch ausschließen", dass es Schwarze Kassen gegeben habe, aus denen Stimmen für die WM bezahlt worden seien, sagte er auf der verbandseigenen Internetseite.

Rückendeckung erhielt Niersbach vom damaligen Innenminister Otto Schily. "Ich habe keine Veranlassung, die Erklärung des DFB-Präsidiums in Zweifel zu ziehen", sagte der damalige Sportminister der "Bild am Sonntag". Als Mitglied des Organisationskomitees für die Fußball-WM habe er zu keinem Zeitpunkt Informationen erhalten, die den Verdacht Schwarzer Kassen begründeten.

Der "Spiegel" hatte berichtet, ihm vorliegende vertrauliche Unterlagen ließen darauf schließen, dass die nach Deutschland vergebene Weltmeisterschaft gekauft gewesen sei. Dem Bewerberkomitee habe eine Schwarze Kasse mit 10,3 Millionen Schweizer Franken (damals 13 Millionen Mark) zur Verfügung gestanden. Auf einem Dokument aus dem Jahr 2004 finde sich ein handschriftlicher Vermerk, der von Niersbach stammen solle.

Niersbach hat Erinnerungslücke

"Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine 'Schwarzen Kassen' beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat", sagte Niersbach. Der DFB habe seinen Anwalt beauftragt, gegen den "Spiegel" alle denkbaren rechtlichen Schritte einzuleiten. "Nochmal: die WM war nicht gekauft."

Niersbach bestätigte zugleich, dass es eine Zahlung des WM-Organisationskomitees von 6,7 Millionen Euro an die Fifa aus dem Jahre 2005 gegeben habe, die möglicherweise zweckwidrig verwendet worden sei. "Ich habe diesen Sommer davon erfahren und eine interne Prüfung veranlasst", sagte er. Das Ergebnis der Prüfungen sei offen.

Er könne aber "schon jetzt definitiv ausschließen, dass die Zahlung in Zusammenhang mit der WM-Vergabe im Jahr 2000 steht". Zur Darstellung des "Spiegel" es gebe dazu einen handschriftlichen Vermerk von ihm, sagte Niersbach: "Ich kann mich absolut nicht erinnern." Daher bitte er die Redaktion des "Spiegel", dem DFB das Papier zur Prüfung zu überlassen.

Quelle: ntv.de, dsi/rts