Fußball

HSV gewinnt, St. Pauli stürzt ab In Hamburg wird gefeiert und gezittert

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Simon Terodde trifft und trifft und trifft.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der 2. Fußball-Bundesliga lässt der Hamburger SV seine Herbst-Krise endgültig hinter sich und übernimmt wieder die Spitze - natürlich dank Torjäger Terodde. Verfolger Greuther Fürth bleibt aber dran. Beim FC St. Pauli wird die Krise immer bedrohlicher.

Erzgebirge Aue - Eintracht Braunschweig 2:1 (1:1)

Florian Krüger hat dem FC Erzgebirge Aue einen optimalen Start ins Jahr 2021 beschert. Der U21-Nationalspieler markierte beim 3:1 (1:1) gegen Eintracht Braunschweig zwei Treffer für die Sachsen, die damit ihren sechsten Platz in der 2. Fußball-Bundesliga festigten. Fabio Kaufmann hatte die stark beginnenden Gäste nach 17 Minuten in Führung gebracht, ehe Krüger zunächst vor der Pause (42.) egalisierte und in der 67. Minute für die Auer Führung sorgte. Pascal Testroet (88.) markierte mit seinem neunten Saisontor den Siegtreffer.

Nachdem die Eintracht die erste halbe Stunde bestimmt hatte und auch verdient in Führung gegangen war, steigerten sich die Gastgeber. Folgerichtig markierte Krüger per Kopf den Ausgleich. Nach der Pause wurde die Partie zerfahren, Braunschweig hatte erneut leichte Vorteile. Das 2:1 entsprang einem Konter im Anschluss an eine Eintracht-Ecke.

Greuther Fürth - FC St. Pauli 3:1 (2:0)

Auch die SpVgg Greuther Fürth ist mit blendender Spiellaune ins neue Fußball-Jahr gestartet und hat die Krise beim FC St. Pauli weiter verschärft. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl entschied eine einseitige Zweitligapartie, die erst in der Schlussphase nochmal spannend wurde, gegen den Tabellenvorletzten aus Hamburg mit 2:1 (2:0) für sich.

Dank des dritten Heimsiegs in dieser Saison bleiben die Franken auf Relegationsplatz drei. Die nun seit elf Partien sieglosen Gäste bestreiten im Nachholspiel am Mittwoch bei Schlusslicht Würzburger Kickers ein richtungweisendes Kellerduell. Julian Green brachte die dominanten Fürther in der 24. Minute mit einem Handelfmeter in Führung. Beim zweiten Treffer der Gastgeber half der unsichere Svend Brodersen tatkräftig mit. Eine Bogenlampe von Marco Meyerhöfer versuchte der Pauli-Keeper im Fallen zu fangen, bei der unbeabsichtigten Slapstickeinlage rutschte ihm der Ball aber durch die Hände. Havard Nielsen machte aus spitzem Winkel gegen defensiv bemitleidenswerte Gäste das 2:0 (27.).

Mit einem prächtigen Fernschuss wie aus dem Nichts ließ Leon Flach (82.) die Mannschaft von Trainer Timo Schultz völlig überraschend auf einen glücklichen Auswärtspunkt hoffen. Die Fürther ließen sich das erste Erfolgserlebnis 2021 aber nicht mehr nehmen. Branimir Hrgota traf in der Nachspielzeit nur den Pfosten und schoss Sekunden vor dem Abpfiff sogar noch am leeren Pauli-Tor vorbei.

Hamburger SV - Jahn Regensburg 3:1 (2:1)

Der Hamburger SV ist zurück an die Tabellenspitze gestürmt. Im Heimspiel gegen Jahn Regensburg setzten sich die Hanseaten mit 3:1 (2:1) durch und lösten Holstein Kiel auf Platz eins ab. David Kinsombi (21. Minute), Simon Terodde (39.) und Bakéry Jatta (62.) erzielten im Volksparkstadion die Tore zum vierten HSV-Sieg in Serie. Max Besuschkow (33.) traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich der stark gegenhaltenden Regensburger. Die Hamburger übernahmen gegen die tief pressenden Gäste sofort das Kommando und kamen durch Kinsombis erstes Saisontor zur verdienten Führung.

Die hatte allerdings nur zwölf Minuten Bestand, weil Stephan Ambrosius Besuschkows Schuss unhaltbar für Sven Ulreich abfälschte. Terodde erzielte nach Vorlage des guten Kinsombi sein 15. Saisontor. Nach der Pause hätte Albion Vrenezi allein vor dem Tor ausgleichen müssen, doch Ulreich rettete stark (58.). Fast im Gegenzug führte Jatta nach einem Leibold-Steilpass die Vorentscheidung herbei. Wie beim 2:1 entschied der Video-Referee zurecht zu Gunsten des HSV, der mit diesem erneuten Dreier seine Aufstiegsambitionen untermauerte.

Hannover 96 - SV Sandhausen 4:0 (1:0)

Hannover 96 hat in der 2. Fußball-Bundesliga den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft. Durch einen verdienten 4:0 (1:0)-Sieg gegen den Abstiegskandidaten SV Sandhausen verbesserten sich die Niedersachsen am Sonntag auf den neunten Platz. Die Tore gegen den Ex-Club von Trainer Kenan Kocak schossen je zwei Mal Marvin Ducksch (23./52.) sowie Patrick Twumasi (48./89.). Hannover war von Beginn an die klar bessere Mannschaft, vergab durch Valmir Sulejmani (37.) noch eine weitere Großchance - und hatte in dieser einseitigen Partie nur einmal Glück: In der 29. Minute wurde ein Tor des ansonsten enttäuschenden Tabellen-16. wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht gegeben.

Holstein Kiel - VfL Osnabrück 1:2 (0:2)

Weihnachtsmeister Holstein Kiel ist mit einer Niederlage gegen seinen Angstgegner VfL Osnabrück ins neue Fußball-Jahr gestartet. Durch das verdiente 1:2 (0:2) gegen die starken Niedersachsen rutschte das Team von Trainer Ole Werner von der Tabellenspitze. Für die Kieler war es die erste Pleite nach acht Partien und die zweite in der Saison. Niklas Schmidt (27.) mit einem Schuss aus 16 Metern und Sebastian Kerk (42.) per Traum-Freistoß aus 25 Metern sorgten mit ihren Treffern für den vierten Auswärtserfolg des VfL. Dem eingewechselten Ahmet Arslan gelang nur noch der zu späte Anschlusstreffer (90.+3). Holstein wartet weiter seit März 2015 auf einen Sieg gegen die Osnabrücker, damals noch in der 3. Liga.

Der Kieler hatten von Beginn an gegen die zunächst defensiven Gäste klar mehr Ballbesitz und kamen auch zu einigen Chancen. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Osnabrücker mutiger - und hatten Erfolg. Gegen den Schuss von Schmidt hatte Kiels Keeper Ioannis Gelios keine Chance mehr, ebenso war der Freistoß von Kerk unhaltbar. Nach der Pause bemühten sich die Kieler um den Anschluss. Doch fiel ihnen trotz Überlegenheit zu wenig ein, um eine Wende einzuleiten. Der Treffer von Arslan in der Nachspielzeit kam zu spät.

Quelle: ntv.de, ter/dpa