Fußball

"Verdammter" Befehl zur Freude Klopp wählt den positiven Ansatz

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Der BVB stand lange für "echten Fußball". Jetzt soll es zumindest wieder echte Freude geben.

Der BVB gewinnt in Freiburg und verlässt den letzten Tabellenplatz. Die Erleichterung über den ersten Sieg seit Anfang Dezember möchte Trainer Jürgen Klopp nutzen, um eine atmosphärische Trendwende in seiner Mannschaft herbeizuführen.

Der Jubel von Kapitän Mats Hummels bei den Fans  auf dem Zaun kam nicht spontan, er war von ganz oben angeordnet. "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich verdammt nochmal wieder richtig freuen sollen", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem lange  ersehnten Befreiungsschlag von Borussia Dortmund: "Wir waren zuletzt  die einzige Fußballmannschaft der Welt, die sich nicht mehr freuen, sondern nur noch erleichtert sein durfte."

Es war tatsächlich eine Mischung aus Freude und Erleichterung,  die im Anschluss an das klare 3:0 (1:0) des abgestürzten  Vizemeisters am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg in den Gesichtern der Borussen zu lesen war. Nach fünf Partien ohne Sieg kam der schwache und völlig chancenlose Lieblingsgegner im  Kellerduell gerade recht. Der zuletzt angeschlagene Klopp und sein stark verbessertes Team feierten den zehnten Sieg in Folge gegen den Sport-Club.

"Vieles geht natürlich noch besser. Aber es war der erste Schritt in die richtige Richtung", äußerte Klopp, dessen Klub nach dem ersten Auswärtssieg seit 162 Tagen vom letzten auf  den drittletzten Platz kletterte: "Das ist der richtige Schritt auf dem Weg zur Genesung gewesen."

Aubameyang war voller "positiver Gedanken"

Dass es dem westfälischen Patienten und seinem angezählten  Trainer wieder besser geht, hat der BVB in erster Linie  Pierre-Emerick Aubameyang zu verdanken. Den ersten Treffer durch  Marco Reus (9.) bereitete der überragende Gabuner vor, die anderen  beiden Tore erzielte Aubameyang selbst (56. und 72.). "Wir hatten definitiv ein Kopfproblem. Das hat der Trainer in  der Sitzung am Freitag auch klar angesprochen. Er hat dabei die richtigen Worte gefunden und uns positiv eingestellt", sagte  Aubameyang im Anschluss an seine Gala vor 24.000  Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion: "Deshalb hatten wir nur positive Gedanken im Kopf."

Auch Klopp gab nach dem Abpfiff zu Protokoll, dass er es in seiner Not diesmal mit einer Art Gehirnwäsche probiert hatte. "Wir haben versucht, endlich mal einen positiven Ansatz zu wählen. Die Jungs sollten endlich anfangen, wieder an sich zu glauben", erklärte  der Coach: "In unserer Situation ist es wichtig, dass man sich auch vorstellen kann, Spiele zu gewinnen."

Eine Garantie für weitere Siege ist die veränderte Ansprache  laut Klopp aber nicht - obwohl der BVB in Freiburg in allen Belangen  überlegen war. "Wenn es so einfach wäre, dann müssten wir zukünftig  nur das Richtige sagen - und dann läuft's", sagte der 47-Jährige,  über dessen Abgang zuletzt bereits spekuliert wurde: "Dieser Sieg bedeutet nicht, dass wir die nächsten vier Spiele gewinnen. Aber wir haben unsere Situation angenommen."

Für Freiburg wird es eng

Das gilt bereits seit langer Zeit für Freiburg. Alle Beteiligten  beim Tabellenvorletzten (18 Punkte) wissen seit dem ersten Spieltag, dass sie um den Klassenerhalt kämpfen werden. Mit einer Leistung wie  am Samstag wird dieses Unterfangen aber nicht gelingen. Das gab Trainer Christian Streich auch unumwunden zu. "Wir haben ein furchtbares Spiel gemacht. Wir waren in allen Belangen unterlegen. Wir hätten noch wesentlich höher verlieren können", äußerte der Coach, der die Schuld auch bei sich selbst suchte: "Vielleicht habe ich Fehler bei der Aufstellung gemacht."

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid

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