Fußball

Südkorea plant Asien-Turnier Könnte Nordkorea die WM ausrichten?

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Nordkorea hat sich zuletzt für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert. Auch 2018 wird der isolierte Staat nicht dabei sein.

(Foto: imago/Xinhua)

Südkorea plant eine Fußball-Weltmeisterschaft mit vier Ausrichtern - und das weitgehend isolierte Nordkorea soll dabei sein. Für Südkorea steht dabei wohl weniger der Sport, als vielmehr die Politik im Vordergrund. Doch China könnte den Plan torpedieren.

Die Fußball-WM 2030 könnte womöglich erstmals von vier Gastgebern ausgerichtet werden. Südkorea gab bekannt, mit China sowie Japan und pikanterweise auch seinem verfeindeten Bruderstaat Nordkorea eine gemeinsame Bewerbung für die Endrunde in 13 Jahren in Betracht zu ziehen. Der neue Staatspräsident Moon Jae-in erörterte dieses ambitionierte Projekt bereits in einem Gespräch mit Weltverbands-Chef Gianni Infantino.

Der linksliberale Moon ist seit Mai südkoreanischer Staatschef. Zu den ersten Ankündigungen Moons, dessen Vater aus Nordkorea geflüchtet war, gehörte, wieder stärker auf das weitgehend isolierte Nordkorea zuzugehen. Eine gemeinsame WM-Ausrichtung durch das Quartett könnte demnach für Südkorea auch ein Weg sein, die diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang zu verbessern. Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Korea-Krieg 1950 offiziell noch immer im Krieg, ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen.

China hat vermutlich andere Pläne

"Wir möchten damit beginnen, mit China und Japan Gespräche zu führen", sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verbandes KFA zur geplanten Vorgehensweise. Südkorea und Japan hatten bereits 2002 die WM-Endrunde miteinander ausgerichtet. Während die chinesische Nationalmannschaft in der Gruppenphase als letzte der Gruppe C ausschied, war Nordkorea gar nicht erst für das Turnier qualifiziert.

KFA-Präsident Chung Mong-Gyu zufolge würde Nordkorea, das keine diplomatischen Beziehungen zu Japan und Seoul unterhält, auf eine Co-Gastgeberrolle vorbereitet werden, sollten die anderen Parteien zustimmen. China könnte allerdings auch eine alleinige Ausrichtung anstreben, sagte Chung weiter. Chinesische Offizielle hatten entsprechende Pläne in der Vergangenheit schon angekündigt. Infantino sagte, dass er Moons "Vision" respektiere und mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping - einem Fußball-Liebhaber - morgen in Peking über den Vorschlag sprechen wolle.

Was für ein Interesse Nordkoreas an dem durchaus kühnen Plan spricht: Machthaber Kim Jong-Un möchte den Fußball in seinem Land offenbar vorantreiben. Fußballschulen sollen neue Messis herausbilden. Der Ex-Bundesliga-Profi Jörn Andersen ist seit dem vergangenen Jahr Trainer der nordkoreanischen Nationalmannschaft - und will es bis mindestens 2018 bleiben. Seine Arbeit hat allerdings nur etwas gefruchtet: Von Platz 125 in 2016 rückte die Männer-Nationalelf auf Rang 114 vor. Die WM 2018 wird das Team aber dennoch verpassen.

Für die WM 2026 werden unter der Federführung der USA auch Kanada und Mexiko eine gemeinsame Bewerbung abgeben. Das gaben die Staaten im April bekannt. Sogar die gemeinsame Turnier-Ausrichtung von drei Staaten wäre ein Novum bei einer WM-Endrunde. Für 2030 gilt bislang neben China auch Argentinien gemeinsam mit Nachbarland Uruguay als weitere Optionen.

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

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