Fußball

Premier-League-Geflüster Mourinho feixt, Schürrle sitzt, Özil leuchtet

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Blaues Trikot? Steven Gerrard.

(Foto: imago/BPI)

Es wird hektisch auf dem Fußball-Transfermarkt, die britische Boulevardpresse lässt die Fans hyperventilieren. Eine Meldung sorgt für Unruhe bei Liverpool-Fans, was Chelseas Trainer José Mourinho klammheimliche Freude bereitet.

José Mourinho, der Trainer des FC Chelsea, ist ein Mann, der gerne Unruhe schafft. Beim Gegner wohlgemerkt. Und das mit Vergnügen. So wird es ihn freuen, dass die britische Boulevardpresse momentan darüber darüber spekuliert, ob Liverpools Fußball-Urgestein Steven Gerrard nach seinem Wechsel aus der englischen Premier League zu L.A. Galaxy in die USA gleich wieder ausgeliehen werden könnte. Und zwar vom FC Chelsea.

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Alles super bei Manchester City: Frank Lampard.

(Foto: imago/BPI)

Der 34 Jahre alte englische Nationalspieler - ach was: die Liverpooler Ikone - hat zwar einen Vertrag unterschrieben, der ab Juni dieses Jahres für 18 Monate gilt und ihm neun Millionen Euro einbringt. Doch die Saison in der amerikanischen Major League Soccer beginnt erst im Februar 2016. Da kann er also überlegen, was er bis dahin beruflich so macht. Wie auch immer er sich entscheidet, für ein erfolgreiches Gerücht ist das Timing entscheidend. Heute Abend spielt der FC Liverpool im Halbfinale des Ligapokals gegen Chelsea. Und solche Meldungen stören, jetzt werden alle darüber reden, ob Gerrard tatsächlich das Undenkbare macht und für ein paar Monate das blaue Trikot überstreift.

Chelseas Frank Lampard hat es bereits vorgemacht, er wurde von seinem neuen Verein New York City FC ausgerechnet an den Rivalen Manchester City ausgeliehen und er fühlt sich - sehr zum Verdruss der Chelsea-Fans - dort sehr wohl. Mourinho kann es nur gefallen, dass man nun mehr über Gerrard plaudert als über Chelseas 2:4-Heimpleite im FA-Cup gegen den Drittligisten Bradford City. Vier Gegentore daheim - so etwas ist dem Portugiesen mit Chelsea noch nie passiert. Da können einem schon die Worte fehlen, folgerichtig strafte er seine Schützlinge mit Schweigen, während er den begeisterten Bradford-Spielern in deren Kabine folgte und jedem persönlich zum Sieg gratulierte, was diese staunend zur Kenntnis nahmen. Er kann also auch nett sein - "The Special One".

Schürrle als Manövriermasse

Der deutsche Nationalspieler André Schürrle entkam der Wut seines Trainers, da er verletzt war und es sieht so aus, dass er auch gegen Liverpool nicht spielen wird. Der Ex-Leverkusener wird mehr als Manövriermasse gesehen: Chelsea streckt die Finger nach teuren Mittelfeldspielern wie Juan Cuadrado von AA Florenz oder Douglas Costa von Schachtjor Donezk aus, braucht dafür aber Geld. Es könnte also sein, dass Schürrle tatsächlich dem Ruf "Komm nach Hause" folgt, denn Wolfsburg würde ihn gern haben, schreckt aber noch vor der Ablösesumme zurück. Während um Schürrle gerungen wird, sieht Mesut Özil beim Londoner Lokalrivalen Arsenal wieder das Licht.

Ein Tor beim 3:2 gegen Brighton, dann auch noch von Wenger so besetzt, dass er mit seinem schnellem Konterspiel glänzen konnte - so kann es weitergehen. Allerdings wurde der Deutsche von Teamkollegen Rosicky mit dessen genialem Passspiel in den Schatten gestellt und sein 3:1 gehört zu jenen Toren, die man sich immer wieder gern anschaut: "Wer Fußball liebt, liebt Rosicky", sang Arsenals Trainer Arséne Wenger dann auch gleich ein Hohelied auf den Tschechen. Aber Özil ist auf gutem Weg, genau wie sein Verein, der nun als Favorit für den Pokal gilt, da er als Einziger der ersten sechs der Premier-League-Tabelle im Achtelfinale steht. Und Losglück hatten die Gunners auch: Sie freuen sich über ein Heimspiel gegen den Zweitligisten FC Middlesbrough, der überraschend den Spitzenklub Manchester City ausgeschaltet hatte.

Überhaupt war es ein denkwürdiges Pokal-Wochenende, an dem die Kleinen den Mächtigen ein Bein stellten. Auch Manchester United muss gegen den Viertligisten Cambridge United nachsitzen, da es im eigenen Stadion nur zu einem 0:0 reichte. United-Star Robin Van Persie bekleckerte sich dabei wie seine Kollegen nicht mit Ruhm und gab offen zu, dass mit so einer Leistung eine weitere Zukunft bei ManUnited ungewiss sei. Zum Schluss noch eine nette Geschichte aus dem Internet. Nett nur für Nicht-Tottenham-Fans. Wenn man bei Google eine Definition von "lackadaisical" sucht, was man in etwa mit "lasch" und "lustlos" übersetzen könnte, folgt übersetzt als Erklärungssatz "Eine lasche Abwehr ließ die Spurs in der zweiten Halbzeit hilflos treiben." Google übernimmt Erklärungen des Oxford Dictionary und die Vermutung liegt nahe. dass nur ein Arsenal-Fan dahinter stecken kann. Wer sollte sonst den Erzrivalen so perfide in die Pfanne hauen?

Quelle: n-tv.de