Fußball

Der Ausputzer über Gomez & Co. Jungs, kommt nach Hause!

imago_sp_0118_17540009_18712799.jpg5300629073411899395.jpg

Die Italiener lästern immer lauter über Mario Gomez. Was er beim AS Florenz zeige, sei enttäuschend.

(Foto: imago/HochZwei/Syndication)

Deutsche Fußballprofis im Ausland, das ist momentan nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Ja, Toni Kroos, den lieben sie in Madrid, aber Nationalspieler wie Mario Gomez, André Schürrle und Mesut Özil hatten es schon mal netter in ihrem Job.

André Schürrle durfte dann doch aufs Spielfeld, als der FC Chelea das Team aus Swansea in der englischen Premier League mit 5:0 zerlegte. Es stand allerdings schon 4:0 für die Blauen, bevor Trainer José Mourinho ihn spielen ließ. Das ist nicht gerade ein Vertrauensbeweis, aber Schürrle zeigte sich professionell und erhöhte dann auf 5:0.

imago_sp_0117_18120003_18701100.jpg3740548869172746700.jpg

Muss aufpassen, dass ihm nicht das gleiche Schicksal wie Lukas Podolski ereilt: Andrè Schürrle.

(Foto: imago/BPI)

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass er beim nächsten Mal von Anfang an spielen darf. Schürrle, immerhin deutscher Fußball-Nationalspieler und Weltmeister, muss vielmehr sehr gut aufpassen, dass ihm nicht das gleich Schicksal wie seinem Kollegen Lukas Podolski beim FC Arsenal blüht. Der durfte unter Arséne Wenger auch nur noch bei besonderen Gelegenheiten ran und zog schließlich enttäuscht in Richtung Inter Mailand von dannen. Mal sehen, ob er dort mehr Spaß hat als Mario Gomez oder Miroslav Klose in der Serie A. Erste Kritik gab es jedenfalls schon, und das nach dem dritten Spiel. Die italienische Sportpresse ist da gnadenlos. Ersterem hatte bekanntlich sein Trainer Vincenzo Montella nahegelegt, doch bitte die Karriere zu beenden, denn das, was er beim AS Florenz zeigt, sei nicht vorzeigbar. Inzwischen hat Montella behauptet, dass habe er alles nicht so harsch gemeint, wie er es gesagt hatte. Aber gesagt ist gesagt. Zumal Gomez immer noch nicht trifft. Und Klose klagt darüber, dass er bei Lazio Rom nicht mehr so oft spielen darf.

Nur einer hat Spaß

"Der Ausputzer" auf n-tv.de

Das Fußballwochenende ist passé, alles ist geschrieben und gesagt. Wirklich alles? Natürlich nicht. Mit unserer Kolumne "Der Ausputzer" kehren wir auf n-tv.de dienstags, was aufzukehren ist. Unsere Autoren sind: Christian Bartlau, Kai Butterweck, Anja Kleinelanghorst und Ingo Scheel. Nach dem Spiel ist schließlich vor dem Spiel.

Schaut man sich die Premier League an, geht es eigentlich nur dem "Big Fucking German" gut. Okay, Per Mertesacker machte Ende 2014 keine gute Figur, als er dem FC Liverpool in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 2:2 gestattete. Dafür überschüttete ihn die britischen Presse nach Art der italienischen Kollegen durchaus mit Häme. Aber Arsenal ist nicht übermäßig gesegnet mit Abwehrkräften, deshalb bleibt der sympathische Hannoveraner auch weiterhin Stammspieler und durfte sich beim Sieg bei Manchester City am Sonntag wieder beweisen, dass er es noch kann. Schließlich fußte der Erfolg der Londoner auf einer überzeugenden Defensivleistung. Mertesacker ist längst etabliert - da ist Kollege Mesut Özil noch weit davon entfernt.

328C640009EB9A75.jpg2579714848606494097.jpg

Mesut Özil durfte am Sonntag nicht mitspielen.

(Foto: AP)

Was haben sie ihn hoch gelobt, als er im September 2013 zu den Gunners stieß! Aber jetzt herrscht eher Ungeduld. 50 Millionen Euros haben sie sich ihn kosten lassen, nun wollen sie auch etwas sehen. Die Lichtgestalt bei Arsenal ist mittlerweile ein anderer: Alexis Sànchez. Der Chilene war auch nicht gerade billig, als er im Sommer von Barcelona kam, aber er machte bereits 18 Tore und Thierry Henry, so etwas wie ein Halbgott im Arsenal-Universum, erklärte, dass der Stürmer der wichtigste Arsenal-Zugang der vergangenen sechs Jahre sei. Autsch, so etwas hört Herr Özil bestimmt nicht gern. Dass er monatelang verletzungsbedingt fehlte, hat sicherlich auch nicht geholfen. Aber jetzt ist er wieder zurück und hat auch schön Gewichte gestemmt, um in der robusten Premier League nicht wie ein Leichtgewicht zu wirken.

Torres als Vorbild

Trotzdem durfte Özil am Wochenende bei der 2:0-Gala seines Vereins bei Manchester City nicht aufs Spielfeld. Arséne Wenger gewährte ihm noch nicht einmal 15-Schürrle-Minuten zum Schluss. Nein, es ist momentan nicht einfach für die Weltmeister in der Ferne, es sei denn, man heißt Kroos und spielt bei Real Madrid. Da hat man den Pokal der Pokale gewonnen und dann darf man sich kaum oder gar nicht beweisen. So etwas macht doch keinen Spaß. Jungs, kommt nach Hause. Ihr werdet hier doch gebraucht - der Hamburger SV sucht händeringend Spieler, aber niemand will.

Miroslav Klose hat seinem alten Verein Werder Bremen auch einen Korb gegeben und soll angeblich lieber in den USA spielen wollen.  Aber sie sollen sich mal ein Beispiel an Fernando Torres nehmen. Der ist ja nun auch genug durch die europäischen Ligen getingelt und jetzt wieder bei seinem Heimatverein Athético Madrid gelandet. Und plötzlich spielt er wieder wie zu Spaniens glorreichen Weltmeister-Zeiten, haut sogar mit seinen Toren die alten Rivalen Real Madrid aus dem Pokal! André, Mario und Mesut, das wäre doch was - oder nicht?

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema