Fußball

Warten auf den großen Durchbruch Noch ist bei Draxler "alles im grünen Bereich"

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In Wolfsburg sind sie zufrieden mit der Entwicklung von Julian Draxler - sagen sie zumindest.

(Foto: imago/Hübner)

Julian Draxler ist im Spätsommer zum VfL Wolfsburg gewechselt. Beim Vizemeister sind sie mit seiner Entwicklung zufrieden - obwohl die großen Highlights fehlen. Und anders als Mit-Weltmeister André Schürrle wird der Ex-Schalker deutlich sanfter angefasst.

Viele solide Auftritte mit vereinzelten Highlights: Der große Durchbruch ist Julian Draxler beim VfL Wolfsburg noch nicht gelungen. Der 35-Millionen-Euro-Mann wartet in seiner Entwicklung weiter auf den nächsten Schritt, obwohl viel auf dem Spiel steht: Am Ende der Saison will der Jung-Nationalspieler zur Europameisterschaft 2016.

Beim VfL Wolfsburg zeigt man sich nach außen zufrieden. Während André Schürrle öffentlich mehrfach kritisiert wurde, bekommt der drei Jahre jüngere andere Weltmeister seine Zeit. „Seine Entwicklung ist nach wie vor gut. Er ist auf einem richtig guten Weg“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking vor dem Duell bei ZSKA Moskau am Mittwochabend: „Er findet immer besser den Anschluss und verinnerlicht, wie wir Fußball spielen wollen. Es ist alles im grünen Bereich - bis auf die Sperre.“

Der Platz auf der Zehn ist besetzt

Die Sperre - die Rote Karte aus dem Spiel bei Mainz 05 (0:2) - steht sinnbildlich für die Schwierigkeiten von Draxler in Wolfsburg. Der unnötige Kung-Fu-Einsatz gegen Gonzalo Jara brachte ihm nicht nur die Zwangspause ein, sondern warf ihn auch mannschaftsintern zurück. Während der deutliche günstigere Neuzugang Max Kruse (zwölf Millionen) längst zum Leistungsträger avancierte und in der Regel Draxlers Lieblingsposition auf der Zehn besetzt, sucht der Ex-Schalker nach wie vor seine Rolle.

Die gelegentlichen Highlights, wie sei ersten Tor zum 1:0-Sieg im Hinspiel gegen ZSKA Moskau, lassen sein Potenzial erahnen, doch um eine unverzichtbare Größe im Team der Wolfsburger zu werden, muss der 16-malige Nationalspieler allerdings konstanter und zwingender in seinen Aktionen werden.

DFB-Einladung als Befreiung?

Bundestrainer Joachim Löw hat den 22-Jährigen weiter im Blick, obwohl er eine längere Zeit nicht mehr eingeladen wurde. Für die Partie in Frankreich war Draxler wieder dabei, der Terror-Schrecken machte das Comeback jedoch zweitrangig. „Auf den Terror möchte ich nicht mehr eingehen. Ich beurteile ihn nur sportlich“, sagte Hecking in Moskau: „Ich glaube aber, dass ihm die Einladung zur Nationalmannschaft gut getan hat.“

Hecking unterhielt sich mit Löw über Draxler. „Wir haben die gleiche Meinung über ihn. Das, was es zu verbessern gibt, haben wir angesprochen. Dass er auf sehr hohem Niveau spielt, sehen wir gleich“, äußerte der Wolfsburger Coach und erhöhte prompt etwas den Druck auf seinen Youngster. „Jetzt liegt es an ihm, seine Leistung zu bringen. Erst in seinem Klub VfL Wolfsburg und dann in der Nationalelf, um letztendlich auch bei der EM dabei zu sein.“

Quelle: ntv.de, Nikolaj Stobbe, sid