Fußball

Brisante Ansagen von Coach Flick Nübel weiß nun, was ihm bei Bayern droht

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Die Fußball-Welt von Alexander Nübel ist unerwartet kompliziert geworden.

(Foto: dpa)

Dass Alexander Nübel in seiner ersten Saison noch nicht die Nummer eins beim FC Bayern wird, war ihm klar, als er seine Zusage gab. Dass der geplante Weg zur Stammkraft aber mit so viel Ärger verbunden sein würde, ahnte er vermutlich nicht.

Für Alexander Nübel könnte die Fußball-Welt so einfach sein. Er verlässt den FC Schalke 04 im Sommer, was ihm angesichts von Reservisten-Rolle und Fan-Wut emotional wohl nicht so ganz schwerfallen wird, und wechselt zum FC Bayern. Dort, so könnte es in der einfachen Fußball-Welt von Alexander Nübel aussehen, lernt der Torwart ein, vielleicht auch zwei Jahre bei Manuel Neuer und ist dann schließlich die neue Nummer eins beim erfolgreichsten Klub der Bundesliga und bei einem der erfolgreichsten Klubs in Europa.

Aber so einfach ist diese Fußball-Welt nicht. Nicht für Nübel. Und auch nicht für all die anderen, die sich dort so tummeln. Aber dass sie statt einfach nun plötzlich unglaublich kompliziert werden muss, nun, dass tut ja auch nicht zwingend not. Stichwort-Satz "Neuers Wut und Neuers neuer Vertrag". Aber es ist, wie es ist. Machste nix. Und so bekommt der 23-jährige Nübel diese komplizierte Realität ab Sommer - wobei sie ja gerade nicht nur wegen der Corona-Krise schon kompliziert genug für ihn ist -  nun fast täglich um die Ohren gehauen.

Lässt sich die Experten-Kritik aus Talkrunden noch als existenzsichernde Wichtigtuerei verarbeiten, so sind die Ansagen des neuen Arbeitgebers wohl deutlich schwieriger zu verkraften. Denn in München hofieren sie Nübel nicht unbedingt zur perspektivischen Nummer eins. So hat Coach Hansi Flick gegenüber dem "Kicker" abermals klargestellt, dass sich der Neue erstmal klar einzureihen hat. "Manuel Neuer ist eindeutig unsere Nummer 1, daran wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern." Er sei ja schließlich auch der "Weltbeste", wie Flick immer wieder gerne betont.

"Der Leistungsgedanke zählt"

Und eventuell wird sich sogar auch an der aktuellen Hierarchie der Keeper nichts tun: "Alexander ist ein junger, sehr talentierter Keeper, den wir weiterentwickeln wollen. Allerdings ist auch klar, dass beim FC Bayern der Leistungsgedanke zählt - sogar noch extremer als woanders." Und zurzeit mache Sven Ulreich, der erste Ersatz von Neuer, "seine Sache wirklich hervorragend".

Und Ulreich ist freilich nicht gewillt, sich der kommenden Situation einfach wehrlos zu beugen: "Der FC Bayern ist eine Leistungsgesellschaft, in der sportlich entschieden wird", ließ dessen Berater erst vor wenigen Tagen über den "Kicker" im vorauseilenden Flick'schen Duktus ausrichten. "Schauen wir so mal, wer am Ende hinter Manuel Neuer auf der Bank sitzt." Ulreichs Vertrag läuft übrigens - ebenso wie Neuers - zum Ende der kommenden Saison aus. Ein Abgang ist längst nicht beschlossen.

"Wer spielt, ist immer Sache des Trainers"

Und in dieser nun überhaupt nicht mehr so einfachen Fußball-Welt von Alexander Nübel legt Flick sogar noch einen nach. Die bei der Vertragsunterzeichnung angeblich zugesagte Anzahl von Pflichtspielen (von bis zu zehn ist die Rede) für Nübel interessiere den Trainer nämlich nicht: "Wer letztendlich spielt, ist immer Sache des Trainers. Und diese Entscheidung spreche ich immer mit meinem Trainerteam ab."

Den gerade wegen (offenbar auch noch falschen) Indiskretionen zu Vertragsgesprächen reichlich zornigen Chef zwischen den Pfosten wird das besonders erfreuen. Denn der verzichtet ja bekanntlich nicht gerne und erst recht nicht freiwillig auf Spiele. Weder im Klub noch in der Nationalmannschaft, wo mit Marc-André ter Stegen auch ein forscher Herausforderer lauert - und eingenordet wurde. Von Neuer.

Aber ein wenig Milde für den geprügelten Neuzugang gibt's dann auch: Nübel "wird das gleiche Vertrauen und die gleiche Wertschätzung wie alle anderen Torhüter und Spieler bekommen", sagt Flick. Und grundsätzlich sei es ja auch "eine sehr gute und strategisch kluge Entscheidung" gewesen, den 23-Jährigen ablösefrei nach München zu holen. "Wenn du den besten deutschen Nachwuchstorhüter verpflichten kannst, dann musst du es tun." Und so gibt's vom Coach auch noch ein feines Lob an und für den zuletzt ja wieder einmal heftig kritisierten Sportdirektor: "Das hat Hasan (d. Red.: Salihamidzic) wirklich super gemacht." Manchmal ist die Fußball-Welt dann doch ganz einfach.

Vielleicht ja sogar auch für und bei Manuel Neuer.

Quelle: ntv.de, tno