Fußball

Bayern-Stress nach Interview Rummenigge schimpft auf Lewandowski

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Öffentliche Kritik am FC Bayern? Karl-Heinz Rummenigge reagiert pikiert und droht.

(Foto: dpa)

Ein kritisches Interview von Robert Lewandowski sorgt beim Fußball-Bundesligisten FC Bayern kurz vor dem Start in die Champions-League-Saison für Ärger. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist mächtig sauer und droht dem Polen - aber auch Thomas Müller.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern, hat Torjäger Robert Lewandowski für brisante Interview-Aussagen zurechtgewiesen und Konsequenzen bei öffentlicher Kritik angekündigt. "Ich bedauere seine Aussagen. Schon in der Rückrunde hatte er nach dem Freiburg-Spiel unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre", sagte der Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters der "Bild"-Zeitung  kurz vor dem Start in die Champions-League-Saison.

Lewandowski hatte im "Spiegel" in einem nicht vom Verein autorisierten Interview die Transferpolitik der Münchner kritisiert. Der Pole forderte seinen Arbeitgeber auf, mehr Geld als bisher für Top-Neuzugänge auszugeben und erklärte, Transfersummen wie die 41,5 Millionen Euro für Corentin Tolisso seien im internationalen Vergleich "eher Durchschnitt als Spitzenwert". Rummenigge hält Lewandowskis Berater Maik Barthel für den Initiator des Interviews. "Das Interview ist bewusst am FC Bayern vorbei organisiert worden. Er schadet damit Robert", sagte Rummenigge. Über eine mögliche Strafe sprach er nicht.

"Ab sofort Stress mit mir"

Kritik am Alleingang Lewandowskis kam auch von Ex-Bayern-Spieler Stefan Effenberg. In seiner Kolumne bei t-online.de schrieb er: "Ich finde, das ist ein Hammer! Er greift zum einen die Philosophie des Vereins an. Uli Hoeneß hat ja schon mehrfach geäußert, dass sie diese Ablösesummen um 100 oder 150 Millionen Euro nicht mitgehen werden. Er greift auch seine Kollegen an, die dann seiner Meinung nach offenbar nicht die Qualität haben, um das zu gewinnen, wonach er jagt: Die Champions League".

Sportdirektor Hasan Salihamidzic habe indes bereits mit Lewandowski gesprochen. "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich", fügte Rummenigge hinzu. Damit warnte er auch Nationalspieler Thomas Müller, der sich nach dem 2:0 in Bremen über zu geringe Einsatzzeiten unter Trainer Carlo Ancelotti beschwert hatte. Dies sei "nicht okay" gewesen. "Bei uns wird derzeit zu schlau dahergeredet, statt sich auf das Fußballspielen zu konzentrieren."

Auch Lewandowskis Unmut über die Werbetouren der Münchner im Sommer konterte der Vorstandschef. Lewandowski hatte die hohe Belastung durch die Reisen nach Asien und in die USA beklagt und zudem bezweifelt, "dass sie für die Vermarktung einen großen Nutzen haben". Rummenigge indes bemerkte: "Wenn Lewandowski sich über die Asien-Reise beschwert, die wir machen, sollte er wissen, dass sein vermeintlicher Traumverein Real Madrid im Sommer 24 Tage in der Hitze unterwegs war - doppelt so lange wie wir."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid