Fußball

Bochum entgeht der Blamage Schalke holt sich böse Pokal-Abreibung ab

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Schalkes Torwart Schwolow fliegt vergeblich, während Hoffenheims Kabak jubelnd abdrehen kann.

(Foto: IMAGO/Jan Huebner)

Die Letzten der Bundesliga-Tabelle tun sich auch in der 2. Runde des DFB-Pokals ziemlich schwer. Doch während Bochum beim Drittligisten spät jubelt, präsentiert sich Schalke in Hoffenheim desaströs. Wolfsburg siegt im Derby, während Zweitliga-Spitzenreiter Darmstadt Mönchengladbach übertölpelt.

SV Darmstadt 98 - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0)

Borussia Mönchengladbach hat sich beim mitreißenden Zweitliga-Spitzenreiter Darmstadt 98 früh aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Daniel Farke enttäuschte beim 1:2 (0:1) gegen aufmüpfige Lilien über weite Strecken und verpasste nach einer uninspirierten Vorstellung den Einzug ins Achtelfinale. Phillip Tietz (23.) und Aaron Seydel (79.) schockierten den favorisierten Bundesligisten im stimmungsvollen Stadion am Böllenfalltor - und sorgten nach 2013 für den erneuten Sieg des Underdogs. Luca Netz (48.) war nur der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. Schon vor neun Jahren waren die Fohlen im Elfmeterschießen in der ersten Runde beim damaligen Drittligisten Darmstadt gescheitert.

Die Partie vor 15.850 Fans startete für die Borussen mit einem Schockmoment. Torhüter Yann Sommer knickte früh beim Abfangen einer Hereingabe um, er konnte zunächst zwar weiterspielen, musste dann aber doch bereits nach zwölf Minuten durch Tobias Sippel ersetzt werden. Auch sonst lief beim Bundesliga-Sechsten nicht viel zusammen. Behäbig, ideenlos, anfällig - so präsentierte sich Farkes Elf, die lange kein Mittel gegen den leidenschaftlichen Auftritt der Darmstädter fand. Tietz bestrafte Gladbach, als er nach überlegter Vorarbeit von Marvin Mehlem nur noch einschieben musste.

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Sommer verletzte sich früh und musste raus.

(Foto: IMAGO/Revierfoto)

Die Lilien warfen weiter alles in die Waagschale, Matthias Bader traf aus der Distanz die Querlatte (33.). Der Kracher wirkte wie ein Weckruf für die Gäste vom Niederrhein, die kurz vor der Pause erstmals gefährlich wurden. Marcus Thuram (37.) und Ngoumou (40.) scheiterten aber.

Der VfL knüpfte im zweiten Durchgang direkt daran an, Netz sorgte mit einem strammen Abschluss für den Ausgleich. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht, das am Wochenende die Zweitliga-Spitze erobert hatte, blieb aber giftig und meldete sich durch Braydon Manus (50.) Pfostenkopfball umgehend zurück. In der Folge entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. In der hitzigen Atmosphäre kam bei der Borussia aber häufig der entscheidende Pass nicht an, bei den weiter tapfer kämpfenden Darmstädtern schwanden dagegen etwas die Kräfte.

Eintracht Braunschweig - VfL Wolfsburg 1:2 (1:1)

In einem umkämpften Nachbarschafts-Duell hat Bundesligist VfL Wolfsburg nur mit Mühe das Achtelfinale erreicht. In einer lange offenen Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Niko Kovac beim Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig mit 2:1 (1:1) durch. Dabei brachte der Schwede Mattias Svanberg die Gäste in der achten Minute mit einem Flachschuss in Führung. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Maurice Multhaup, der VfL-Torhüter Koen Casteels in der 40. Minute mit einem Lupfer überwand. Den zweiten Wolfsburger Treffer erzielte der Pole Jakub Kaminski (65.).

Vor 22.000 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion übernahm der VfL nach einer vogelwilden Anfangsphase schnell das Kommando auf dem Platz. Besonders Torschütze Svanberg war von den Platzherren kaum zu halten und hätte in der 20. Minute um ein Haar zum zweiten Mal getroffen. Das 1:1 fiel dann aus dem Nichts, aber die Braunschweiger gingen nun mit breiter Brust in die Halbzeitpause. Dabei musste das Team von Coach Michael Schiele die Begegnung personell geschwächt fortsetzen. Der bis dahin sehr auffällige Immanuel Pherai musste schon nach einer knappen halben Stunde offenbar wegen Adduktorenproblemen das Spielfeld verlassen.

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Kaminski war der Held auf Wolfsburger Seite.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Seitenwechsel nahm der Zweitliga-Elfte, der in der ersten Runde den Erstligisten Hertha BSC aus dem Wettbewerb geworfen hatte, den Rückenwind aus der Schlussphase der ersten Halbzeit zunächst mit. Braunschweig kam jetzt besser in die Zweikämpfe, was Kovac mehrmals mit verärgertem Kopfschütteln quittierte.

Das Match blieb spannend, weil keine der beiden Mannschaften auf die Verlängerung spekulierte, sondern die Entscheidung in der regulären Spielzeit erzwingen wollte. In der 62. Minute fehlten den Platzherren nur wenige Zentimeter, als ein Schuss des eingewechselten Luc Ihorst den Außenpfosten streifte. Auf der anderen Seite steigerte sich Lukas Nmecha und war maßgeblich am zweiten Wolfsburger Tor beteiligt. Aber Braunschweig steckte nicht auf und ließ die Gäste nicht zum Durchschnaufen kommen.

SV Elversberg - VfL Bochum 0:1 (0:0)

Mit einem Lucky Punch hat der VfL Bochum eine Blamage mühevoll abgewendet. Das Team von Trainer Thomas Letsch kam beim Drittliga-Tabellenführer SV Elversberg zu einem glücklichen 1:0 (0:0) und erreichte zum dritten Mal in Serie das Achtelfinale. Anthony Losilla (85.) gelang der einzige Treffer, die Verunsicherung der vergangenen Wochen war dem Bundesliga-Schlusslicht in jeder Spielphase anzumerken. Die Saarländer verpassten auch im fünften Versuch die Teilnahme am Achtelfinale, zeigten aber wie auch schon beim Auftakterfolg gegen Bayer Leverkusen auf großer Bühne auch einige spielerische Glanzpunkte.

In der Offensive tat sich der Bundesligist ohne seinen Toptorjäger Simon Zoller schwer, von einem Klassenunterschied war vor 6911 Zuschauern nichts zu sehen. Stattdessen zeigte gar der Außenseiter die reifere Spielanlage, Kevin Koffi (15.) ließ eine erste Großchance liegen. Dann musste SVE-Kapitän Kevin Conrad verletzt raus.

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Umkämpfte Angelegenheit.

(Foto: dpa)

Der Saarlandpokalsieger brauchte einen Moment, um sich neu zu sortieren. Dennoch brachte der VfL außer einer abgerutschten Flanke von Christopher Antwi-Adjei an den Pfosten (40.) nichts zustande. Die Elf von Trainer Horst Steffen verteidigte aufopferungsvoll Mann-gegen-Mann über den ganzen Platz - und schaltete immer wieder blitzschnell um. Es mangelte meist nur am letzten Pass.

Nach dem Wechsel steigerte sich Bochum etwas, hielt in den Zweikämpfen besser dagegen. Philipp Hofmann (55.) köpfte nach einem Freistoß um Zentimeter rechts vorbei. Doch ganz unter Kontrolle bekam der Favorit die Konter der Elversberger nicht, Jannik Rochelt (58.) traf im dichter werdenden Nebel aus der Distanz die Unterkante der Latte.

TSG Hoffenheim - FC Schalke 04 5:1 (3:0)

Das war's dann wohl endgültig für Frank Kramer. Die heftigste Pokalklatsche für Schalke 04 seit 17 Jahren und die zweite Pleite binnen vier Tagen gegen die TSG Hoffenheim dürften das Aus für den erfolglosen Trainer bedeuten. Der heillos überforderte Aufsteiger verlor 1:5 (0:3) bei der TSG, die schon im Bundesligaspiel am Freitag deutlich beim Tabellenvorletzten gewonnen hatte (3:0). Der Israeli Munas Dabbur (5./43.), Angelino (16.), der Ex-Schalker Ozan Kabak (51.) und Pavel Kaderabek (63.) trafen für die Hoffenheimer. Die Kraichgauer sind dank des Achtelfinaleinzugs und Platz vier in der Liga unter der Regie des früheren Schalker Trainers Andre Breitenreiter voll im Soll. Für die Schalker verkürzte Dominick Drexler (69.).

Vor 15.633 Zuschauern in Sinsheim hatte Angelino bereits nach 99 Sekunden die Führung für die Hoffenheimer auf dem Fuß, der Außenverteidiger verzog aber knapp. Dabbur machte es kurz darauf besser. Die Schalker Abwehr hatte in beiden Szenen ihren Namen nicht verdient. Auch nach der Führung bestimmten die Gastgeber, die ohne Starstürmer Andrej Kramaric auskommen mussten, das Geschehen. Dabbur scheiterte an S04-Torwart Alexander Schwolow (13.).

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Die Schalker liefen meist nur hinterher. Nach rund einer Viertelstunde hielt Schwolow zunächst erneut stark gegen Dennis Geiger, Sekunden später zappelte der Ball aber doch im Netz. Angelino hatte von der Strafraumgrenze abgezogen. In der Folge offenbarte sich über weite Strecken ein Klassenunterschied. Die Schalker waren in allen Belangen unterlegen. Hoffenheim spielte Katz und Maus mit den Gästen, vergaß dabei allerdings das Toreschießen. Erst kurz vor der Pause schraubte Dabbur das Ergebnis in die Höhe.

Im zweiten Durchgang änderte sich nichts an der Dominanz der Hoffenheimer. Bevor Kabak nach einem Freistoß per Kopf traf, hatte es schon mehrmals lichterloh im Schalker Strafraum gebrannt. Auch vor dem fünften Tor von Kaderabek hätte es schon zwei oder dreimal im S04-Tor einschlagen können. Nach dem Treffer war es mit der Geduld der mitgereisten Schalker Fans zu Ende. "Kramer raus" hallte es durch die Arena. Schröder sah auf der Bank entsprechend bedient aus, daran änderte auch das Tor Drexlers nichts.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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