Fußball

Union hofft weiter auf Europa Schalke kassiert die nächste böse Klatsche

7572ed3220f378ea98aa1655431ecb64.jpg

Shkodran Mustafi erwischte keinen guten Tag.

(Foto: Pool via REUTERS)

Der FC Bayern tut, was er gegen Werder Bremen fast immer tut: er gewinnt. Der 1. FC Union darf weiter leise vom Europapokal träumen, während Mainz im Abstiegskampf ganz tief durchatmen darf. Beim FC Schalke dagegen schwankt die Stimmung zwischen Entsetzen und Erschrecken über die eigene Leistung.

1. FC Union Berlin - 1. FC Köln 2:1 (0:1)

Der 1. FC Köln hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga den nächsten Rückschlag kassiert. Beim 1. FC Union Berlin verlor das Team von Trainer Markus Gisdol nach einer mäßigen Leistung 1:2 (1:0) und liegt weiter nur knapp vor den Abstiegsrängen. Der FC wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg. Die zuletzt formschwachen Berliner dürfen dagegen nach dem ersten Heimsieg seit knapp zwei Monaten den Blick wieder auf die Europapokal-Plätze richten. Mit 38 Punkten ist die Europa-League-Qualifikation im Bereich des Möglichen. Der Ex-Herthaner Ondrej Duda (45.+2, Foulelfmeter) traf kurz vor der Pause zur Kölner Führung. Kapitän Jonas Hector war von Robin Knoche zu Fall gebracht worden. Max Kruse (48., Handelfmeter) und Kapitän Christopher Trimmel (67.) drehten das Spiel für Berlin.

In einer intensiven Anfangsphase erspielte sich Union ein deutliches Chancenplus. Grischa Prömel schob den Ball im Fallen knapp am Tor vorbei (4.), Petar Musa (6./8.) scheiterte doppelt aus kurzer Distanz - der FC überstand die erste Viertelstunde nur mit Mühe und etwas Glück schadlos. Allerdings stabilisierte sich Köln. Über viele einfache Pässe und Querverlagerungen hielten die Gäste den Ball in den eigenen Reihen und gewannen mehr Sicherheit. Ins letzte Drittel stieß der FC dabei aber zu selten vor. Chancen wie durch Salih Özcan (23.) hatten deshalb Seltenheitswert.

4288102e0f4a6f688ba03bfcb7ad033c.jpg

Kruse, immer wieder Kruse.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Auch Union tat sich spielerisch zunehmend schwer, auch wenn die Berliner weiterhin die besseren Möglichkeiten hatten. Kruse (25.) scheiterte an Torhüter Timo Horn. Kurz darauf lenkte Kölns Noah Katterbach einen Kopfball von Nico Schlotterbeck an die Latte (28.). Beide Teams neutralisierten sich bis zur Pause weitgehend im Zentrum - dann traf Duda zur glücklichen Führung. Diese hatte aber nicht lange Bestand. Kurz nach dem Seitenwechsel blockte Marius Wolf den Ball mit dem nicht angelegten Arm. Kruse ließ sich die Chance nicht nehmen.

Die Begegnung blieb umkämpft und geprägt von vielen Nickligkeiten, die den Spielfluss störten. Gefährlich vor das gegnerische Tor kamen beide Teams nur noch selten. Eine der wenigen Chancen nutzte Trimmel.

1. FSV Mainz 05 - SC Freiburg 1:0 (0:0)

Der FSV Mainz 05 heizt den Abstiegskampf an, der Druck im Keller steigt. Die Mannschaft von Trainer Bo Svensson bezwang den SC Freiburg durch ein spätes Tor von Robin Quaison mit 1:0 (0:0) und kletterte zumindest für eine Nacht auf den Relegationsplatz. Lange sah es aufgrund fahrlässiger Chancenverwertung nach dem dritten Mainzer Spiel in Folge ohne Tor aus, ehe der Schwede Quaison (84.) die Rheinhessen zwölf Minuten nach seiner Einwechslung erlöste und Freiburg den nächsten Dämpfer im Rennen um die Europapokalplätze verpasste.

Seit dem zehnten Spieltag hatte Mainz mit teilweise bereits riesigem Rückstand auf einem direkten Abstiegsrang festgehangen, schon in der katastrophalen Hinrunde mit nur sieben Punkten hatte der FSV in Freiburg den einzigen Sieg verbucht. Gegen keinen anderen Klub feierten die 05er in der Bundesliga mehr Siege (14). Auf dem frisch verlegten Rasen in Mainz waren die Gastgeber von Minute eins an bissig, liefen Freiburg hoch an und erzwangen durch kompromisslose Zweikampfführung immer wieder Ballverluste. Früh ergab sich so für Jonathan Burkardt (3.) eine gute Chance. Die Gäste, bei denen Jonathan Schmid mit seinem 274. Einsatz Franck Ribery als französischen Bundesliga-Rekordspieler ablöste, fanden hingegen kaum Lücken in der Mainzer Defensive.

99db9c8579378cff0e7a8798cf93344e.jpg

Der Moment der Erlösung.

(Foto: dpa)

Das große Mainzer Manko war zuletzt der Torabschluss, und in der 20. Minute zeigte sich, warum. Adam Szalai kam aus rund zehn Metern frei zum Schuss, zielte aber direkt auf die Mainzer Leihgabe Florian Müller im Freiburger Tor. Spätestens als Danny da Costa vier Minuten später aus der Distanz die Latte traf, wäre eine 05er-Führung verdient gewesen. Freiburgs Trainer Christian Streich dirigierte an der Seitenlinie wie wild, sein Team fand nach vorne aber kaum statt - bis der Sport-Club in der 40. Minute mit zwei schnellen Pässen die Mainzer Hintermannschaft überrumpelte. Roland Sallai lief alleine aufs Tor zu, traf aber nur den Außenpfosten. Nach dem Seitenwechsel setzte der Ungar einen Freistoß aus gut 17 Metern an die Latte (59.).

Auch auf der Gegenseite mühte sich Mainz gegen nun mutigere Freiburger zunächst vergeblich. Erst parierte Müller einen abgefälschten Schuss von Leandro Barreiro (60.) stark, aber nach 65 Minuten hätte das 1:0 für den FSV fallen müssen. Doch der eingewechselte Robert Glatzel drosch eine Hereingabe aus wenigen Metern übers Tor. Besser machte es dann Quaison mit seinem Abstauber-Treffer.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 5:0 (1:0)

Eigentor Nummer vier und das elfte sieglose Spiel in Serie: Nach einer krachenden 0:5 (0:1)-Pleite beim VfL Wolfsburg taumelt Schalke 04 weiter der Zweitklassigkeit entgegen. Nach einer soliden ersten Halbzeit brachen die Gäste im zweiten Durchgang dramatisch ein und sind in dieser Verfassung nicht mehr vor dem Abstieg zu retten. Bezeichnenderweise leitete ein Eigentor von Shkodran Mustafi die deutliche Niederlage ein. Der Abwehrchef der Gelsenkirchener fälschte in der 31. Minute einen Schussversuch von Admir Mehmedi per Kopf unhaltbar ins eigene Tor ab.

Der bis dahin eher unauffällige Wout Weghorst baute den zu diesem Zeitpunkt noch etwas schmeichelhaften Vorsprung der Platzherren aus. Der Niederländer war in der 51. Minute aus zehn Metern erfolgreich, es war sein 16. Saisontreffer. Gehen die nun demoralisierten Schalker trafen in der Folgezeit auch Ridle Baku (58.), Josip Brekalo (64.) und Maximilian Philipp (79.). Mustafi leistete sich vor dem 0:3 einen Ballverlust am eigenen Strafraum.

7572ed3220f378ea98aa1655431ecb64.jpg

Der Blick geht nach unten.

(Foto: Pool via REUTERS)

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner schenkte in der Innenverteidigung den beiden Corona-Sündern John Anthony Brooks und Marin Pongracic sein Vertrauen. Die beiden Defensivspieler waren am Freitag zu einer Geldstrafe in fünfstelliger Höhe und sozialer Arbeit verdonnert worden, weil sie an einer Privatparty ohne Mundschutz und ohne den gebotenen Mindestabstand teilgenommen hatten. Die Gäste erwiesen sich zwar als bissige Zweikämpfer, waren aber offensiv mehr als harmlos. Coach Dimitrios Grammozis schlug in der leeren Volkswagen-Arena mehrfach entsetzt die Hände vors Gesicht.

Aber auch der Tabellendritte fand nach zwei Pflichtspielniederlagen in Serie nur schwer in die Partie. Grundsätzlich technisch überlegen verdarben sich die Norddeutschen ihre Aktionen durch ein schlampiges Passspiel. So konnte sich die Schalker Defensive zumindest bis zum Seitenwechsel immer wieder rechtzeitig positionieren und Konterattacken beginnen. Und zunächst gelang es ihr auch, Weghorst gut abzuschirmen. Der Niederländer rannte sich immer wieder fest und kam vor dem Seitenwechsel zu keiner klaren Einschussmöglichkeit. Was sich nach Wiederbeginn nicht zur beim VfL-Torjäger änderte.

Werder Bremen - FC Bayern München 1:3 (0:2)

Tabellenführer Bayern München hat sich mit einem lockeren Erfolg bei Lieblingsgegner Werder Bremen zumindest vorübergehend vom ersten Verfolger RB Leipzig abgesetzt. Das Team von Trainer Hansi Flick siegte mit 3:1 (2:0) im Weserstadion und besitzt mindestens bis Sonntag fünf Punkte Vorsprung auf die Sachsen. Nationalspieler Leon Goretzka erzielte per Kopf nach einer Ecke das 1:0 für die Münchner (22.). Der starke Thomas Müller hatte den Ball verlängert und der 26-Jährige vollendete mit Wucht aus kurzer Distanz. Nach einer blitzschnellen Kombination über Joshua Kimmich und einer technisch bemerkenswerten Vorlage von Müller erhöhte Serge Gnabry noch vor der Pause auf 2:0 (35.).

Das 3:0 von Robert Lewandowski (67.) hatte dann historischen Charakter. Der 32-Jährige holte mit seinem 32. Saisontreffer in der Liste der Bundesliga-Rekordtorjäger Klaus Fischer auf Platz zwei ein - beide stehen bei 268 Treffern. Nur Sturm-Ikone Gerd Müller hat mehr (365). Für die Gastgeber verkürzte Niclas Füllkrug (85.). Mit dem sicheren Sieg setzte der Titelfavorit seine eindrucksvolle Serie gegen die Hanseaten fort. 29 Pflichtspiele ist der FCB seit 2008 gegen Werder ungeschlagen. Die Bremer mussten die Niederlage einplanen, bleiben mit 30 Punkten dennoch klar auf Kurs Klassenerhalt.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.