Fußball

So läuft der 33. Spieltag Sorry liebe Liga, aber die Wunder sind aus!

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Zwar gewinnen Niko Kovac und sein FC Bayern am 33. Spieltag nicht bei RB Leipzig, Deutscher Meister werden sie aber trotzdem. Dann aber erst nächste Woche.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Der FC Bayern kann an diesem 33. Spieltag Deutscher Meister werden. Zum siebten Mal in Serie. Eine Feier plant der Klub aber nicht - auch wegen RB Leipzig. Der einstige Klassenfeind ist Dortmunds größte Wunder-Hoffnung.

Wie läuft's beim FC Bayern?

Ausgerechnet Karl-Heinz Rummenigge gibt sich spontan Titel-milde. Um der möglichen (bislang nicht geplanten) Meisterparty des FC Bayern bereits an diesem Samstagabend nicht weiter die schwere Bürde der chronischen Trainerdiskussion aufzubürden, sagte der Klubchef diese Woche in einem Interview der "tz", des "Münchner Merkur", der "Abendzeitung" und der "Bild"-Zeitung: "Ich habe überhaupt kein Problem mit Niko Kovac. Er hat es ja auch gesagt: Wir haben überhaupt kein Problem miteinander. Aber es herrscht nun mal Erfolgsdenken beim FC Bayern. Das ist auch notwendig." Und so eine Meisterschaft, auch wenn's bereits die 29. (!) ist, die sehen sie in München immer noch als Erfolg an. In Sack und Tüten ist das Projekt "29" aber noch nicht. Der Weg zum Titel - genauer gesagt, der Weg zum Double - führt über RB Leipzig. Erstmal an diesem 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga (alle Spiele, außer Eintracht Frankfurt gegen den FSV Mainz 05 gibt's ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) und dann zwei Wochen später beim DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion.

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Wird der FC Bayern am 33. Spieltag Deutscher Meister?

Um das Projekt "29" zu finalisieren, reicht dem FC Bayern ein Sieg. Alle anderen eigenen Ergebnisse und alle andere möglichen Resultate von Verfolger Borussia Dortmund sind bei aktuell vier Punkten Vorsprung mit Mathematik verbunden. Mit all diesen "Hätte-wäre-wenn"-Szenarien möchte sich Kovac nicht beschäftigen, erst recht nicht in dieser Woche, die sich mit Sensationen, Wundern, Wahnsinnen und Irrsinnen überschlägt.

In aller Sachlichkeit sagt er: "Man hat es ja gesehen: Der Fußball ist verrückt, er bringt so viele schöne und so viele traurige Emotionen. Deswegen werde ich den Tag nicht vor dem Abend loben. Ich habe in meinem Leben allzu oft gelernt, dass man erst alles erledigen muss, bevor man sich feiern lässt oder feiert." Einen gewichtigen Teil dieses Erkenntnisgewinns hat Kovac in seinem ersten Jahr als Coach eingefahren. "Es war schon ein Rauf und Runter. Sinus, Cosinus, Tangens - es war schon viel. Die Ansprüche sind bei Bayern hoch. Man ist hier verpflichtet, Erfolg zu haben. Alles weniger als Erfolg bedeutet Misserfolg. Es hilft, dass ich hier Spieler war. Aber man lernt nie aus. Die letzten zehn Monate waren sehr lehrreich, sehr intensiv. Und wenn's mal ein bisschen ruhiger wäre, wäre das auch nicht so schlecht ..."

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Und wie läuft der Knaller gegen RB Leipzig nun?

Der FC Bayern bekommt große Probleme gegen RB Leipzig. Das sagt Dietmar Hamann. Gut, der hatte auch gesagt, dass Stürmer Robert Lewandowski zum Problem für den FC Bayern werden könnte. Sei's drum. Niko Kovac sagt: "Es wird ein sehr interessantes Spiel werden." Hmmm..., und was sagt RB-Coach Ralf Rangnick? "Wir wollen die bestmögliche Leistung gegen die Bayern auf den Platz bringen. Wir haben richtig Bock auf dieses Spiel." Nun, als Trailer für den nächsten Sensations-Wunder-Wahnsinn-Blockbuster in dieser Sensations-Wunder-Wahnsinn-Woche taugt das alles nicht, wohl aber unser Tipp: Es gibt ein wundervoll-sensationelles 3:3 nach 0:3-Rückstand der Leipziger! Und Meister werden die Bayern nächste Woche.

Wie geht's Borussia Dortmund?

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Hans-Joachim Watzke hat noch Hoffnung.

(Foto: imago images / Sportfoto Rudel)

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke findet, dass der Kampf um die Deutsche Meisterschaft erst entschieden ist, wenn der Kampf um die Deutsche Meisterschaft entschieden ist. "Der Rest Hoffnung", so hatte er den "Ruhr Nachrichten" nach dem unfassbar verpatzten 2:2 am vergangenen Spieltag bei Werder Bremen gesagt, "verschwindet erst, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist." Diese Hoffnung ist aber nun ausgerechnet an den einstigen Klassenfeind aus Leipzig gebunden. "Sie werden alles geben", sagte Watzke dem "Kicker" und dann holte der einstige Chefkritiker des sächsischen Fußball-Konstrukts auch noch zum Charmeoffensivchen aus: "Sie machen es in Leipzig sportlich gut. Top, wirklich top." Trainer Ralf Rangnick sei "ein Klassemann". Allerdings sagt Watzke auch: Gefallen tue ihm das Reagenzglas-Produkt des deutschen Fußballs nach wie vor nicht besonders. Aber in der Not..., Sie kennen das. Irgendwie müssen diese vier Punkte Rückstand in zwei noch verbliebenen Spielen schließlich aufgeholt werden. Das nächste Wunder? Warum nicht. Aktuell floriert das Geschäft mit den Phänomenen ja prächtig. Aber gegen die erstaunliche Fortuna aus Düsseldorf kannste daheim tatsächlich auch mal ohne Wunder drei Punkte einfahren. Tipp: 2:0.

Steigt an diesem Spieltag jemand ab?

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Thomas Doll hat einen sehr großen Glauben daran, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt noch schaffte. Nun denn, ran ans Wunderwerk!

(Foto: REUTERS)

Aber ja. Und es trifft sogar zwei Mannschaften. Den 1. FC Nürnberg, aktuell Tabellen-17., und Hannover 96, aktuell Tabellen-18. Die Nürnberger haben vor ihrem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach fünf, die Hannoveraner vor ihrem ebenfalls Heimspiel gegen den SC Freiburg sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, der vom VfB Stuttgart (spielt gegen Wolfsburg) besetzt ist. Zwar glauben sowohl die Vertreter des FCN als auch die von H96 weiter an ihre Chance - das ehrt sie sehr -, aber sie bemühen doch übertrieben schräge Wunder-Wünsche (wir können es langsam nicht mehr hören-lesen, müssen es aber trotzdem schreiben): "Wenn man sieht, wie Liverpool zurückgekommen ist - niemand hat das erwartet. Genauso erwartet niemand das bei uns, deswegen haben wir die Chance, das noch zu schaffen", sagte Glubberer-Kapitän Hanno Behrens - und er sprach damit laut aus, was sie auch in Hannover 96 fühlen. "Wir haben gesehen, was Glaube und Mentalität bewirken. Das ist das Geile im Fußball", sagt Trainer Thomas Doll. "Wir sollten an die Chance glauben." Dolls Glaube an den Klassenerhalt, so sagt er auch, sei "sehr groß" (Anmerk. d. Red.: ist das wirklich so?). Der Ligaverbleib wäre verglichen mit den Comeback-Siegen von Liverpool und Tottenham ein noch "größeres  Wunder, weil wir schon vor Wochen abgeschrieben waren". Aber es ist auch so: "Wir sollten uns nicht mit solchen Truppen vergleichen". Wunderbefreite Tipps: Stuttgart holt 'nen Punkt gegen Wolfsburg (1:1), Nürnberg holt 'nen Punkt gegen Gladbach (1:1) und Hannover holt 'nen Punkt gegen Freiburg (1:1).

Was ist sonst noch so los?

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Julian Nagelsmann verabschiedet sich am Samstag aus Hoffenheim.

(Foto: imago images / Horstmüller)

TSG Hoffenheim - Werder Bremen: Ene mene meck - und einer ist weg. Wer verliert, hat keine (Bremen) oder schlechte (Hoffenheim) Chancen auf Europa. Das bessere Blatt aktuell hat Hoffenheim. Ob sie im Kraichgau nach der Vehemenz-Kritik von Stürmer Andrej Kramaric an Trainer Julian Nagelsmann aber auch die bessere Stimmung haben? "Rechnerisch ist noch ein ganz großer Wurf drin, zumindest aber die Europa League", sagt Nagelsmann vor seinem letzten Heimspiel. Und auch sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt - OBACHT SPOILER ES KOMMT TATSÄCHLICH WAS MIT WUNDER - träumt als Neunter noch von Europa: "Die Champions-League-Partien haben ja wieder deutlich gezeigt, dass du niemals aufgeben darfst. Du musst an deine Ziele glauben und voller Überzeugung sein." Tipp: 2:2, Werder ist weg.

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Bayer Leverkusen - FC Schalke 04: Beim FC Schalke 04 ist nach dieser absurd schlechten Saison vieles geklärt. Zum Beispiel der Klassenerhalt. Zum Beispiel die Trainerfrage. Ist das nun gut, oder schlecht? Anspannung weg, oder Spielermotivation als Empfehlung für den neuen Trainer David Wagner? Aus Sicht der Schalker wäre das zweite Szenario besser, sonst droht den "Königsblauen" bei Bayer ein ähnlicher Kollaps wie Eintracht Frankfurt vergangene Woche. Leverkusen jedenfalls bleibt weiter heiß auf die Champions League. Trainer Peter Bosz erwartet nicht weniger als erneut eine Top-Leistung. (Top)-Tipp: 5:0.

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Martin Schmidt coacht im unbedeutendsten Spiel der 33. Runde - für den FC Augsburg ist das eine gute Nachricht.

(Foto: imago images / Eibner)

FC Augsburg - Hertha BSC: Heiliger Bimbam, da empfängt doch tatsächlich der Tabellen-14. den Tabellen-11. zum unwichtigsten Spiel der 56. Bundesliga-Saison. Nun kann es so werden: 0:0, keine Anspannung, keine Tore. Es kann aber so werden: 5:5, alles egal, einfach machen. Beides Quatsch, Tipp: 3:3 und damit das beste Spiel der 33. Runde.

Eintracht Frankfurt - 1.FSV Mainz 05 (Sonntag, 18 Uhr): Die Deutsche Fußball-Liga hat ein Einsehen mit den völlig erschöpften Eurofightern der Eintracht. Sie verlegt den Anstoß um 26,5 Stunden nach hinten. Ob das reicht, um die dramageschundenen Körper nach dem Europa-League-Elfmeter-Knockout zu regenerieren? Ob das reicht, um im Kampf um die Champions-League-Qualifikation zu bestehen? Sportvorstand Fredi Bobic baut schon mal vor: "Egal was rauskommt, es ist ein überragendes Jahr." Tipp: 1:0.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich glaube nicht, dass ich Bruno mit einem Kasten Bier beeindrucken kann."
Das sagt Hannovers Trainer Thomas Doll auf die Frage, ob er sich schon bei Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia gemeldet und um Schützenhilfe im Abstiegskampf gebeten habe.

Quelle: n-tv.de

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