Fußball

Bayern fehlt "Killer-Mentalität" Trainer Kovac rechnet sich zum Meistertitel

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Zwei statt der erwarteten vier Punkte gab es für die Bayern im Sonntagsspiel.

(Foto: imago images / DeFodi)

Der FC Bayern verpasst in der Fußball-Bundesliga überraschend einen Sieg beim Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg. Und so sitzt der BVB den Münchnern wieder im Nacken, das Rennen um die Meisterschaft bleibt offen. Trainer Niko Kovac orakelt über "verrückte Ergebnisse". Sein Team jedenfalls bleibt unberechenbar.

Niko Kovac ärgerte sich mächtig über den verpassten "Matchball" des FC Bayern im Titel-Zweikampf mit Borussia Dortmund. Das glückliche und am Ende ebenso dramatische wie verrückte 1:1 (0:0) am frühen Sonntagabend beim verzweifelt gegen den Abstieg kämpfenden 1. FC Nürnberg war nicht die Ausbeute, die sich die Münchner vorgestellt hatten. Statt auf vier Punkte wuchs der Vorsprung des Tabellenführers der Fußball-Bundesliga an diesem 31. Spieltag auf den BVB lediglich auf zwei Zähler. Der hatte am Samstagnachmittag überraschend gegen den FC Schalke 04 verloren und sich, so sagte es Trainer Lucien Favre, bereits aufgegeben: "Der Titel ist verspielt."

Kovac argumentierte: "Die Rechnung ist relativ einfach, dafür braucht man keine höhere Mathematik studiert zu haben. Wir müssen sieben Punkte holen, wenn der BVB in den letzten drei Spielen alles holt." Die Bayern, die in der Tordifferenz klar vor dem BVB liegen, müssen noch gegen Hannover antreten, in Leipzig und wieder daheim gegen Frankfurt. Dortmunds Restprogramm: in Bremen, daheim gegen Düsseldorf und in Mönchengladbach.

Auch wenn der Vorteil weiter beim FC Bayern liegt, scheint in dieser turbulenten Saison noch vieles möglich. "Man hat gesehen, dass es verrückte Ergebnisse in den letzten Wochen gibt - und wahrscheinlich an den nächsten drei Spieltagen auch", orakelte Kovac. Zumal seine Mannschaft unberechenbar bleibt. Alle hatten erwartet, dass das 2:4 der Dortmunder gegen Schalke den Bayern einen Schub versetzen würde, um in Nürnberg eine Vorentscheidung herbeizuführen. Weit gefehlt.

Bayern fehlt derzeit der Killer-Instinkt

Sportdirektor Hasan Salihamidzic vermisste die "Killer-Mentalität" und kritisierte den laschen Auftritt vor 50.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion. "Wir konnten unser Spiel nie aufziehen. Wir haben keine Frische gahabt. Wir hatten keine Aktionen nach vorne. Wir haben glücklich einen Punkt geholt." Die "Steilvorlage" des BVB nicht genutzt zu haben, sei "ärgerlich und enttäuschend". Nürnbergs Trainer Boris Schommers dagegen war "stolz" auf sein Team, das "90 Minuten auf Augenhöhe" mit den großen Bayern agiert habe.

Der Club hatte gleich zweimal den Sensationserfolg vor Augen. Einmal nach dem 1:0 von Matheus Pereira (48. Minute), das Bayerns Serge Gnabry (75.) ausgleichen konnte. Und beim Foulelfmeter in der Nachspielzeit, den Tim Leibold an den Innenpfosten schoss. Das Glück der Münchner wäre komplett gewesen, wäre Kingsley Coman beim letzten Angriff des Spiels frei vor dem herausragend haltenden Torhüter Christian Mathenia das Siegtor gelungen. "Aber das hatten wir uns heute nicht verdient", sagte Abwehrspieler Mats Hummels: "Das war nicht das Niveau, das wir von uns erwarten."

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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