Fußball

So läuft der Borussen-Auftaktkracher Tuchel betont die Jungfrau, Favre fiebert

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Mit Thomas Tuchel will der BVB zurück in die Bundesliga-Spitze.

(Foto: imago/Eibner)

Beim Treffen der Borussias aus Dortmund und Gladbach gibt Thomas Tuchel sein Bundesligadebüt für den BVB und will vieles anders machen. Die Gäste und Lucien Favre würden am liebsten ansetzen, wo sie aufgehört haben.

Worum geht's?

Darum, wie sich Thomas Tuchel in Dortmund als Nachfolger Jürgen Klopps macht. Darum, ob der BVB mit einer Mannschaft wie Borussia Mönchengladbach mithalten kann, die in der vergangenen Saison viel besser Fußball spielte und 20 Punkte mehr als die Dortmunder sammelte. Und es geht darum, ob an diesem Samstag im Westfalenstadion (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) vielleicht zwei Teams gegeneinander spielen, die es am Ende vielleicht sogar mit dem großen FC Bayern aufnehmen können. Zumindest den Gladbachern und ihrem Trainer Lucien Favre ist das zuzutrauen, auch wenn der Rückstand auf den Deutschen Meister zuletzt 13 Zähler betrug. Aber immerhin sind sie, was das betrifft, den Münchnern näher als den Dortmundern - auch wenn die mit dem lockeren 5:0 gegen den Hamburger SV direkt wieder vorgelegt haben.

Wie sind Tuchels Dortmunder drauf?

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Henrikh Mkhitaryan (r.) ist einer der Gewinner der BVB-Vorbereitung.

(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

Der BVB hat seinem Gegner zumindest eines voraus - zwei Partien mehr in dieser Saison. Während sich die Mönchengladbacher nämlich als Tabellendritter direkt in die Champions League katapultiert hatten, landeten die Dortmunder, die da noch Klopps Dortmunder waren, nach einer desaströsen Hinrunde am Ende immerhin noch auf Rang sieben. Was bedeutete, dass sie versuchen dürfen, sich für die Gruppenphase der Europaliga zu qualifizieren. Gegen den Wolfsberger AC aus Österreich hat das schon gut geklappt, dem 1:0 im Hinspiel folgte ein 5:0 im eigenen Stadion. Jetzt gilt es die zweite und letzte Hürde zu nehmen, Gegner am 20. und 27. August ist eine Mannschaft aus Norwegen, von der wir noch nie etwas gehört haben: Odds BK. Ansonsten wollen sie nach einer nahezu traumatischen Saison vieles besser machen und emanzipieren sich deshalb von ihrem alten Trainer. Klopp war sieben Jahre beim BVB, gewann zweimal die Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal, führte das Team ins Finale der Champions League und sechs Mal in einen europäischen Wettbewerb. Da muss sich Tuchel, der mit dem FSV Mainz in seinem Leben bisher nur eine Profimannschaft trainiert und ein Sabbatjahr hinter sich hat, erst einmal strecken. Und Klopp muss erfahren, dass der Neue alles anders macht - und zum Beispiel vor dem Training jedem Spieler die Hand gibt. Seine erste Entscheidung der härteren Art hat er auch hinter sich: Roman Weidenfeller sitzt auf der Bank, sein Namensvetter Bürki, vom Absteiger aus Freiburg gekommen, steht im Tor. Tuchel berichtete: "Wir hatten ein offenes und gutes Gespräch, bei dem Roman Weidenfeller Sportsgeist bewiesen hat."

Wie läuft's bei Favres Gladbachern?

Der Trainer mag nicht jammern, das hat er oft genug betont. Also beklagt sich Favre nicht darüber, dass Max Kruse nun für den VfL Wolfsburg seine Tore schießt. Und auch nicht darüber, dass Christoph Kramer, seines Zeichens Weltmeister, vertragsgemäß zum TSV Bayer 04 Leverkusen zurückgekehrt ist. Wobei - vielleicht ist das bei einer Partie in Dortmund gar nicht so schlimm, dass Kramer nicht mehr dabei ist. Schließlich war er es, der beim Gastspiel in der vergangenen Saison für das Eigentor des Jahres gesorgt hatte - und damit für den 1:0-Sieg des BVB. Sei's drum, die Gladbacher sind gut aufgestellt.

So haben sie allem Anschein nach mit Lars Stindl einen Spieler von Hannover 96 verpflichtet, der im Mittelfeld so polyvalent ist, wie es sich sein Trainer wünscht. Beim 4:1 in Hamburg gegen den FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals am Montag bildete er mit Flügelflitzer Ibrahima Traoré ein nahezu perfektes Duo auf der rechten Seite. Stindl konstatierte dann hinterher auch, dass "der Fußball, den Borussia spielt, bestens zu mir passt". Und Favre? Hielt sich erst vornehm zurück und lobte beide dann doch als "ziemlich gut". Wahrscheinlich, weil er ahnte, dass es heute beim BVB ein wenig schwerer werden könnte. "In Dortmund vor dieser großen Kulisse zu spielen, ist immer speziell. Es wird ein interessanter Auftakt."

War sonst noch was?

Noch einmal zurück zu der Frage, wie gut denn nun dieser Tuchel und die Dortmunder zueinander passen. Abgesehen davon, dass Leistungsträger wie Marco Reus, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und der aufblühende Henrikh Mkhitaryan vom neuen Trainer nahezu schwärmen, haben wir im Berliner "Tagesspiegel" von einer Quelle mit prophetischer Gabe gelesen. Jannis Okun aus Hamburg ist 26 Jahre alt, studiert Kriminologie - und bezeichnet sich als Sportastrologe. Er sagt, dass alles gut wird. Wir zitieren: "Tuchel hat eine starke Jungfraubetonung, die gehen nur äußerst selten in die Breite." Zudem sei die Jungfrau das gesundheits- und ernährungsbewussteste Zeichen im Tierkreis. Das war uns auch schon aufgefallen. Und jetzt kommt's: "Jupiter, der nun zunächst über Tuchels Merkur und Sonne läuft, sollte ihm nicht nur Glück bringen, sondern auch wieder ein paar Kilos mehr." Liebe BVB-Fans, wir fassen das mal zusammen: Wird schon.

Quelle: ntv.de