Fußball

Blamage belegt die Kader-Not Und was passiert jetzt beim FC Bayern?

124891010.jpg

Zwischen Sportdirektor und Trainer gibt es keine Meinungsverschiedenheiten, sagt Hasan Salihamidzic.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus Sicht von Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist die Diskussion mit Trainer Hansi Flick über Winter-Neuzugänge beim FC Bayern beendet. "Das Thema ist für mich durch. Und für Hansi meinem Eindruck nach auch." Nicht geklärt ist weiterhin die Frage, ob sich im Münchner Kader noch etwas tut.

Hasan Salihamidzic hat Wintertransfers beim FC Bayern wegen der angespannten Personalsituation nicht komplett ausgeschlossen. Man müsse in so einer Phase besonders eng zusammenstehen und gemeinsam überlegen, was das Beste ist, sagte der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten der "Bild am Sonntag". "Oft ergeben sich dann Lösungen, die man nicht auf dem Zettel hatte: zum Beispiel junge Spieler, die ins kalte Wasser geworfen werden und überraschen, oder auch Positionswechsel, die so nicht vorgesehen waren, aber funktionieren. Oder ein Transfer. Wir müssen sehen."

*Datenschutz

In der Hinrunde hatten sich so etwa der Kanadier Alphonso Davies als Linksverteidiger oder das niederländische Sturm-Talent Joshua Zirkzee als Spielentscheider in den Vordergrund gespielt. An eine mögliche Verpflichtung neuer Spieler bis Ende Januar, dann schließt das Transferfenster, knüpfte Salihamidzic allerdings konkrete Bedingungen. "Der finanzielle Rahmen muss passen und - noch wichtiger - die Qualität des Spielers muss stimmen", sagte er: "Unsere Mannschaft sinnvoll zu verstärken ist nicht leicht. Außerdem ist der Transfermarkt im Winter dünn."

Vergangene Woche hatte Trainer Hansi Flick in der "Süddeutschen Zeitung" mindestens zwei Spieler als Verstärkung des verletzungsgeplagten Kaders verlangt. Für höchste Ziele und Titelgewinne, die der Coach als Ambition gerne mitträgt, brauche man "auch einen Kader, der in der Tiefe genügend Substanz und Qualität besitzt".

Der 54-Jährige sieht vor allem auf der Position des Rechtsverteidigers und auf den offensiven Außenbahnen Bedarf. Eine Verpflichtung des im Sommer heftig umworbenen deutschen Nationalspielers Leroy Sané von Manchester City, der nach seinem Kreuzbandriss gerade wieder ins Training eingestiegen ist, ist aktuell kein Thema. Das erklärte Salihamidzic im Trainingslager in Doha. Der FC Bayern brauche in der jetzigen Situation Spieler, die sofort weiterhelfen würden. Das ist bei dem Außenstürmer nicht der Fall. Der hatte erst am Samstag via Instagram verkündet, dass er noch "einen weiten Weg" zu gehen habe. Der offenbar umworbene Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs vom AS Monaco soll derweil einen Wechsel zum Tabellenführer RB Leipzig vorziehen.

Erneut Redebedarf nach peinlicher Pleite

Salihamidzic zeigte zwar Verständnis für die Forderungen, tadelte den Bayern-Coach allerdings auch für sein öffentliches Vorpreschen. "Ich war überrascht über das mediale Betreiben der Kaderplanung. Davon bin ich kein Freund", sagte der 43-Jährige ebenfalls zuletzt in Doha. Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden aufgrund der Personaldebatte bestritt er jedoch erneut. "Das Thema ist für mich durch. Und für Hansi meinem Eindruck nach auch", erklärte Salihamidzic nun der "Bild".

Flick hatte derweil nach der peinlichen 2:5-Niederlage der Münchner im Testspiel am Samstagabend bei Zweitligist 1. FC Nürnberg weitere Gespräche mit dem Sportdirektor angekündigt. "Wir fahren jetzt nach Hause und werden uns nochmal zusammensetzen und die ganzen Dinge besprechen. Gemeinsam werden Hasan und ich noch einmal analysieren, was machbar ist und was nicht." Auch aus der Mannschaft kamen erneut kritische Stimmen. "Wenn wir bis zum Ende auf drei Hochzeiten tanzen wollen, sind wir darauf angewiesen, mehr fitte Spieler als nur 13 oder 14 zu haben. Fakt ist, dass wir momentan dünn besetzt sind", beklagte Joshua Kimmich.

Die verletzten Lucas Hernandez, Kingsley Coman, Javi Martinez und Niklas Süle sowie der gelbgesperrte Kimmich fallen beim Rückrundenauftakt bei Hertha BSC am kommenden Sonntag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) definitiv aus. Zählt man noch die angeschlagenen Serge Gnabry (Achillessehnenprobleme) und Robert Lewandowski, der nach einer Leisten-OP am Mittwoch wieder einsteigen soll, dazu, bleiben Flick gerade einmal zwölf gestandene Feldspieler. "Auch wenn wir im Moment weniger sind, haben wir noch genügend Qualität, um in Berlin zu gewinnen", befand Flick.

Gegen Nürnberg hatte der Coach in den ersten 45 Minuten jene Elf aufgeboten, die so auch weitgehend in Berlin auflaufen wird. Zur Pause wechselte er dann komplett durch - und der Nachwuchs ging krachend unter. "Das Spiel hatte andere Vorzeichen. Wir haben ein intensives Trainingslager hinter uns und einen langen Rückflug. Aber klar: Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein", analysierte der Trainer. "In der ersten Halbzeit habe ich einiges gesehen, was mir gefallen hat, aber auch das eine oder andere, was mir nicht gefallen hat. In der zweiten Halbzeit waren wir dann einen Ticken überfordert." Einen Zusatz machte Flick noch: "Wichtig war für mich, dass sich kein Spieler verletzt hat."

*Datenschutz

 

Apropos Bayern-Kader: Mit einem Rumpfkader bereitet sich der FC Bayern auf die Rückrunde vor. Ein Zustand, den Hansi Flick gerne ändern möchte. Er fordert Neuzugänge. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat dafür Verständnis, bremst aber. Für Jérôme Boateng ist das nicht gut. Die ganze Geschichte lesen Sie hier!

Quelle: ntv.de, tno