Fußball

Dresden nähert sich Spitze Union Berlin kriegt die Flatter

309d55a12b682cad1e972dfb75686f94.jpg

Sichtbar unzufrieden: Union-Innenverteidiger Toni Leistner.

(Foto: imago/Matthias Koch)

Der Aufstiegskampf kostet Nerven: Die Fußballer von Union Berlin scheinen dieser Belastung nicht gewachsen zu sein. Aber auch Eintracht Braunschweig und der VfB Stuttgart verlieren Punkte. Sieger des Spieltages ist Dynamo Dresden.

1. FC Union Berlin - Erzgebirge Aue 0:1 (0:0)

Der 1. FC Union Berlin muss im Vierkampf um den Aufstieg in die Bundesliga den nächsten herben Rückschlag hinnehmen. Vier Tage nach der Niederlage bei Hannover 96 (0:2) unterlag die enttäuschende Mannschaft von Jens Keller gegen Erzgebirge Aue mit 0:1 (0:0) und verpasste die mögliche Rückkehr an die Tabellenspitze. Mit 50 Punkten sind die Köpenicker nun Vierter. Den entscheidenden Treffer für Aue erzielte Calogero Rizzuto (79.). Die Sachsen setzten damit ihren Aufwärtstrend fort und holten in vier Spielen unter dem neuen Trainer Domenico Tedesco bereits zehn Punkte. Der dreimalige DDR-Meister rangiert mit nun 29 Zählern weiter vor den Abstiegsrängen und ist schon seit fünf Spielen ungeschlagen.

Vor 20.877 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei versteckten sich die Gäste nicht und drängten angeführt vom agilen Dimitrij Nazarov von Anfang an auf die Führung. Union, das zuvor im Oktober 2016 die letzte Heimniederlage kassiert hatte, offenbarte im Traditionsduell ungewohnte Schwächen in der Defensive und wurde der Favoritenrolle nicht gerecht. In einer Begegnung auf schwachem Niveau wirkten die Köpenicker in der Offensive weitestgehend ohne Ideen, Aue fehlte es nach teilweise guten Kombinationen an Kaltschnäuzigkeit. Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit steigerten sich die Ost-Berliner. Doch dann schockte Nazarov die Gastgeber.

VfL Bochum - 1. FC Kaiserslautern 0:0

Der 1. FC Kaiserslautern kommt im Abstiegskampf nicht von der Stelle. Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier holte beim VfL Bochum am 27. Spieltag nur ein 0:0 und hat nun sechs Spiele in Folge nicht gewonnen. Stürmer Jacques Zoua vergab dabei die größte Chance auf den Sieg, der Stürmer scheiterte per Foulelfmeter (21.) an Bochums Torhüter Manuel Riemann. Mit nun 29 Punkten steht Kaiserslautern auf dem 14. Rang weiter in Schlagdistanz der Abstiegsplätze. Der VfL Bochum (33) hielt mit dem vierten Remis in Serie immerhin seinen Platz im unteren Mittelfeld der Tabelle.

Vor 12.932 Zuschauern war Bochum auf Spielkontrolle aus. Die besseren Chancen ergaben sich beinahe über die gesamte Spielzeit jedoch für die teilweise stark konternden Gäste, vor allem das variable Sturmduo Zoua und Osayamen Osawe bereitete dem VfL Probleme. Auch der Elfmeter brachte jedoch nicht die Führung für Kaiserslautern: Zoua schloss schwach ab, Riemann parierte auch den Nachschuss von Christoph Moritz. Vor dem Strafstoß war Osawe von Pawel Dawidowicz gefoult worden.

TSV 1860 München - VfB Stuttgart 1:1 (1:0)

Dem VfB Stuttgart geht im Aufstiegskampf offenbar die Luft aus. Der Erstliga-Absteiger kam bei 1860 München durch den späten Treffer von Marcin Kaminski (90.+2) immerhin zu einem 1:1 (0:1), wartet aber seit fünf Spielen auf einen Sieg. Damit fielen die Schwaben vom ersten auf den zweiten Platz zurück. Die Löwen können den Abstiegskampf mit 32 Punkten noch nicht gänzlich abhaken. Romuald Lacazette hatte die Gastgeber in der 23. Minute in Führung gebracht.

Vor 47.100 Zuschauern zeigten die Gäste über weite Strecken die bessere Spielanlage, lange Zeit konnte der VfB seine Überlegenheit aber nicht in Treffer ummünzen. München agierte geschickt aus der Defensive heraus und setzte bei Kontern immer wieder Nadelstiche. Allein der ehemalige Kapitän Stefan Aigner vergab noch zwei gute Gelegenheiten für die Sechziger. Für Stuttgart hätten schon Kapitän Christian Gentner, Emiliano Insúa und Julian Green einen Treffer erzielen können. Beste Münchner waren Abdoulaye Ba und Amilton. Beim VfB, der auf seinen verletzten Offensivspieler Carlos Mané verzichten musste, wussten Anto Grgic und Ebenezer Ofori besonders zu gefallen.

Dynamo Dresden - 1. FC Heidenheim 2:1 (0:0)

Torjäger Stefan Kutschke hat Dynamo Dresden im Aufstiegsrennen gehalten. Der Angreifer erzielte am 27. Spieltag mit seinem 15. Saisontor gegen den zuletzt schwächelnden 1. FC Heidenheim das 2:1 (0:0)-Siegtor und brachte die Sachsen bis auf sechs Punkte an den Relegationsplatz heran. Mit seinem achten Tor aus den letzten sechs Spielen drehte Kutschke (86.) nach dem Ausgleich durch Erich Berko (75.) in einem umkämpften Spiel den Rückstand durch Sebastian Griesbeck (49.) endgültig in einen Dreier um. Der FCH blieb damit auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen (Vereins-Negativrekord), steht aber weiter im Niemandsland der Tabelle.

Ohne Kapitän Marco Hartmann (Muskelfaserriss im Bauchbereich) und trotz der leeren Heim-Stehplatztribüne (Strafe wegen des Bullenkopf-Wurfs im DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig) hatte Dynamo gegen defensiv eingestellte Gäste in der ersten Hälfte deutliche Feldvorteile. Dennoch dauerte es bis zur 42. Minute, bis es vor dem Gästetor wirklich gefährlich wurde. Niklas Hauptmann lauerte nach einer Hereingabe des früheren Heidenheimers Philip Heise am langen Pfosten, doch FCH-Schlussmann Kevin Müller entschärfte den Schuss aus kürzester Distanz. Kurz nach dem Seitenwechsel schlug Heidenheim mit der ersten echten Chance durch Griesbeck zu. Der 26-Jährige war nach einem verunglückten Schuss von John Verhoek im Nachsetzen zur Stelle. In der Folge rannte Dresden mit Macht an und schöpfte nach Berkos wuchtigem Kopfballtor wieder Hoffnung.

Greuther Fürth - Eintracht Braunschweig 0:0

Eintracht Braunschweig hat den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht musste sich bei der SpVgg Greuther Fürth mit einem 0:0 begnügen und liegt damit auf Relegationsrang drei. Braunschweigs Torhüter Jasmin Fejzic rettete zumindest einen Punkt, als er einen Foulelfmeter von Niko Gießelmann parierte (36.). Durch das Unentschieden hielten zwei Serien: Fürth ist seit neun Spielen ungeschlagen, Braunschweig seit acht.

Beide Mannschaften suchten vor 8035 Zuschauern sofort den Weg nach vorne, die erste Möglichkeit hatten die zuletzt dreimal in Folge siegreichen Gäste. Nach einer Hereingabe von Ken Reichel verfehlte Domi Kumbela das Fürther Tor nur knapp (12.). Fürth war zwar in der Folge die spielbestimmende Mannschaft, Braunschweig blieb aber gefährlich. Kumbela vergab auch seine zweite Möglichkeit (33.). Die beste Chance vor der Pause zur Führung hatten die Gastgeber. Nach einem Foul von Reichel am starken Khaled Narey scheiterte Gießelmann beim Elfmeter aber am Ex-Fürther Fejzic. Nach dem Wechsel neutralisierten sich beide Teams zunächst im Mittelfeld und gingen nicht das letzte Risiko ein. Große Chancen blieben daher Mangelware.

Quelle: n-tv.de, wne/sid

Mehr zum Thema