Fußball

Reaktionen zu Grindels Rücktritt "Vielleicht Zeit für eine Frau beim DFB?"

Reinhard Grindels Rücktritt sei

Reinhard Grindels Rücktritt sei "die beste Entscheidung für den deutschen Fußball".

(Foto: imago images / Christian Schroedter)

DFB-Präsident Reinhard Grindel tritt zurück, Funktionäre, Politiker, Experten und Sportler kommentieren den Schritt mit Erleichterung und Hoffnung auf eine Neuausrichtung des Verbandes in der Zukunft. Die Reaktionen im Überblick.

Reinhard Rauball (DFL-Präsident und DFB-Interims-Präsident): "Amateur- und Profivertreter sind nun gemeinsam gefordert, bis zum kommenden DFB-Bundestag die Weichen für die Zukunft zu stellen. Nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Positionierung in der Gesellschaft steht der DFB vor enormen Herausforderungen. Diese Herausforderungen gilt es, mit großer Ernsthaftigkeit, Empathie und Gestaltungswillen anzugehen. Ziel muss es dabei sein, jenseits von Einzelinteressen immer nach den besten Lösungen für den deutschen Fußball zu streben." Der Druck auf Grindel sei "in den vergangenen Wochen auf unterschiedlichen Ebenen permanent gestiegen"."

Rainer Koch (DFB-Interims-Präsident): "Reinhard Grindel hat sich mit hohem persönlichem Engagement für den DFB eingebracht und nicht nur in der Bewerbung um die EURO 2024 viel für den Verband getan. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und haben großen Respekt vor seiner Entscheidung. Unser Ziel ist es jetzt, einen gemeinsamen Kandidaten von DFB und DFL außerhalb des Präsidiums zu finden, der die Anliegen des Amateurfußballs ebenso im Blick hat wie den Spitzenfußball."

Horst Heldt (Manager Hannover 96): "Der Präsident des DFB ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Jetzt gilt es, einen geeigneten und kompetenten Mann zu finden, der die Belange von Profi- und Amateurfußball in Einklang bringt."

Annalena Baerbock (Vorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen): "(Die) Themen liegen auf der Hand: Fußball Fans zurückgeben, Spieltage nicht weiter zerteilen, Transparenz und gesellschaftl. Verantwortung nach vorne. Vielleicht (ist es) Zeit für eine kluge Frau wie Silvia Neid?"

Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler des DFB): "Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig."

Jörg Schmadtke (Sportvorstand VfL Wolfsburg): "Der Rücktritt ist eine konsequente Entscheidung von Reinhard Grindel, die es zu respektieren gilt. Auch wenn man über verschiedene Entscheidungen von ihm diskutieren und anderer Ansicht sein kann, ist es dennoch verwunderlich, dass innerhalb kürzester Zeit derart viele Geschichten an die Öffentlichkeit gelangt sind, die offenbar genau das, was jetzt passiert ist, zum Ziel hatten."

Robert Schäfer (Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf): "Der Rücktritt von Reinhard Grindel ist auch eine große Chance für den DFB, weil er den Weg freimacht für eine Erneuerung. Man sollte jetzt nicht nur über Köpfe nachdenken, sondern über zeitgemäße Strukturen."

Günter Distelrath (Präsident des Niedersächsischen und des Norddeutschen Fußballverbandes) hat den Rücktritt Reinhard Grindels "mit Bedauern zur Kenntnis genommen": "Mit ihm verliert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen Präsidenten, der sich so stark wie kaum einer seiner Vorgänger für die Belange des Amateurfußballs eingesetzt hat und maßgeblichen Anteil daran hat, dass die EURO 2024 in Deutschland ausgetragen wird."

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Dr. Theo Zwanziger (ehemaliger DFB-Präsident) in der "Rheinischen Post" (Mittwoch): "Ich bin nicht glücklich über diese Entwicklung und hoffe, dass der DFB bald wieder auf festen Boden kommt. Dieser für die Gesellschaft so unfassbar wichtige Verband braucht eine unangreifbare Führungsspitze. Daran müssen nun alle arbeiten und nicht zehn Namen von möglichen Nachfolgern hinterherlaufen. Die Strukturen innerhalb des DFB sollten so verändert werden, dass Vertrauen zurückgewonnen werden kann. Dazu gehört auch, dass man transparent und ehrlich über die Vergütung des DFB-Präsidenten redet. Das geht bei dem Aufwand nur als Hauptamt mit entsprechender Bezahlung. Alles andere ist Heuchelei und verführt zur Intransparenz".

Andreas Rettig (Geschäftsführer FC St. Pauli) sagte gegenüber dem "Express": "Auch  wenn der Rücktritt richtig war, muss die Frage gestellt werden,  warum keiner der letzten DFB-Präsidenten regulär aus dem Amt  geschieden ist. Hier sollten einmal die Strukturen auf den Prüfstand gestellt werden."

Martin Kind (Geschäftsführer Hannover 96): "Reinhard Grindels Entscheidung, vom Amt des DFB-Präsidenten zurückzutreten, verdient Respekt. Er hat in den vergangenen Monaten offensichtlich die Unterstützung in Teilen des DFB und der DFL verloren. Persönlich habe ich Herrn Grindel als DFB-Präsident geschätzt, genauso wie vorher als Schatzmeister des DFB und Vizepräsident des NFV."

Quelle: n-tv.de, ter/sid