Fußball

In Rekordzeit zum starken Chef Wie Hansi Flick den FC Bayern erobert

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Gibt den Ton an: Bayerns Cheftrainer Hansi Flick will in Katar die Basis für eine starke Rückrunde legen.

(Foto: imago images/MIS)

Kurz vor Weihnachten macht der FC Bayern Hansi Flick offiziell zum Cheftrainer für den Rest der Saison. Im Trainingslager in Doha bereitet der 54-Jährige die Mannschaft auf die Rückrunde vor. Und dabei wird deutlich, wie groß sein Einfluss bei den Münchnern bereits ist.

Um 10.45 Uhr bittet Hansi Flick bereits zur zweiten Trainingseinheit des Tages. In Katar, wo sich der FC Bayern auf die Rückrunde vorbereitet, werden die Fußballer des Bundesligisten von ihrem neuen Chef intensiv gefordert. Einheiten in kleinen Gruppen, schnelles Kurzpassspiel, schnelle Abschlüsse. Auf zwei Plätzen wird hart gearbeitet. Auf beiden ist Hansi Flick präsent. Er korrigiert klar und lautstark, er motiviert. Flick ist Chef. So sehr, dass er nicht wie ein Neuling in solch einer verantwortungsvollen Position wirkt.

Kein Zweifel, der 54-Jährige hat die ihm kurz vor Weihnachten anvertraute Rolle voll angenommen. Mit der nötigen Ernsthaftigkeit, aber auch mit Spaß, den er  schon in seiner Zeit als Interimslösung immer wieder befördert hatte. Acht Siege aus zehn Partien, eine offensive Spielidee und eine gute Stimmung in der Mannschaft hatten ihn vom Nothelfer nach der Entlassung von Niko Kovac zur Chef-Alternative werden lassen. Vorerst bis zum Ende der Saison, aber mit ausdrücklicher Option auf Weiterbeschäftigung darüber hinaus.

Und dieses Szenario hat Flick noch selbstbewusster werden lassen. Kurz nach seiner Beförderung sagte er, dass er sich nicht vorstellen könne, noch einmal als Co-Trainer bei den Bayern zu arbeiten. Diesen mittlerweile zu kleinen Schuhen scheint er in Rekordzeit entwachsen, längst ist der Rückhalt für ihn bei Spielern und Verantwortlichen zu groß für ein Zurückrücken in die zweite Reihe.

Die verlorene Dominanz ist zurück

Und den Bossen in München gefällt, was sie jetzt auf dem Platz sehen. Das Spiel der Mannschaft hat sich - für alle sichtbar - unter Flick deutlich verbessert. Der Gegner wird früher attackiert. Es gibt mehr Ballgewinne. Die Spieler können so schneller und effizienter Gegenangriffe einleiten. Die verlorene Dominanz ist zurück. Nicht immer. Aber doch sehr oft. All das darf Flick für sich und sein Team verbuchen.

Und noch etwas hat er geschafft, was seinem Vorgänger Kovac nicht gelungen war: Er hat die Spieler hinter sich gebracht. In Dauerschleife betonten Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Kollegen, wie sehr sie die Arbeit mit Flick schätzen. Die ruhige, die besonnene, manchmal väterliche Art vergleichen die Spieler mit Jupp Heynckes. Mit jenem Mann also, den sie in München wie einen Klubheiligen verehren.

Ein weiteres Indiz, wie groß der Einfluß von Flick auf seine Spieler bereits ist, ist die angepeilte, aber noch nicht erreichte Vertragsverlängerung von Neuer. Die verzögert sich unter anderem auch deshalb, weil der 33-jährige, wie er am Montag erst betonte hatte, abwarten will, wer über die Saison hinaus Trainer beim Rekordmeister ist. Bleibt es Flick, ist Neuers Verlängerung bis 2023 nur noch eine Formalität.

Doch der Hype, den Flick entfacht hatte, der nach zwei Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach nur kurz abgeflaut war, befreit ihn nicht von großen Aufgaben für die Rückrunde. Mehr Variabilität will Flick ins Spiel seiner Mannschaft bekommen. Die sich in den Tagen vor Weihnachten ausbreitende, aberwitzige Abschlussschwäche gilt es abzustellen, ebenso wie die teilweise individuellen und fatalen Aussetzer in der Defensive. Das sind die Schlüssel zum Erfolg. Zur Aufholjagd in der Liga, zur Titelverteidigung im Pokal, zum Angriff in der Champions League. Zu Titeln. An denen wird Flick gemessen. Denn Titel sind die Währung, mit der in München bezahlt wird. Im Sommer. Und darüberhinaus.

Apropos: In München deutet sich ein großer Konflikt an. Denn der FC Bayern möchte Alexander Nübel in der nächsten Saison als Nachfolger von Manuel Neuer aufbauen. Der Stammkeeper der Münchner hat grundsätzlich nichts gegen den Plan. Nur eine Sache missfällt dem 33-Jährigen: Auf Spielzeit zugunsten des Talents will er nicht verzichten. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de

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