Fußball

2. Fußball-Bundesliga im Check Zerbricht der HSV an der Aufstiegs-Verzweiflung?

Eine Regenbogenfahne mit dem Logo des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV. Foto: Bodo Marks/dpa/Archivbild

Was geht in dieser Saison für den Hamburger SV?

(Foto: Bodo Marks/dpa/Archivbild)

Bereits am Freitagabend ist neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga gestartet. Zum Auftakt standen sich Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 im Duell der Traditionsvereine gegenüber. Wir blicken im zweiten Teil unserer Saisonvorschau auf die Absteiger aus der 1. Bundesliga und die Top-Teams der vergangenen Spielzeit.

Arminia Bielefeld

Stärken: Die Arminia spielte eine ordentliche Bundesliga-Saison, konnte mit Siegen gegen Top-Teams wie RB Leipzig, Eintracht Frankfurt oder Union Berlin aufhorchen lassen. Im Gegensatz zu Mitabsteiger SpVgg Greuther Fürth hat die Bielefelder Mannschaft immer wieder ihre Bundesligatauglichkeit aufblitzen lassen und geht mit viel Erfahrung in die Zweitligasaison.
Schwächen: Gleich mehrere wichtige Stützen der letzten Jahre sind weg oder fallen zunächst aus. Torwart Stefan Ortega ist zu Manchester City gewechselt, Defensivstütze Amos Pieper (Werder Bremen) und Außenbahnspieler Patrick Wimmer (VfL Wolfsburg) wechseln in die Bundesliga, Vereins-Ikone Fabian Klos fällt mit seiner schweren Gesichtsverletzung wohl noch bis Oktober aus.

SpVgg Greuther Fürth

Stärken: Als Absteiger aus der Bundesliga haben einige Profis Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln können. In Sidney Raebinger (17), Armindo Sieb (19), Lucien Littbarski (19), Oualid Mhamdi (19), Ragnar Ache (23), Luca Itter (23) und Nils Seufert (25) kamen in der Sommerpause vor allem junge Talente zu den Kleeblättern: Transfers für die Zukunft.
Schwächen: Beim Team von Neu-Trainer Marc Schneider mangelt es an arrivierten Akteuren. U21-Nationalspieler und Leistungsträger Jamie Leweling wechselte in der Sommerpause zu Union Berlin, Neuzugänge sind fast ausschließlich Talente ohne Profi-Erfahrung.

Hamburger SV

Stärken: In der vergangenen Saison war der HSV nah dran am ersehnten Wiederaufstieg. Dieses Jahr soll es im fünften Anlauf endlich klappen. Dafür lässt Toptorjäger Robert Glatzel sogar einen Bundesliga-Wechsel platzen und verzichtet auf mehr Gehalt. Auch Kapitän Sebastian Schonlau ist nach längerer Verletzung wieder zurück. Das Grundgerüst des letztjährigen Teams bleibt zusammen und wurde im Sommer sogar verstärkt.
Schwächen: Die Pechsträhne der letzten Jahre könnte psychologische Auswirkungen auf den einen oder anderen Spieler haben. Der HSV geht wieder als Mitfavorit in die Zweiligasaison, der HSV scheitert am Ende nur knapp am Aufstieg. Zuletzt in der Relegation gegen Hertha BSC. Bitter ist auch der Verlust von Top-Talent Josha Vagnoman, er wechselt zum VfB Stuttgart. Als unangenehmer Nebenschauplatz könnte sich der Stadion-Streit entpuppen.

SV Darmstadt 98

Stärken: Trainer Torsten Lieberknecht weiß, wie eine Mannschaft zu einem Aufstiegsaspiranten geformt wird. Das bewies er vergangene Saison erneut, auch wenn es am Ende knapp nicht reichte. Doch das Team ist extrem motiviert und will in dieser Saison den finalen Schritt gehen - und damit den Traum von der Bundesliga-Rückkehr verwirklichen.
Schwächen: Die Lilien waren in der vergangenen Spielzeit eine gut geölte Tormaschine, mit 71 Treffern stellten sie die zweitbeste Offensive der Liga. Doch Luca Pfeiffer, mit 17 Toren bester Schütze, war nur ausgeliehen. Auch Tim Skarke hat den Verein in Richtung Union Berlin verlassen. Ersatz? Sucht man bislang vergebens. Das könnte sich negativ bemerkbar machen.

FC St. Pauli

Guido Burgstaller in Aktion.

Guido Burgstaller hat den FC St. Pauli verlassen.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbi)

Stärken: Im heimischen Millerntor-Stadion fühlen sich die Hanseaten besonders wohl. Nur zwei Spiele verlor der Kiezklub in der vergangenen Saison vor eigenem Publikum - Liga-Bestwert. Dieses Pfund soll auch in dieser Saison mit einem gravierenden Umbruch wuchern.
Schwächen: St. Pauli hat sich durchaus prominent verstärkt, musste aber auch personelle Abgänge verkraften. Toptorjäger Guido Burgstaller (Rapid Wien) lässt seine Karriere lieber in der Heimat ausklingen. Diese Lücke wird nur schwer zu füllen sein. Ähnlich schwer wiegen die Abgänge von Daniel-Kofi Kyereh (SC Freiburg), Maximilian Dittgen (FC Ingolstadt), Finn Ole Becker (TSG Hoffenheim) und Philipp Ziereis (Linzer ASK). Zudem fehlte zuletzt die Konstanz. Einer überragenden Hinserie mit der Herbstmeisterschaft folgte der Absturz auf Rang fünf.

1. FC Heidenheim

Stärken: Klarer Kommunikationsvorteil: Alle Spieler und Betreuer - bis auf den österreichischen Keeper Paul Tschernuth - besitzen einen deutschen Pass. Trainer Frank Schmidt ist seit vielen Jahren das Gesicht des Klubs. Konstanz und mannschaftliche Geschlossenheit werden in Heidenheim großgeschrieben.
Schwächen: In U21-Nationalspieler Tobias Mohr musste der FCH einen Leistungsträger Richtung Schalke ziehen lassen. Als Ersatz wurde Jan-Niklas Beste von Werder Bremen verpflichtet, der seine Klasse erst noch unter Beweis stellen muss.

SC Paderborn

Paderborns Trainer Lukas Kwasniok.

Er ist Paderborns Trainer: Lukas Kwasniok.

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Stärken: Auswärts ist Paderborn bärenstark, nur die Aufsteiger aus Schalke und Bremen holten mehr Punkte in der Fremde. Auch die Form stimmte zuletzt - mit nur einer Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen schloss das Team von Trainer Lukas Kwasniok die Saison mit einem positiven Trend ab, der in die neue Spielzeit mitgenommen werden soll.
Schwächen: Auswärts top, daheim ein Flop. Zu Hause holte Paderborn in der vergangenen Spielzeit nur 19 Punkte - zu wenig, um im Aufstiegskampf mitzumischen. Möchte das Team oben angreifen, muss das eigene Stadion zur Festung werden.

1. FC Nürnberg

Stärken: Lange spielte der Club um den Aufstieg mit. Erst in den letzten Spielen ging den Nürnbergern die Puste aus. Um die Aufstiegsplätze anzugreifen, hat der FCN mit Christoph Daferner, Manuel Wintzheimer und Kwadwo Duah gleich drei neue Stürmer verpflichtet.
Schwächen: Der Club lässt schonmal Konstanz vermissen. Ein Kaltstart zu Jahresbeginn - nicht unüblich für den Klub unter Trainer Robert Klauß. So begann das Kalenderjahr 2021 begann mit fünf Niederlagen aus den ersten sechs Spielen, zum Jahresstart 2022 hagelte es drei Pleiten aus den ersten vier Begegnungen mit Klatschen gegen Ingolstadt (0:5) und Karlsruhe (1:4).

Holstein Kiel

Stärken: Die Störche kommen über den Teamgeist, sind eine intakte Einheit ohne Starspieler. Nach einer enttäuschenden Hinrunde schaffte Kiel den Turnaround, die Leistungen in den letzten Saisonwochen stimmten - mit Siegen gegen Hamburg, Bremen und Nürnberg. Zur neuen Saison wurde Fiete Arp vom FC Bayern nach Leihe fest verpflichtet. Womöglich wird er zum X-Faktor nach einer durchwachsenen Saison...
Schwächen: Kiel war eines der schwächsten Teams bei eigenen Standards, lediglich fünf Treffer stehen zu Buche - nur Absteiger Aue (4) war schlechter. Im Sturm mangelte es bei der Chancenverwertung, Ballverluste im Aufbauspiel führten zu häufigen Gegentoren.

Quelle: ntv.de, tno/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen