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Re-Live: Gala gegen den Angstgegner "Bad Boys" spielen gegen Kroatien groß auf

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Bundestrainer Dagur Sigurdsson steht mit seinem Team vorm ersten echten WM-Härtetest.

(Foto: REUTERS)

Um den Gruppensieg und Selbstvertrauen: Für die deutschen Handballer geht es im Vorrundenfinale um viel. Den besseren Start erwischt Angstgegner Kroatien - dann spielt nur noch Deutschland und bricht seinen Kroatien-Fluch eindrucksvoll.

ABPFIFF: Jetzt geht es für Dagur Sigurdsson und seine Handballer am Sonntag um 18 Uhr im Achtelfinale weiter. Der Gegner wird Katar heißen. Vielen Dank fürs Mitlesen! Mitfiebern war ja diesmal angesichts der erstaunlich souverän aufspielenden "Bad Boys" nur bedingt nötig. Einen schönen Start ins Wochenende wünscht Ihnen Christoph Wolf. Wir "lesen" uns am Sonntag wieder - wenn Sie mögen.

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ABPFIFF: Was wir aus dem erfolgreichen Vorrundenfinale mitnehmen können:

  • Auch Deutschlands Handballer sind eine Turniermannschaft. Gegen den bisher stärksten WM-Gegner Kroatien zeigen die "Bad Boys" ihre bislang stärkste Turnierleistung und zwar in allen Mannschaftsteilen. Das zeichnet Topteams aus.
  • Hendrik Pekeler tut dem DHB-Team sehr gut. Dem nachgerückten Europameister war weder die holprige Anreise nach Rouen anzumerken noch eine fehlende Bindung zum Team, die man angesichts von null Trainingseinheiten vermuten durfte. Hinten verstärkte Pekeler die Abwehr, vorn zeigte er bei drei Versuchen eine 100-prozentige Trefferquote.
  • Andreas Wolff kann es noch. Nach der völlig verkorksten Leistung gegen Weißrussland brillierte Wolff gegen die Kroaten in EM-Finalform, Sie erinnern sich bestimmt. An den nur 21 Gegentoren gegen den kroatischen Angriff um Superstar Domagoj Duvnjak hatte Wolff mit Glanzparaden in Serie entscheidenden Anteil.

Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier.

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ABPFIFF, Enstand 28:21: Nach einer hochkonzentrierten Leistung schlägt Europameister Deutschland seinen Angstgegner Kroatien unerwartet deutlich, das aber verdient. Es ist der erste deutsche Sieg über Kroatien bei einer WM und überhaupt erst der zweite bei einem internationalen Großturnier. Der Gegner im Achtelfinale steht auch schon fest, es wird Katar sein - gegen das die "Bad Boys" von der letzten WM noch eine Rechnung offen haben. Damals scheiterte Deutschland im WM-Viertelfinale an der für die WM in Katar zusammengekauften Söldnertruppe. Diesmal geht Deutschland als klarer Favorit ins Duell. Nach der Leistung gegen Kroatien ist Sigurdssons Team bei dieser WM alles zuzutrauen.

60. Minute, 28:21: Der Schlusspunkt bleibt Kroatien vorbehalten, Kontrec erzielt das letzte Tor der Partie. Ein ganz großes Ausrufezeichen setzt aber das deutsche Team mit einer starken Leistung.

59. Minute, 28:20: Kühn und Reichmann sorgen für deutliche Verhältnisse. Kroatien hat sich aufgegeben.

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Die deutsche Deckung stand gegen Kroatien formidabel.

(Foto: imago/Agentur 54 Grad)

57. Minute, 26:20: Wir wechseln Jochen Breyer ein, denn das Ding in Rouen ist tatsächlich durch. Pekeler setzt auch seinen dritten Abschluss ins kroatische Tor. Die Kroaten bräuchten jetzt sieben Tore und damit mehr als ein Wunder, um dem DHB-Team noch den Gruppensieg zu erreichen.

56. Minute, 25:20: Kühn läuft an, legt aber noch ab auf Wiencek. Der trifft, ebenso wie kurz darauf Fäth.

53. Minute, 23:20: Wiencek wird am Kreis gehalten, folgerichtig gibt es Siebenmeter. Eine Sache für Kapitän Gensheimer, der locker verwandelt. Dass Kroatien vorher extra noch den Keeper wechselt und Stevanonic ins Tor schickt, ist ihm herzlich egal.

52. Minute, 22:20: Kroatien kann es auch, Mamic zimmert den Ball aus dem linken Rückraum ins DHB-Tor.

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Starker Einstand: Hinten machte Nachrücker Hendrik Pekeler an der Seite von Abwehrchef Finn Lemke die Mitte zu, vorn steuerte er drei Tore bei.

(Foto: imago/Agentur 54 Grad)

52. Minute, 22:19: Trainiert hat Hendrik Pekeler mit den Teamkollegen noch nicht, am Toreschießen hindert das den Nachrücker nicht. Und dieses Tor ist so wichtig für die deutschen Nerven.

51. Minute, 21:19: Kroatien ist wieder dran, Horvat trifft. Nur noch zwei Tore Vorsprung für Deutschland, das ist im Handball alles andere als ein Ruhekissen.

50. Minute, 21:18: ... doch Strlek verkürzt sofort wieder für Kroatien.

50. Minute, 21:17: Sigurdsson nimmt die Auszeit und stellt sein Team auf die letzten zehn Minuten ein. In die geht das DHB-Team mit vier Toren Vorsprung, denn Gensheimer verwandelt mit sieben deutschen Feldspielern auf dem Parkett einen schwierigen Ball. Doch ...

49. Minute, 20:17: Kroatien beißt und darf nach zwei schnellen Toren durch Mamic und Strlek wieder hoffen. Die deutsche Abwehr ist nicht mehr so wach wie in der ersten Halbzeit, allerdings macht es Kroatien im Angriff auch deutlich besser.

48. Minute, 20:15: Kai Häfner, eben noch am kroatischen Block gescheitert, macht es diesmal besser. Er tankt sich an den Kreis durch und trifft.

48. Minute, 19:15: Nächstes kroatisches Lebenszeichen, wieder durch Stepancic. Geht doch noch was?

45. Minute, 19:14: Kroatisches Lebenszeichen durch Stepancic. Durch ist das Ding noch nicht, oder Jochen Breyer?

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Und, was halten Sie so von Kroatien, Herr Wolff? "Fast alles."

(Foto: dpa)

46. Minute, 19:13: ... und nach dem nächsten Tempogegenstoß durch Groetzki sogar wieder mit sechs Toren vorn. Die Quote von Wolff übrigens: Über 50 Prozent aller Bälle auf sein Tor hat er gehalten. Fast so gut wie Kollegin Juliane Kipper beim Biathlon.

44. Minute, 18:13: Die Torproduktion läuft wieder, zumindest die deutsche. Erst trifft Wiencek, nachdem Wolff hinten gegen Musa per Fuß pariert. Dann gönnt sich Gensheimer einen Treffer nach Vorlage von Wolff, auch Assists kann der Torwart-Titan also. Deutschland jetzt wieder mit deutlich mehr Selbstvertrauen und Klarheit in Abwehr und Angriff ...

42. Minute, 16:13: Beide Teams gönnen sich jetzt ein paar Nachlässigkeiten vorne und hinten. Tore gönnen sie sich nicht.

40. Minute, 16:13: Kroatien bricht über rechts durch, Wolff ist selbstverständlich wieder da. Allerdings verteidigt Steffen Fäth im Kreis, Siebenmeter für die Kroaten. Horvat nutzt ihn.

38. Minute, 16:12: Nennen Sie Ihre Kinder ... Wolff! Der DHB-Keeper ist wieder dran an einem kroatischen Abschluss und hält diesmal gegen Mamic. Bittersüß fürs DHB-Team: Vorn kriegt Wiencek einen feinen Pass nicht zu fassen und hat damit nicht die Chance zum 17:12.

37. Minute, 16:12: Die Antwort von Kroatien? Gibt es nicht. Cindric setzt verdeckt einen flachen Rückraumhammer an, doch Wolff zeigt ihm, wo der Hammer hängt. Nächste starke Parade, weiter vier Tore Vorsprung.

36. Minute, 16:12: Es hakt im deutschen Angriff, wollten wir gerade verkünden. Dann läuft erst Steffen Fäth schön ein und macht das 15:12, ehe Häfner einen Zuckerpass auf Wiencek am Kreis spielt. Der trifft eiskalt.

35. Minute, 14:12: Vom einstigen Sechs-Tore-Vorsprung sind nur noch zwei Tore übrig. Wolff pariert zwar sensationell gegen Kontrec, aber Strlek kann er nicht am Torerfolg hindern.

34. Minute, 14:11: Gelbe Karte für die deutsche Bank. Auch sowas gibt es im Handball.

33. Minute, 14:11: Diesmal ist Wolff dran am Ball von Luka Sebetic. Vorne hatte zuvor Drux den Ball weggeworfen.

32. Minute, 14:11: Wie in der ersten Halbzeit funktioniert die kroatische Offensive in den ersten Minuten. Strlek verlädt Groetzki und dann auch Keeper Wolff.

32. Minute, 14:10: Die Antwort durch Groetzki. Auf Rechts schön bedient, nutzt er die Freiheit zu seinem zweiten Tor.

31. Minute, 13:10: Kroatien beginnt die zweite Halbzeit, und das erfolgreich. Kontrec verkürzt wieder auf drei Tore Rückstand.

HALBZEIT (II): Der Bundestrainer in spe, Christian Prokop, hatte vor dem Spiel übrigens bei sport.de auch noch gesagt: "Vor allem der positive Teamgeist und die sehr variabel angelegte Spielweise sind entscheidende Punkte für den Erfolg." Gegen Kroatien zeigt sich bislang: Der Mann hat Ahnung.

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HALBZEIT (I): ... nicht nur die deutschen Fans dürften von der Weltklasse-Leistung des DHB-Teams positiv überrascht sein. Nach holprigem Start und kroatischer 3:1-Führung fängt sich Deutschland und dominiert in der Folge. Die Abwehr um Finn Lemke lässt dem kroatischen Angriff keinen Platz, mehr als zehn Minuten bleibt Kroatien ohne eigenes Tor. Das liegt auch an Keeper Andreas Wolff, der sich mit zahlreichen Paraden eindrucksvoll für die schwache erste Halbzeit gegen Weißrussland rehabilitiert. Im Angriff schaltet das DHB-Team immer wieder schnell um, lässt aber auch einige Chancen liegen. Trotzdem: Bislang ist der deutsche Härtetest vor allem für Kroatien hart. So kann es weitergehen.

29. Minute, 13:9: Cindric verkürzt nochmal. Glandorf vergibt auf der Gegenseite, dann ist Pause in Rouen. Und ...

29. Minute, 13:8: Überzahl fürs kroatische Team aber keine Ideen im Angriff. Duvnjak läuft sich fest, das DHB-Team schaltet blitzschnell um und macht durch Wiencek per Gegenstoß das 13:8. Feines Kontertor.

28. Minute, 12:8: Vier-Tore-Führung fürs DHB-Team aber personelle Unterzahl. Simon Ernst muss erneut raus. Seine zweite Zeitstrafe im Spiel.

27. Minute, 12:8: Schönes Kreuzen im deutschen Rückraum, Fäth kommt zum Abschluss - und setzt den Ball rechts unten ins Tor.

26. Minute, 11:8: Wolff pariert gegen Cindric, doch den Abpraller versenkt Kontrec zum 7:11. Bundestrainer Sigurdsson reagiert und nimmt eine Auszeit. Danach trifft aber erneut Kroatien und verkürzt durch Strlek auf 8:11. Nur noch drei Tore Rückstand, während es im deutschen Angriff knirscht.

24. Minute, 11:6: Aus dem rechten Rückraum zieht Stepancic ab - und trifft, bereits zum dritten Mal in dieser Partie. Er ist die einzige Konstante im kroatischen Angriff.

23. Minute, 11:5: Übrigens: Weltmeister Holger Glandorf spielt jetzt auch mit.

23. Minute, 11:5: Deutschland wieder komplett und damit in doppelter Überzahl. Rechtsaußen Patrick Groetzki sagt gegen Kroatiens Rumpf-Abwehr mit nur vier Feldspielern "Hvala!" (Danke). Das DHB-Team jetzt mit sechs Toren vorn. Wer hätte das gedacht.

22. Minute, 10:5: Alles ausgeglichen auf dem Feld, denn auch Kroatien kassiert die nächste Zeitstrafe. Kontrec greift beherzter zu als erlaubt. Das nutzt Wiencek zum 10:5. Bonus: Weil der deutsche Kreisläufer beim Abschluss von Sebetic regelwidrig behindert wird, muss der nächste Kroate runter.

21. Minute, 9:5: Gegen den deutschen Mittelblock kommen die Kroaten auch in Überzahl einfach nicht an. Die Lösung nach einigen vergeblichen Versuchen. Ein Pass rechts raus auf Zlatko Horvat, der Wolff diesmal keine Chance lässt.

20. Minute, 9:5: Nächste deutsche Zeitstrafe. Julius Kühn muss raus.

19. Minute, 9:4: Sigurdssons WM-Joker sticht. Kaum auf dem Feld, trifft Hendrik Pekeler direkt und sorgt nach einem Tempo-Gegenstoß für die erste deutsche Fünf-Tore-Führung. Und das vom Mann, der zur Verstärkung der Abwehr nachnominiert wurde.

18. Minute, 8:4: Erst verdaddelt Deutschland den Ball im Angriff, dann erobert ihn Steffen Fäth stark zurück - ehe Julius Kühn eiskalt abschließt.

17. Minute, 7:4: Kroatiens Coach Babic reagiert und nimmt die erste Auszeit. Mit Erfolg: Mandalinic (dieser Name!) bedient am Kreis Kontrec, der die kroatische Ladehemmung beendet.

16. Minute, 7:3: Mitten in die kroatische Ratlosigkeit trifft DHB-Kapitän Uwe Gensheimer zur Vier-Tore-Führung. Es ist das 30. Turniertor für den Linksaußen.

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15. Minute, 6:3: Kroatien inzwischen seit mehr als zehn Minuten ohne Tor. Entscheidend daran beteiligt: Keeper Wolff, der jetzt alles hält. Sein Quote: 57 Prozent. Auch gegen Stepancic.

11. Minute, 6:3: Vorne macht Wiencek schön freigespielt das 6:3, hinten greift sich Wolff einen Hammer von Duvnjak. Und das in Unterzahl, nachdem Simon Ernst kurz zuvor eine Zwei-Minuten-Strafe für ein hartes Einsteigen gegen Duvnjak kassiert hatte.

9. Minute, 5:3: Nächstes Tor für Deutschland, und erstmals trifft nicht Kai Häfner. Paul Drux kann es auch. Viertes deutsches Tor in Folge. Starke Phase.

9. Minute, 4:3: Gegen die entschlossener zupackende DHB-Deckung kommen die Kroaten nicht mehr durch, erneut landet ein Abschluss im deutschen Block. Die "Bad Boys" laufen langsam heiß.

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Kai Häfner machte quasi im Alleingang aus dem 1:3 eine 4:3-Führung.

(Foto: dpa)

7. Minute, 4:3: Abwehrchef Finn Lemke greift erstmals beherzt zu und setzt hinten ein Ausrufezeichen. Er sieht zwar Gelb, macht aber deutlich: Mit der defensiven Passivität der Deutschen ist es jetzt vorbei. Vorne fällt dann sogar die 4:3-Führung durch ... Richtig, Kai Häfner zum Vierten.

6. Minute, 2:3: DHB-Keeper Wolff meldet sich mit seiner ersten Parade im Spiel an. Das nutzt erneut Häfner zum 3:3. Ausgleich in Rouen.

6. Minute, 2:3: Es geht doch! Häfner wird rechts am Kreis angespielt und nagelt den Ball über den Kopf des kroatischen Keepers hinweg zum Anschlusstreffer ins Tor.

4. Minute, 1:3: Wieder kein konstruktiver deutscher Angriff, dafür aber der nächste kroatische. Erneut Stepanicic sorgt aus acht Metern für die Zwei-Tore-Führung für die Kroaten.

3. Minute, 1:2: Führung für die Kroaten, die wieder komplett sind. Mandalinic setzt sich durch und überwindet Wolff.

2. Minute, 1:1: Im Gegenzug machen die Kroaten in Unterzahl direkt den Ausgleich. Stepancic trifft.

2. Minute, 1:0: Erster deutscher Angriff, den Paul Drux abschließen will. Dabei wird er aber regelwidrig von Kroatiens Superstar Duvnjak behindert, der direkt eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Das nutzt Deutschland nach feiner Sperre von Wiencek durch Häfner zum 1:0.

17.45 Uhr: Die Nationalhymnen sind gelaufen, gleich geht's los. Deutschland hat Anwurf und beginnt. Im deutschen Tor: Andreas Wolff.

17.44 Uhr: Bevor es losgeht in Rouen, noch fix der WM-Arbeitsnachweis des DHB-Teams nach den ersten vier Gruppenspielen:

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Wir halten fest: Uwe Gensheimer weiß, wie man Siebenmeter verwandelt. Das deutsche Torhüter-Duo Silvio Heinevetter und Andreas Wolff ist eine Bank, die "Bad Boys" sind strafentechnisch gar nicht so böse - und Finn Lemke könnte langsam mal ein Tor werfen.

17.42 Uhr: Wer Sigurdsson nach der WM als Handball-Bundestrainer beerbt, ist immer noch offen. Wunschkandidat Christian Prokop ist zumindest schon einmal angemessen begeistert von seinem möglicherweise künftigen Team. Bei sport.de schwärmte er, das Team knüpfe bei der WM "nahtlos an die in jüngster Vergangenheit begeisternden Auftritte an". Was ihm besonders gefällt: "Mir gefällt die Mischung", sagte Prokop: "Erfahrene Spieler, denen kaum Fehler unterlaufen, die großen Respekt innerhalb des Teams und vor allem beim Gegner genießen und junge, sehr erfolgshungrige Spieler, die mit ihrem Einsatz begeistern." Sein Prognose: Das WM-Halbfinale ist auf jeden Fall drin.

17.38 Uhr: Bekannt ist: Noch-Bundestrainer Dagur Sirgursson verärgert mit seiner Handballbesessenheit bisweilen sogar seine Frau Ingibjörg, seine blaue Taktiktafel ist für sie ein rotes Tuch. Aber auch Linksaußen Rune Dahmke dürfte nicht begeistert vom Isländer gewesen sein, den Europameister vor dem Spiel gegen Kroatien kurzfristig nach Hause schickte - und dafür Rückraum-Routinier Holger Glandorf und Abwehrspezialist Hendrik Pekeler ins Aufgebot holte. Was Taktikfuchs Sigurdsson mit diesem Schachzug bezweckt und warum er überaus sinnvoll ist, hat Kollege Felix Meininghaus hier erklärt.

Auch bei Kroatien gab es vor dem Spiel eine personelle Änderung im WM-Kader. Für Rechtsaußen Josip Božić Pavletić ist das Turnier wegen einer Fußverletzung vorzeitig beendet. Der 22-Jährige (70 Minuten Spielzeit, fünf Tore) wird durch Jerko Matulić ersetzt.

17.33 Uhr: Die "Bad Boys" von Dagur Sigurdsson haben wie Kroatien bislang alle WM-Spiele gewonnen. Gegen Chile (35:14) und Saudi-Arabien (38:24) locker, gegen Ungarn (27:23) und Weißrussland (31:25) mit mehr oder weniger großer Mühe.

In der Endabrechnung bedeutet das Platz 1 in Gruppe C vor Kroatien - was dem DHB-Team überaus recht sein dürfte. Denn die Kroaten sind für deutsche Handballer, was Italien bis zur EM 2016 für die deutschen Fußballer war: der unbezwingbare Angstgegner. Noch nie konnte ein DHB-Team bei einer WM gegen Kroatien gewinnen. Gut, dass diesmal ein Remis zum Gruppensieg reicht, der in punkto Reisestrapazen wesentlich angenehmer ist als Rang 2.

17.30 Uhr: Handball-Weltmeisterschaft, Spieltag fünf in Gruppe C. Das heißt: Gruppenfinale um Platz 1 für die deutschen Handballer. Herzlich willkommen zum Liveticker!

Mit "Angstgegner" Kroatien wartet auf Handball-Europameister Deutschland der erste echte Härtetest. Die Kroaten sind eine Art Wundertüte. Bei den Olympischen Spielen in Rio bezwangen sie in den Vorrunden die beiden späteren Finalisten Frankreich und Dänemark, stolperten dann im Viertelfinale aber über Polen. Bei der WM hat sich das Team von Trainer Zeljko Babic bislang keine Blöße gegeben, aber auch nicht brilliert. Zum Auftakt gab es ein 31:25 gegen Weißrussland, gefolgt von einem überraschend knappen 28:23 gegen Saudi-Arabien. Auch gegen Ungarn gelang "nur" ein 31:28-Sieg für das Team von Zeljko Babic, ehe gegen Chile zur Einstimmung auf Deutschland ein 37:22-Schützenfest gelang.

Quelle: n-tv.de

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