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Die Handball-EM im RE-LIVE Kurzarbeiter Wolff lässt "Bad Boys" jubeln

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Dank der Paraden von Andreas Wolff in der Schlussphase gewinnt Deutschland gegen Tschechien.

(Foto: imago/Agentur 54 Grad)

Die deutschen Handballer feiern zum EM-Hauptrundenstart gegen Außenseiter Tschechien einen mühevollen Pflichtsieg. Während die Abwehr sicher steht und die Torhüter herausragend parieren, bereitet der Angriff weiter Sorgen. Das Spiel zum Nachlesen.

SCHLUSS: Der Sieg, das ist alles Beteiligten deutlich anzumerken, hat dem angeknacksten Selbstvertrauen sichtlich gut getan. Aber die Aufgaben werden nicht leichter. Am Sonntagabend geht's gegen die starken Dänen, Mittwoch dann gegen die ebenfalls starken Spanier. Beide Spiele können Sie wie gewohnt in unserem Liveticker verfolgen. Dann schreibt hier die Kollegin Anja Rau! Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und ein stressfreies und erholsames Wochenende - trotz angekündigtem Schnee und bereits spürbarer Kälte.

Die Statistik:

Deutschland: Heinevetter, Wolff (ab 47. Minute) - Fäth (8), Gensheimer (3/1), Kohlbacher (2), Weber (2), Drux (2), Häfner (1), Wiencek (1), Groetzki (1), Pekeler (1), Weinhold (1), Lemke, Kühn, Reichmann, Janke;
Tschechien: Mrkva (1), Galia - Cip (6), Kasparek (4), Zdrahala (4/2), Horak (3), Becvar (1), Hrstka, Landa, Kotrc, Stehlik, Petrovsky, Svitak, Mubenzem, Kasal, Zeman.
Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien)
Zeitstrafen: 3:4

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So sehen Sieger aus.

(Foto: dpa)

Den ausführlichen Spielbericht finden Sie übrigens hier.

SCHLUSS: Bevor wir uns gleich aus dem Ticker verabschieden, wollen wir noch kurz hören, was der Bundestrainer zu sagen hat: "Das Spiel war ein Achterbahn der Gefühle, aber mit einem tollen Ausgang für uns. Wir waren vor Tschechen gewarnt, sie haben Ungarn aus dem Turnier geworfen und Dänemark geschlagen. Dennoch hätten wir uns beinahe selbst geschlagen. Wir machen zu viele technische Fehler. Das Nervenkostüm hat geflattert. Ich bin daher sehr stolz, dass wir dieses Spiel mit allen Unwägbarkeiten gewonnen haben. Aber wir wissen auch, dass wir besser spielen können und besser spielen müssen."

SCHLUSS: Jetzt spricht Kapitän Uwe Gensheimer: "Wir waren heute im Abschluss nicht perfekt. Deswegen haben wir uns heute auch sehr schwer getan. Bei unseren Rückraumspielern ist aktuell eine kleine Unsicherheit da. Der Einzige, der heute mit richtig Tempo aufs Tor gegangen ist, war Steffen Fäth. Aber wir haben noch Potenzial und das müssen wir gegen die nächsten Gegner abrufen."

SCHLUSS: Bis zur 56. Minute sieht's für die "Bad Boys" nach dem nächsten EM-Krimi aus - doch dann packt Keeper-Kurzarbeiter Andreas Wolff zu, der erst ab der 47. Minute für den bis dahin eigentlich starken Silvio Heinevetter eingesetzt wurde. Eine überzeugende Leistung des deutschen Teams war's aber nicht: "Es war ein absoluter Kampf heute. Gott sei Dank haben wir gewonnen", sagt der starke Steffen Fäth im ZDF. Für die Blockade im deutschen Spiel macht der Berliner auch die Favoritenbürde verantwortlich. "Wir stehen natürlich unter Druck, weil wir jedes Spiel gewinnen müssen. Das wichtigste ist, dass wir uns reingebissen haben."

60. Minute, 22:19: ... klappt nicht, machste nix.

60. Minute, 22:19: Auszeit Prokop, er möchte jetzt "Magdeburg" sehen. Am Ende könnte der Kempa-Trick stehen...

60. Minute, 22:19: Kašpárek erdet Wolff - mit einem Hammer aus dem Rückraum. Die Partie ist aber entschieden.

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Das Ding ist durch.

(Foto: REUTERS)

59. Minute, 22:18: Drux meldet sich jetzt auch im Turnier an. Wieder geht er mit Mut und Power auf die Abwehr. Ein Erfolgsrezept.

58. Minute, 21:18: Die deutsche Abwehr steht gut, spielt aktiv und aggressiv. Kašpárek muss von ganz weit weg werfen, kein Problem für Wolff.

58. Minute, 21:18: Jetzt auch mal Weinhold mit Wucht. War das der Genickbruch für die Tschechen?

57. Minute, 20:18: Wieder Wolff, wieder weltklasse. Diesmal entschärft er den Versuch des bislang so starken Číp. Reicht der aktuelle 4:0-Lauf zum so wichtigen Sieg?

57. Minute, 20:18: Kohlbacher am Kreis, drin. Läuft.

56. Minute, 19:18: Wolff, der Killer! Den Siebenmeter von Zdrahala pariert er mit dem gaaaaanz langen und gaaaanz hohen linken Bein

55. Minute, 19:18: Fäth hat erst den Mut, dann das Pech: Nach einem Wackler ist er durch, scheitert aber an Mrkva.

53. Minute, 19:18: ENDLICH traut sich Paul Drux mal etwas zu. Sein wuchtiger Abschluss von Halblinks schlägt unten rechts ein. Vorher gab's ein Stürmerfoul der Tschechen. Und einen Angriff später die erste Parade von Wolff...

52. Minute, 18:18: Erster Siebenmeter für Deutschland: Gensheimer gegen Mrkva, Ausgleich.

52. Minute, 17:18: Nächste Auszeit von Prokop, der weiter zuschauen muss, wie seine Offensive eine Kreativitätsallergie entwickelt. Wieder sagt er einen Angriff an und: "Wir sind besser als die, jetzt ist die Crunch Time." Deutschland nimmt den Keeper raus, hat so einen Feldspieler mehr, Sieben gegen Sechs.

50. Minute, 17:18: Auf die gute, folgt die schlechte Szene: Stürmerfoul von Weber.

48. Minute, 17:18: Weber verkürzt für Deutschland. Ein schneller Abschluss, mit dem der Keeper der Tschechen nicht gerechnet hat. Gute Szene des Leipzigers.

47. Minute, 16:18: Wie wär's mal mit verteidigen der Außenspieler, liebe "Bad Boys"? Wieder hat Číp erfolgreich Platz. Auf der Gegenseite scheitern Weinhold und Wiencek. Der Kieler trifft Keeper Mrkva unglücklich am Kopf. Der Tscheche kann aber weiterspielen. Währenddessen wechselt Prokop Heinevetter gegen Wolff - eigentlich unnötig, Heinevetter spielt wirklich stark.

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(Foto: imago/Agentur 54 Grad)

47. Minute, 16:17: Prokop nimmt die Auszeit. Er mahnt seine Männer, sich Zeit für die Angriffe zu nehmen und erklärt ganz ausführlich, was er sich vorstellt. Es soll viel mit Tempo und kreuzen im Rückraum gehen. Also wieder Fäth?

46. Minute, 16:17: Das Angriffsspiel der Tschechen hat drei Säulen: Kašpárek, Číp und Zdrahala. Der nimmt nun aus neun Metern ohne Körperkontakt Maß, Lemke fälscht leicht ab, Tor.

45. Minute, 16:16: Fäth antwortet humorlos.

45. Minute, 15:16: Kašpárek macht's jetzt selbst.

43. Minute, 15:15: Freches Dingen des jungen Stanislav Kašpárek. Er spielt per No-Look-Pass auf Číp. Der Rechtsaußen dreht er den Ball ins Tor, diesmal kann Heinevetter wirklich nichts machen.

42. Minute, 15:14: Erste Führung seit dem 7:6 aus Halbzeit eins. Weber spielt endlich mal einen guten Pass. Wiencek lauert am Kreis - erfolgreich.

41. Minute, 14:14: Jakub Hrstka bekommt zwei Minuten weil er die Hüfte gegen Groetzki stehen lässt. Erster Angriff in Überzahl: Ball an den Kreis zu Jannik Kohlbacher, Tor. Auf der Gegenseite pariert Heinevetter erneut stark gegen Zdrahala.

39. Minute, 13:14: Heinevetter dreht jetzt voll auf. Zwei prima Paraden in Serie und eine mächtig aggressive Körpersprache zeigen endlich mal Siegeswillen. Eingreifen musste er übrigens, weil Weber ein ganz dämliches Stürmerfoul begeht.

38. Minute, 13:14: Die Männer von Prokop finden endlich mal Kapitän Gensheimer, der dreht die Murmel sehenswert ins Tor. Schönes Ding!

38. Minute, 12:14: Auch die Tschechen zaubern hier nicht, sie machen es aber einfach und gut: Zdrahala auf Číp, Tor.

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Ein zähes Ringen.

(Foto: dpa)

37. Minute, 12:13: Sie erleben hier ein geschriebenes Deja-vu nach dem anderen? Ist leider so: Fäth trifft, holt sich auf der Gegenseite aber auch zwei Minuten ab.

35. Minute, 11:13: Tja, statt Ausgleich, jetzt Zwei-Tore-Rückstand, weil Číp trifft. Bitter für Deutschland. Zwei Angriffe (nach Offensivfoul von Drux und Parade von Heinevetter) später nagelt Gensheimer den Ball freistehend vor Mrkva an den Pfosten.

33. Minute, 11:12: Aber sofort wieder der Konter, Horák trifft mit Glück. Sein Wurf wird abgefälscht. Auf der anderen Seite versucht sich Weber (in Überzahl) an einem No-Look-Pass... Was für ein Unsinn in dieser Phase. Sorry dafür.

33. Minute, 11:11: Kaum sind die Osteuropäer wieder vollzählig, fängt sich Jan Stehlik die nächste Strafe. Weber nutzt den Platz zum Ausgleich.

32. Minute, 10:11: Siebenmeter für die Tschechen. Das Duell lautet Zdrahala gegen Heinevetter. Wieder bleit der Tscheche Sieger.

31. Minute, 10:10: Die Deutschen setzen weiter auf ihre Eindimensionalität: Ball zu Fäth. Fäth mit Tempo, Tor.

31. Minute 9:10: Weiter geht's. Nur nochmal zur Erinnerung, die meisten tschechischen Handballer spielen in der 2. Liga und sind keine Vollprofis...

HALBZEIT: Frustbewältigung oder Befreiungsschlag nach dem Remis-Irrsinn gegen Slowenien und Mazedonien? Eher nicht. Die deutsche Abwehr steht zwar sehr ordentlich, außerdem hält Heinevetter stark, aber im Angriff zeigen sich die "Bad Boys" so prachtvoll wie ein Winter in Berlin.

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Pavel Horák und seine Tschechen liefern den "Bad Boys" einen harten Kampf.

(Foto: REUTERS)

HALBZEIT: "Außer mit Steffen Fäth kommen wir nicht mit Druck auf die gegnerische Abwehr. Das können die Tschechen gut verteidigen. Wir spielen insgesamt zu zentrallastig", das sagt Kapitän Uwe Gensheimer in einer ganz schnellen Halbzeitanalyse im ZDF.

30. Minute, 9:10: Den letzten Angriff haben die Deutschen, eine gute Idee haben sie aber nicht. Glück für die "Bad Boys", dass die Schiedsrichter in der Schlusssekunde eine Regelwirdigkeit des Tschechen Becvar sehen. Der Strafwurf taugt zwar nichts, dafür beginnt die zweite Halbzeit in Überzahl.

30. Minute, 9:10: Prokop will den tschechischen Rechtsaußen werfen lassen - weil der bislang nicht trifft. So weit kommt es aber nicht, weil die Schiedsrichter ein Offensivfoul sehen.

29. Minute, 9:10: Immer nur Fäth ist wirklich zu einfach. So sehen das auch die Tschechen.

27. Minute, 9:10: Fäth ist der Mann im deutschen Spiel. Zwar bleibt er auch immer mal wieder an der Abwehr hängen, aber er traut sich wenigstens etwas. Jetzt verkürzt er über den Mittelblock - trotz extrem harter Betreuung seines Gegenspielers. Dennoch bleibt das deutsche Spiel auf einem ganz schwachen (offensiven) Niveau.

26. Minute, 8:10: Ganz schwache Phase der "Bad Boys". Číp trifft für die Tschechen und holt auch noch die Zeitstrafe gegen Paul Drux heraus.

24. Minute, 8:9: Heinevetter geht runter, die Deutschen sind zu siebt. Der Wurf von Fäth bleibt aber erneut hängen. Keeper Mrkva reagiert schnell und wirft ins leere Tor. Bei den Deutschen fehlte völlig die Abstimmung, wer den Platz für Heinevetter hätte verlassen sollen.

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Bei Deutschland geht fast alles über Steffen Fäth.

(Foto: REUTERS)

23. Minute, 8:8: Fäth geht mit ganz viel Power auf die Abwehr zu, trifft und zieht auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Jan Landa.

22. Minute, 7:8: Deutschland übersteht die Unterzahl ohne Gegentreffer. In Gleichzahl aber schließt Fäth sofort ab, sein Wurf bleibt in den Armen der Verteidiger hängen. Das ist ziemlich einfallslos. Die Deutschen haben seit fast neun Minuten nicht getroffen!

21. Minute, 7:8: Auszeit von Deutschland. Prokop moniert die Abwehr gegen Zdrahala. Im Angriff soll nun Weber das Spiel ordnen. Nicht Alleingänge, sondern Teamspiel so die Maßgabe des Bundestrainers.

20. Minute, 7:8: Patrick Wiencek rückt für Pekeler in den Mittelblock - und kassiert sofort zwei Minuten. Der erste Angriff der Tschechen in Überzahl wird aber von Heinevetter entschärft.

19. Minute, 7:8: Wieder Zdrahala. Diesmal wackelt er Lemke aus und trifft über das Gesicht von Heinevetter - dafür gibt's sofort die Entschuldigung. Erst unglückliche, dann faire Szene.

18. Minute, 7:7: Die "Bad Boys" tun sich schwer. Zdrahala ist durch, wird aber von Pekeler per Foul gestoppt, den Siebenmeter lässt sich Zdrahala nicht nehmen.

17. Minute, 7:6: Groetzki lässt alleine vor Mrkva eine Riesenchance zur Drei-Tore-Führung aus, auf der anderen Seite packt Horák zum zweiten Mal den Hammer aus.

14. Minute, 7:5: Parade von Heinevetter, langer Ball von Heinevetter auf den Kapitän, Gensheimer fängt, springt, trifft.

14. Minute, 6:5: Fäth zum Dritten. Der Berliner ist voll im Spiel und überwindet Tomáš Mrkva.

13. Minute, 5:5: Pavel Horák lässt Heinevetter mal kurz zusammenzucken. Sein Rückraumhammer schlägt über dem Scheitel des Keepers ein.

12. Minute, 5:4: Fäth kreuzt geschickt im Rückraum und hat dann zentral ganz viel Platz. Den lässt er sich nicht nehmen und verwandelt zum zweiten Mal am heutigen Abend.

11. Minute, 4:4: Das Rezept der Tschechen gegen die schnellen Deutschen ist klar. Wenig Tempo, viel Kontrolle und klare Abschlüsse, klappt, dank Kašpárek.

10. Minute, 4:3: Pekeler steht am Kreis frei, das sieht Fäth und bringt den Ball zum "Löwen" - Tor.

9. Minute, 3:3: Fäth läuft ein, wird angespielt und haut den Ball aus dem Rückraum in den Knick. Eine typische, aber starke Szene des Berliners.

8. Minute, 2:3: Heinevetter pariert, Gensheimer hämmert den Ball im nächsten Angriff an die Latte. Die Tschechen attackieren schnell, Tomáš Číp ist da, wo Gensheimer eigentlich jetzt wieder verteidigen sollte, bekommt den Ball und trifft.

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Direkt gut im Spiel: Silvio Heinevetter.

(Foto: REUTERS)

6. Minute, 2:2: Der Ausgleich, nach einer Parade von Heinevetter geht es schnell. Der Keeper findet Groetzki, Tor.

5. Minute, 1:2: Die Tschechen führen zum ersten Mal, Becvar hat zu viel Platz - und nutzt ihn.

4. Minute, 1:1: Stanislav Kašpárek mit dem Ausgleich, per Videobeweis wird das Tor bestätigt. Heinevetter hatte seine Parade noch vor der Linie gewähnt.

4. Minute, 1:0: Kai Häfner beendet den Torfluch, schöne Aktion des Rückraumspielers.

3. Minute, 0:0: Langer Angriff der Deutschen. Bei angezeigtem Zeitspiel muss Patrick Groetzki auf Rechtsaußen abschließen. Sein Wurf geht aber weit am Kasten vorbei. Auf der anderen Seite hat Heinevetter das erste Mal die Hände am Ball. Immer noch kein Tor...

1. Minute: Auf geht's. Die "Bad Boys" beginnen mit drei Überraschungen. Für den gegen Mazedonien so starken Steffen Weinhold startet Kai Häfner auf Halbrechts, in der Mitte spielt Steffen Fäth und im Mittelblock verteidigen Finn Lemke sowie Hendrik Pekeler. Im Tor darf sich zunächst Silvio Heinevetter beweisen, der gegen Mazedonien Sekunden vor dem Ende einen ganz wichtigen Wurf überragend parierte. Die Tschechen haben übrigens den Ball.

18.13 Uhr: Nochmal kurz zu den Tschechen und deren Weg durchs Turnier: Nach der herben Pleite zum Auftakt gegen Spanien (15:32) setzte das Team mit den Siegen gegen Olympiasieger Dänemark (28:27) und Ungarn (33:27) zwei dicke Ausrufezeichen und qualifizierte sich erstmals seit 2010 für die Hauptrunde einer EM. Zur Erinnerung: Bei der WM 2017 und der EM 2016 waren die Tschechen nicht dabei.

18.11 Uhr: So, die Hymnen werden gespielt. Zuerst dürfen die deutschen Spieler lautstark mitsingen.

18.05 Uhr: Es rumort also bei den Bad Boys, die im bisherigen Turnierverlauf noch nicht ihr Potenzial abgerufen haben. Angesichts aufkommender Kritik fühlte sich Hanning vor dem Richtung weisenden Spiel daher berufen, Bundestrainer Christian Prokop demonstrativ den Rücken zu stärken. "Ich bin ja nicht sein Verteidigungsminister", sagte Hanning. "Aber er versucht, zu korrigieren, zu helfen und der Truppe Stabilität zu geben."

18.00 Uhr: Kommen wir nun zur deutschen Mannschaft, die hat sich ziemlich zäh durch die Vorrunde gewurschtelt. Hinzu kommen Gerüchte um ein angespanntes Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer. So hat die deutsche Abwehr gegen Slowenien eigenmächtig das System umgestellt. Gegen Mazedonien, so die Interpretation unseres Kollegen vor, spielte die Mannschaft im letzten Angriff ein anderes System als vom Bundestrainer angesagt. Zwar hat Kapitän Uwe Gensheimer das alles im n-tv.de-Interview widerlegt, aber ein paar Zweifel bleiben.

17.55 Uhr: Dass die Tschechen überhaupt in die nächste Turnierphase eingezogen sind, ist schon eine kleine Überraschung. Seit dem Karriereende von Superstar Filip Jicha fehlt dem Trainer-Duo Jan Filip und Daniel Kubes eigentlich ein herausragender Spieler. "Die Rolle von Jicha müssen sich nun Spieler wie Ondrej Zdrahala oder Roman Becvar teilen", hatte Kubes vor dem Turnier gesagt. Dass vor allem Zdrahala in Kroatien so stark aufspielt, dürfte aber auch den Coach überraschen. Allein 14 Treffer gelangen dem Rückraumspieler beim abschließenden Gruppenspiel gegen Ungarn (33:27). Die DHB-Auswahl ist nicht nur deswegen gewarnt. "Das ist eine Mannschaft, die sich aus einem Underdog heraus entwickelt hat", sagt Bundestrainer Christian Prokop.

17.50 Uhr: Gucken wir der Höflichkeit halber zunächst auf die Tschechen:  Es ist nicht mal zwei Jahre her, da spielte Ondrej Zdrahala noch beim deutschen Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Jetzt ist er nach dem Abschluss der Vorrunde der beste Torschütze bei der Europameisterschaft in Kroatien. Im Alter von 34 Jahren spielt der tschechische Spielmacher derzeit so groß auf, wie vielleicht noch nie zuvor in seiner Karriere. Mit der Empfehlung von 25 erzielten Treffern geht Zdrahala nun ins Duell mit Deutschland.

17.45 Uhr: Ab jetzt geht es nur noch ums Gewinnen. Gelingt den deutschen Handballern auch gegen Tschechien kein Sieg, würde die angepeilte Titelverteidigung bei der Europameisterschaft in Kroatien schon früh außer Reichweite geraten. Nach zwei Unentschieden in der Vorrunde steht die DHB-Auswahl in der Hauptrunde nun unter Druck. Dabei war die Situation beim sensationellen Titelgewinn vor zwei Jahren fast identisch. Auch damals war die DHB-Auswahl mit 2:2 Punkten in die nächste Turnierphase gestartet - als Außenseiter. Nun ist alles anders und daher gilt: "Wir müssen jetzt liefern, ohne Diskussion", sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Quelle: n-tv.de, Von Tobias Nordmann

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