Technik

Showtime für Streamingdienst Apple stellt "Netflix-Killer" vor

Heute Abend stellt Apple seinen neuen Video-Streamingdienst vor, mit dem es einen Frontalangriff auf die etablierte Konkurrenz führt. Intern soll das Projekt daher "Netflix-Killer" genannt werden.

Welchen Stellenwert bei ihm Hardware-Neuigkeiten in diesem Frühjahr haben, hat Apple gezeigt, indem es neue iPads, Airpods und iMacs mal eben so per Pressemitteilung vorgestellt hat. Das iPhone hat da zwar noch eine Sonderstellung, aber alleine mit ihm wird Apple zu keinen Höhenflügen mehr starten. Deshalb richtet sich der Konzern unter Tim Cook neu aus. Neue Schwerpunkte sind unter anderem Augmented Reality (AR), künstliche Intelligenz (KI) und Gesundheit. Ein weiteres "großes Ding" soll Apples neuer Video-Streamingdienst werden, den der Konzern heute Abend in seinem Hauptquartier in Cupertino vorstellen wird.

Günstige Abos

Grundsätzlich wird erwartet, dass sich der Dienst aus Eigenproduktionen und Inhalten von anderen Anbietern zusammensetzt und zentral über eine neue TV-App erreicht werden kann. Spannend ist hier vor allem, wie Apple die externen Filme, Serien und Shows in seinen Dienst einbinden möchte. Laut "Wall Street Journal" sollen nämlich die Inhalte von HBO, Starz oder Showtime für jeweils monatlich 10 Dollar angeboten werden. Schwergewicht HBO beispielsweise verlangt für sein reguläres Abo 15 Dollar. Nutzer, die das Angebot über Apple kaufen, können also eine Menge Geld sparen. "Appleinsider" vermutet, dass die Anbieter die niedrigeren Abo-Einnahmen über die Masse kompensieren könnten, die Apple mit seinen vielen Nutzern zu liefern verspricht.

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Bei Apple ist heute "Showtime" angesagt.

(Foto: REUTERS)

Der Streamingdienst soll aber nicht nur auf iPhones, iPads, Apple TVs oder Macs angeboten werden. Laut "Wall Street Journal" wird er unter anderem auch auf diversen Smart-TV-Plattformen abrufbar sein. Möglicherweise ist sogar Erzrivale Samsung an Bord, dessen neue Fernseher bereits iTunes-tauglich sind.

Unklar ist allerdings noch, ob Eigenproduktionen auf allen Plattformen gleich behandelt werden. In früheren Gerüchten hieß es, sie seien auf Apple-Geräten kostenlos abrufbar. Die Informanten des "Wall Street Journal" sagen allerdings, auch diese Kunden müssten dafür bezahlen.

Netflix wehrt sich

Netflix spürt die Bedrohung und lässt seit Januar seine Kunden keine Abos mehr aus iOS-Apps heraus tätigen. Und es ist kaum verwunderlich, dass der führende Video-Streamer schon vorab angekündigt hat, bei Apples neuem Angebot nicht mitzumachen. Ähnlich geht der Musik-Dienst Spotify vor, der kürzlich in Europa eine Kartellbeschwerde gegen Apple eingereicht hat. Der Chef des schwedischen Unternehmens wirft Apple vor, sich durch die 30-prozentigen Abgaben auf In-App-Käufe einen unfairen Vorteil zu verschaffen.

Der Konflikt mit etablierten Streamingdiensten wird sich voraussichtlich weiter verschärfen. Apples Strategie ist gewollt oder ungewollt ein Verdrängungskurs gegen sie, weil er nur auf deren Kosten gelingen kann. Cook hat als Ziel ausgegeben, die Einnahmen durch Dienste von 25 Milliarden Dollar 2016 auf 50 Milliarden Dollar 2020 zu verdoppeln.

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Quelle: n-tv.de, kwe

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