Technik

Starkes UpgradeDas Pixel 11 Pro (XL) hat bessere Highlights als HiLight

20.08.2026, 07:11 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Google Pixel 11 Pro (XL) Test (1 von 3)
Pixel 11 Pro XL und Pixel 11 Pro. (Foto: kwe)

Google setzt beim Pixel Pro (XL) vor allem auf KI-Funktionen, was in der EU vorerst nur teilweise möglich ist, ansonsten bringt das Gerät nicht viel Neues. Trotzdem ist es ein starkes Upgrade, das vor allem mit weiter verbesserten alten Stärken glänzt.

Schon im vergangenen Jahr musste ntv.de ganz genau hinsehen, um Unterschiede des Pixel-10-Pro-Duos im Vergleich zu den Vorgängern zu erkennen. Das ist auch bei Googles neuestem Smartphone-Flaggschiff nicht anders, die Verbesserungen beschränken sich auf Details oder verstecken sich unter der Haube. Außerdem konzentriert sich der US-Konzern noch mehr auf KI-Funktionen, die sich in der EU aber zumindest vorerst nur sehr beschränkt umsetzen lassen. Trotzdem sind die Geräte 100 Euro teurer und kommen in der Basisvariante mit weniger Arbeitsspeicher. ntv.de hat ausprobiert, ob das Pixel-11-Pro-Duo das wert ist.

Google Pixel 11 Pro (XL) Test (2 von 3)
Generationenvergleich. (Foto: kwe)

Die einzig auffallende Veränderung zeigt die breite Kamerainsel auf der Rückseite. Sie ist jetzt vollständig von Glas bedeckt und ragt etwas weiter aus der Rückseite heraus. Zusätzlich hat Google den Temperatursensor gestrichen und das Fotolicht hat jetzt eine weiße Abdeckung.

Hellere Displays, stärkerer Chip

Die zuvor schon prächtigen OLED-Displays der Pros können mit bis zu 3600 Nits noch heller leuchten als die Panels der Vorgänger. Im Vergleich zeigt sich dies aber nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Wichtiger für den Alltag ist, dass das Deckglas doppelt so kratzfest sein soll.

Google Pixel 11 Pro (XL) Test (3 von 3)
Die Kamerainsel des Pixel 11 Pro (rechts) ragt noch weiter heraus als die des Vorgängers. (Foto: kwe)

Die entscheidende Hardware-Neuheit ist der Tensor G6. Der Chip hat mehr Rechenleistung und ist effizienter. Zusätzlich bietet er mit einem verbesserten neuronalen Prozessor (NPU) und einem neuen Bildprozessor deutlich mehr Ressourcen für KI-Aufgaben und die Kameras. Das macht sich in allen damit zusammenhängenden Bereichen deutlich bemerkbar.

Beeindruckende Tele-Kamera, "magische Aufnahmen"

Am meisten trifft dies vielleicht auf die Kameras zu, da Google zusätzlich teilweise die Objektive überarbeitet hat und optimierte Sensoren verwendet. Besonders beeindruckend sieht man dies den Aufnahmen der Tele-Kamera an, die jetzt eine bis zu 120-fache Vergrößerung erlaubt. Die Ergebnisse sind teils phänomenal, speziell die von der KI ausgezeichnet herausgearbeiteten Details. In den Beispielfotos des Berliner Fernsehturms ist sogar teilweise die Einrichtung des Restaurants in der Kugel zu erkennen - die Verzerrungen stammen von den Fenstern.

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Aufnahme der Hauptkamera ohne Zoom … (Foto: kwe)

Ein gelungenes Feature sind auch "Magische Aufnahmen", wobei es sich aber eher um eine Weiterentwicklung beziehungsweise Kombination von bestehenden KI-Fähigkeiten als um eine komplette Neuheit handelt. Man kann die Funktion in den Einstellungen statt Foto oder Video als Start-Modus definieren.

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… und die 120-fache Vergrößerung. (Foto: kwe)

Dabei nimmt das Smartphone eine Videosequenz auf, aus der es die besten Aufnahmen generiert. Ist die automatische Bearbeitung in den Einstellungen aktiviert, passt das Pixel 11 Pro auch Helligkeit, Kontrast, Schärfe etc. an und schneidet das Bild zu. Das hat im Test meistens einwandfrei funktioniert. Notfalls kann man nachträglich selbst eine Aufnahme aus der Sequenz auswählen. Beeindruckend ist, dass das Smartphone dies alles offline kann.

Nie wieder Text auswendig lernen

Das trifft auch auf die Creators Suite zu, mit der man spielend leicht Selfie-Videos erstellen kann. Unter anderem ist es in dem Modus möglich, einen Teleprompter auf dem Display laufen zu lassen. Den Text kann man auch direkt in der Foto-App schreiben oder diktieren. Das klappt übrigens vorzüglich mit der verbesserten Spracherkennung "Rambler". Die Funktion kommt per Update auch auf die Vorgänger Pixel und andere Android-Smartphones. Das kann man ebenfalls bei anderen neuen KI-Funktionen erwarten, wenn sie nicht auf stärkere Hardware angewiesen sind.

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Der Teleprompter im Einsatz. (Foto: kwe)

Auf Deutsch läuft der Teleprompter kontinuierlich durch, auf Englisch passt er sich auch der Sprechgeschwindigkeit an. Obendrein gibt es eine Audio-Visualisierung, um zu sehen, ob man laut genug spricht, und man kann die Sprachqualität verbessern lassen. Außerdem lassen sich Raster einblenden, um beispielsweise vorab zu sehen, ob Inhalte auf bestimmten Plattformen nicht verdeckt werden. Klasse: Alle Aufnahmen landen automatisch in einem Projekt-Ordner, um sie dann im Storyboard anzuordnen und zu schneiden.

Starke Video-Stabilisierung, flotte Nachtaufnahmen

Als sehr effektiv hat sich im Test die zusätzliche Kamera-Stabilisierung der "Video-Optimierung" erwiesen. Mit ihr ist es problemlos möglich beeindruckend ruhige Aufnahmen zu machen, während man beispielsweise rennt. Die Funktion verbessert auch automatisch Farben, Belichtung und weitere Einstellungen.

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Ein Tipper aufs Display blendet die favorisierten Einstellungen ein. (Foto: kwe)

Eine Erleichterung ist, dass man mit "Mehr Licht" Nachtaufnahmen auch in tiefster Dunkelheit sekundenschnell machen kann. Praktisch ist, dass man seine favorisierten Kameraeinstellungen über einen Tipper aufrufen kann. "Looks" als eine Art voreingestellte Filter ist dagegen nur ein nettes Extra.

Seltsames "HiLight", EU-Einschränkungen

Das kann man - bestenfalls - auch über "HiLight" sagen: Das Fotolicht auf der Rückseite kann jetzt bei Anrufen von favorisierten Kontakten in vier unterschiedlichen Farben oder weiß aufleuchten. Ebenso zeigt die Leuchte an, wenn der KI-Assistent Gemini aktiv ist. Mehr hat die Funktion aktuell nicht zu bieten. Bei Benachrichtigungen beispielsweise gibt es keine "HiLights". Kommen nicht weitere Möglichkeiten, kann sich Google das "HiLight" im nächsten Jahr sparen.

Pixel 11 Pro HighLight (1 von 1)
Das "HiLight" ist kein Highlight. (Foto: kwe)

Auf Updates müssen EU-Bürger auch warten, wenn sie weitere neue KI-Funktionen auf dem Pixel 11 nutzen möchten. Das gilt speziell für die "proaktive Assistenz". Dabei werden Bildschirminhalte, Benachrichtigungen, App-Daten und der Standort im Hintergrund analysiert, um automatisch passende Vorschläge oder Aktionen einzublenden. Das steht allerdings im Widerspruch zu EU-Recht, speziell der Datenschutzgrundverordnung und dem EU AI Act.

Ob Google und die EU eine Lösung finden ist noch offen. Wenn ja, handelt es sich dabei aber nicht um KI-Funktionen exklusiv für Pixel-11-Smartphones. Sie werden dann auch mit Vorgänger-Geräten funktionieren.

Gute Ausdauer

Die Laufzeiten des Pixel 11 Pro und des Pro XL sind ungefähr mit denen der Vorgänger zu vergleichen, vielleicht sind sie ein wenig besser. Die Geräte halten gut einen Tag durch, wobei das kleinere Smartphone mit dem kleineren Akku etwas mehr Mühe hat. Allerdings zeigt ein neues Modem deutlich Wirkung, insbesondere wenn man ohne WLAN im 5G-Netz unterwegs ist. Hier erweisen sich die Neulinge als ausdauernder.

Überdies lassen sie sich jetzt induktiv mit 25 statt 15 Watt laden. Das Pixel 11 Pro XL kann auch kabelgebunden schneller aufgetankt werden. Mit einem 67-Watt-Netzteil ist es in 30 Minuten etwa zu 75 Prozent geladen. Die kleinere Variante kommt in dieser Zeit wie bisher mit höchsten 30 Watt auf rund 55 Prozent.

Fazit

Das Pixel-11-Pro-Duo begeistert vor allem durch seine verbesserten Kamerafunktionen, ansonsten halten sich die Vorteile zu den Vorgängern in engen Grenzen. Diese dürften über Updates auch alle neuen KI-Funktionen bekommen, die nicht wie "Magische Aufnahmen" den Tensor 6 benötigen. Wer jetzt ein neues Google-Smartphone sucht, erhält mit einem Pixel 10 Pro aktuell vermutlich ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Quelle: ntv.de

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