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Günstiges Top-Smartphone Honor 9 ist ein starkes Schnäppchen

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Das Honor 9 bietet ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

(Foto: kwe)

Das Honor 9 zeigt viele Eigenschaften eines Top-Smartphones, kostet aber nur rund 400 Euro. Im Test überzeugt das Handy fast auf ganzer Linie. Allerdings ist es ohne Hülle ein sehr flüchtiges Vergnügen.

Smartphones der Huawei-Tochter Honor sind dafür bekannt, ein sehr gutes Preis-Leistungs-Niveau zu bieten. Star der Truppe war im vergangenen Jahr das Honor 8, das so manchen viel teureren Oberklasse-Konkurrenten blass aussehen ließ. Jetzt ist das Honor 9 auf dem Markt und n-tv.de hat getestet, ob auch dieses China-Handy das Zeug zum Preis-Leistungs-Champion hat.

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Das Display des Honor 9 kann richtig hell leuchten.

(Foto: kwe)

Optisch ist das Gerät ein echter Hingucker. Beim Honor 9 schimmert wie beim Vorgänger die Rückseite durch mehrere Schichten Glas verlockend. Es sieht aber durch gebogene Längsseiten noch etwas attraktiver aus und liegt durch seine Kurven auch angenehmer in der Hand. Praktischer wäre aber Metall gewesen. Zum einen wird die Schönheit schnell durch Schlieren etwas ruiniert, zum anderen ist das Smartphone unglaublich rutschig. Innerhalb einer Woche flutschte das Ding im Test drei Mal auf den Boden. Um es in Bewegung zu setzen, genügt eine Vibration, sogar das Gewicht des Ladekabels zieht das Honor 9 vom Tisch. Gut, dass im Lieferumfang ein durchsichtiges Plastik-Cover enthalten ist, das im Alltag unverzichtbar ist. Auf keinen Fall sollte man das Gerät auf den Rand der Badewanne legen, da es nicht wie teurere Oberklasse-Smartphones wasserdicht ist.

Keine Experimente

Technische Daten

  • System: Android 7, EMUI 5.1
  • Display: 5,15 Zoll, LCD, Full HD (1920x1080p, 428 ppi)
  • Prozessor: Kirin 960, max. 2,4 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB + microSD
  • Kamera: 20 MP + 12 MP, f/2.2
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • WLAN ac, LTE, Bluetooth 4.2
  • USB 2.0, USB-C
  • Akku: 3200 mAh
  • Maße: 147,3 x 70,9 x 7,45 mm
  • Gewicht: 155 g

Damit wären die größeren Mankos des Honor 9 auch schon genannt, ansonsten hat das Smartphone einen starken Eindruck hinterlassen. Das 5,15-Zoll-Display löst in Full-HD auf, was bei dieser Größe eine Pixeldichte von 428 ppi ergibt. Den Unterschied zu schärferen QHD-Bildschirmen sieht man nicht, aber der Akku wird geschont. Weil die Batterie mit 3200 Milliamperestunden auch noch eine beachtliche Kapazität aufweist, ist das Honor 9 ein ausdauerndes Gerät, bei dem man sich keine Sorgen machen muss, ob es bei intensiver Nutzung auch längere Tage übersteht. Außerdem überzeugt das Display durch schöne Farben, gute Kontraste und hohe Leuchtkraft.

Was die Leistung betrifft, erreicht das Honor 9 zwar nicht die Benchmark-Ergebnisse der stärksten aktuellen Smartphones, gehört aber mit seinem 8-Kern-Prozessor Kirin 960 und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Oberklasse. Die Bedienung ist immer flüssig, keine Spiele-App bringt das Gerät zum Stottern und Anwendungen starten flott. Dazu trägt auch Huaweis Benutzeroberfläche bei, deren Telefon-Manager das System auf Zack hält. Apropos flott: Der Fingerabdrucksensor reagiert enorm schnell, da überholt kein anderes Smartphone das Honor 9. Manche Nutzer würden ihn zwar lieber auf der Rück- statt auf der Vorderseite haben. Doch das ist Geschmackssache und kleiner würde das Handy so auch kaum sein, solange Huawei nicht wie Samsung oder LG das Display in die Länge zieht.

Honor experimentiert nicht, der Schwerpunkt liegt darauf, den Nutzern möglichst praktische Geräte anzubieten. Dazu gehört beim 9er auch ein Infrarotsender an der Oberseite, der das Smartphone zur Universal-Fernbedienung macht. Im Test hat das mit einem Panasonic-Fernseher prima geklappt. Außerdem zeigt das Honor 9 beim Telefonieren und Musikhören ausgezeichnete Klangeigenschaften.

Gute Kamera, aber kein OIS

Die Dual-Kamera des Honor 9 entspricht praktisch der des Huawei P10, von dem auch andere Komponenten stammen. Neben dem Leica-Branding fehlt vor allem der optische Bildstabilisator (OIS). Aber vom Monochrom-Modus über den nahezu verlustfreien Zweifach-Zoom bis hin zum digitalen Bokeh-Effekt sind alle Funktionen identisch. Das gilt auch für die sehr gelungene Kamera-App. Ein 20-Megapixel-Sensor nimmt die Bilder in Schwarz-Weiß auf, der 12-Megapixel-Sensor liefert dazu die Farbinformationen. Kaum überraschend, dass Fotos bei Tageslicht so gut wie beim P10 aussehen.

Wenn's dunkel wird, fehlt der optische Bildstabilisator aber schmerzhaft und neben einem deutlichen Rauschen müssen Nutzer dann auch mit schnell verwackelten Aufnahmen leben. Auch Videos sieht man an, dass nur digital stabilisiert wird. Die 8-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite hat eine größere Blende als die Rückkamera und liefert in fast allen Situationen prima Selfies - auf Wunsch sogar mit einem akzeptablen Bokeh-Effekt.

Im richtigen Moment kaufen

Alles in allem ist auch das Honor 9 wieder ein Smartphone mit einem sehr starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Es hat technisch zwar keine absolute Oberklasse zu bieten, ist aber von A bis Z gut bis sehr gut ausgestattet. Aktuell zahlen Online-Besteller 400 Euro, später soll das Handy 430 Euro kosten. Die Preiserhöhung dürfte aber nur eine vorübergehende Maßnahme sein, um die Verkäufe anzukurbeln. Sparfüchse sollten entweder gleich zuschlagen oder auf Aktionen warten, für die die Chinesen bekannt sind.

Quelle: n-tv.de

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