Technik

Upgrade des Schnäppchens Ist das Nokia 6.1 ein Preis-Leistungs-Star?

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Alu-Bolide mit Zeiss-Optik: das Nokia 6.1.

(Foto: jwa)

Nokia legt seinen Preis-Leistungs-Star Nokia 6 neu auf. Das 2018-Modell hat ähnliche Vorzüge wie sein Vorgänger und ist an entscheidenden Stellen besser. Trotzdem ist es nicht für alle etwas.

Mit dem Nokia 6 hatte der finnische Hersteller HMD Global im vergangenen Jahr ein verlockendes Angebot für alle Android-Fans auf Schnäppchenjagd: Nur 250 Euro kostete das neue Nokia-Smartphone, mit dem die Finnen das Revival der Traditionsmarke in China einläuteten - in Europa kam es mit Verspätung auf den Markt, zusammen mit dem Nokia 3 und dem Nokia 5. Dafür bekamen Käufer ein robustes Metallgehäuse, ein scharfes Display, ausreichend starke Hardware und ein topaktuelles Android. Das Software-Versprechen - schnelle Updates dank purer Android-Software - haben die Finnen bis heute eingehalten und auch am guten Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich im zweiten Nokia-Jahr nach dem Comeback nichts geändert.

Design fast gleich

Technische Daten

  • System: Android 8.0
  • Display: 5,5 Zoll, LCD, Full HD (1920 x 1080 Pixel), ~400 ppi
  • Prozessor: Snapdragon 630
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Interner Speicher: 32 GB + microSD
  • Kamera: 16 MP, f/2.0
  • Frontkamera: 8 MP
  • LTE Cat. 4, WLAN n, Bluetooth 5.0
  • USB-C, USB 2.0
  • Akku: 3000 mAh, Quick Charge
  • Maße: 148,8 x 75,8 x 8,15 mm
  • Gewicht: keine Angabe

Dass auf die Finnen Verlass ist, konnte schon das Nokia 7 Plus beweisen, ein großes Gerät mit ausreichend Power, das die Grenzen zwischen Mittel- und Oberklasse verwischt. Das Nokia 6.1 spielt zwar eine Liga darunter, doch es hat seine eigenen Qualitäten. Auffallend ist die Ähnlichkeit zum Vorgänger: Das Gehäuse macht einen stabilen Eindruck, ist aus einem Stück Metall gefräst und wirkt ziemlich unzerstörbar. Wie beim Vorgänger stören aber die scharfen Kanten etwas und mit knapp 7,6 Zentimetern ist es für ein 5,5-Zoll-Smartphone immer noch ziemlich breit, genau wie der Vorgänger. Trotzdem: Wer nichts davon hält, dass beinahe die gesamte Branche ihre neuen Modelle in Glas kleidet, ist hier gut bedient.

Der Fingerabdruck-Sensor sitzt wie beim 7 Plus auf der Rückseite, beim ersten Nokia 6 war er noch vorne untergebracht. Dadurch ist das neue 6er-Modell etwas kürzer, die Ränder ober- und unterhalb des Displays sind etwas schmaler. Trotzdem hat das Nokia 6.1 keinen 18:9-Bildschirm, und das ist etwas schade - eine kompaktere Bauweise wäre durchaus drin gewesen. Der Finger-Scanner sitzt zudem gefühlt einen guten Zentimeter zu tief und lässt sich nur schwer ertasten - der Zeigefinger landet zumindest am Anfang immer etwas zu weit oben, direkt auf der Foto-LED. Darüber sitzt die Kameralinse. Auf ein Dual-Setup verzichtet Nokia hier, doch das Zeiss-Gütesiegel bekommt auch das 6.1.

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Wirkt angestaubt: Das Nokia 6.1 hat noch ein 16:9-Display.

(Foto: jwa)

Die Kamera macht bei Tageslicht ähnlich gute Fotos wie das 7 Plus, der Sensor ist aber etwas kleiner und die Kamera mit Blende f/2.0 etwas weniger lichtstark als beim größeren Bruder. Das macht sich bei wenig Licht bemerkbar, hier hat das Nokia 6.1 schnell mit Bildrauschen zu kämpfen. Die Kamera-App hat weitgehend die gleiche Benutzeroberfläche und die gleichen Aufnahmemodi - mit einem entscheidenden Unterschied: Der Live-Bokeh-Modus für Porträtfotos mit unscharfem Hintergrund fehlt beim Nokia 6.1. Das ist zwar zu verschmerzen, aber Billig-Konkurrenten wie Honor bieten den trendigen Bokeh-Effekt selbst in der günstigen Einsteigerklasse.

Eher Upgrade als Nachfolger

Insgesamt ist das Nokia 6.1 eher ein behutsames Upgrade seines Vorgängermodells als ein wirklicher Nachfolger - das deutet ja schon der Name an. Der Prozessor ist neuer und schneller, die Kameras machen etwas bessere Bilder, behalten aber ihre Auflösung von 16 und 8 Megapixeln. Der Arbeitsspeicher und der interne Speicher sind gleich groß geblieben, die Akkukapazität beträgt unverändert 3000 Milliamperestunden - immerhin lässt sich das Nokia 6.1 per Schnelllade-Technik flott wieder vollmachen (im Karton liegt ein 5V/3A-Netzteil) und der Akku hält etwas länger als beim Vorgänger.

Etwas schade ist es schon, dass Nokia hier nicht an mehr Schrauben gedreht hat. Vor allem beim Design wäre etwas mehr drin gewesen. So ist das Nokia 6.1 wie sein Vorgänger ein solides Mittelklasse-Smartphone, das für einen Preis von 279 Euro zwar kein Preishammer, aber seinen Preis wert ist. Die technischen Daten allein machen es dabei noch nicht besonders und in der Hand wirkt es etwas klobig. Doch zusammen mit der soliden Hardware und dem Aktualitätsversprechen, das Nokia mit seiner Teilnahme am Android-One-Programm untermauert, ist das Nokia 6.1 ein gutes Gesamtpaket. Behaupten muss es sich gegen das Honor 9 Lite, das günstiger und mit Dual-Kamera und 18:9-Display in mindestens zwei Belangen moderner ist, und das Moto G6 Plus, das zwar etwas teurer und größer ist, aber dafür auch mehr Speicher und Leistung bietet.

Quelle: n-tv.de

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