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Hilfe für Entwicklungsländer WHO bringt eigene Corona-App heraus

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Die WHO-App soll Ländern im Kampf gegen Covid-19 helfen, die dafür kaum eigene Ressourcen haben.

(Foto: AP)

Die WHO möchte noch in diesem Monat eine Corona-App veröffentlichen. Sie soll ärmeren Ländern durch Informationen bei der Bekämpfung der Pandemie helfen, aber die Entwickler erwägen auch, eine Kontakt-Rückverfolgung einzubauen.

Deutschland, Großbritannien und andere Länder wollen demnächst Corona-Apps veröffentlichen, mit denen sich Infektionsketten zurückverfolgen lassen sollen. Andere Staaten wie Singapur oder Taiwan nutzen solche Tracing-Apps bereits. Doch viele andere Länder der Welt haben überhaupt nicht die Möglichkeiten, solche Anwendungen zu entwickeln. Ihnen möchte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch im Mai mit einer eigenen Corona-App unter die Arme greifen.

Laut Reuters arbeiten an der App seit mehreren Wochen mehrere Entwickler ehrenamtlich, von denen einige auch schon für Google oder Microsoft gearbeitet haben. Die Anwendung wird für Android und iOS weltweit zur Verfügung stehen, der quelloffene Code wird via GitHub für jedermann zugänglich sein.

Zunächst soll die Anwendung dazu da sein, Nutzern mit Informationen zu helfen, indem sie unter anderem Symptome abfragt und im Falle einer möglichen Infektion zeigt, wie und wo man getestet werden kann. Dazu sollen weitere Hilfen wie eine psychologische Beratung hinzukommen. Für die Umsetzung haben Länder die Möglichkeit, die App nach den eigenen Anforderungen anzupassen. Die WHO plant, in der kommenden Woche dazu Anleitungen herauszugeben.

Vorsicht bei Tracing-Funktion

Eine Kontakt-Rückverfolgung enthält die WHO-App zunächst nicht. Rechtliche und Privatsphäre-Aspekte hielten die WHO vorerst davon ab, sagt ihr Pressesprecher Bernardo Mariano. Er fürchtet, die Funktion könnte missbraucht werden, um mit Nutzerdaten Geld zu machen.

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Die WHO-Entwickler haben aber bereits mit Google und Apple gesprochen, um möglicherweise deren dezentrales Konzept umzusetzen, bei dem bis auf anonyme IDs keine Daten die Smartphones verlassen sollen. Aber bevor eine Tracing-Funktion eingebaut werde, wolle man sicher sein, alle möglichen Risiken ausschließen zu können, sagt Mariano.

Zusätzlich zur allgemeinen Corona-App möchte die WHO in der kommenden Woche auch eine App für Beschäftigte im Gesundheitswesen herausbringen. Sie soll Informationen zu Schutzausrüstung und Hygiene bereitstellen und weitere Ratschläge zum Umgang mit dem Virus geben.

Quelle: ntv.de, kwe