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Nokia 2 im Alltagstest Was kann der Preis-Akku-Hammer?

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Das Nokia 2 hat einen großen Akku und einen kleinen Speicher.

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Das Nokia 2 kostet nur 120 Euro und hat einen fetten Akku unter der Haube. Gleicht das die Schwächen aus, die ein so günstiges Smartphone unweigerlich haben muss? n-tv.de hat's ausprobiert.

Kurz bevor HMD Global beim MWC in Barcelona voraussichtlich ein neues Top-Gerät vorstellen wird, bringen die Finnen mit dem Nokia 2 ihr bisher günstigstes Smartphone auf den Markt. Gerade mal 120 Euro kostet es und in den nächsten Wochen dürfte sich der Preis schnell der 100-Euro-Marke nähern. Was darf man dafür erwarten? n-tv.de hat das Gerät im Alltag getestet.

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Die Rückseite ist aus Plastik, knarzt aber nicht.

(Foto: kwe)

Man sieht ihm zwar an, dass es kein teures Smartphone ist, aber wie ein Billig-Handy wirkt das Nokia 2 auch nicht und es macht in der Hand einen soliden Eindruck. Es hat einen griffigen Aluminiumrahmen und die Plastik-Rückseite knarzt auch unter Druck nicht. Dass es etwas pummelig ist, mag man dem Handy gerne verzeihen - der Grund dafür ist ein dicker Akku mit 4100 Milliamperestunden Fassungsvermögen.

Es läuft und läuft und läuft ...

Damit ist auch schon der größte Vorzug des Nokia 2 genannt: seine enorme Ausdauer. Bis zu zwei Tage Laufzeit verspricht HMD Global und übertreibt damit nicht. So lange man das Handy nicht mit grafisch aufwändigen Spielen quält, sind selbst bei intensiverem Gebrauch locker eineinhalb Tage drin. Für Games à la Asphalt 8 ist das Nokia 2 ohnehin nicht gemacht. Es soll eine jugendliche Zielgruppe ansprechen, die gerne Youtube-Videos sieht, chattet und viel unterwegs ist.

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Der Rahmen ist aus Aluminium.

(Foto: kwe)

Für solche Aufgaben ist das Gerät grundsätzlich prima geeignet. Das 5 Zoll große Display ist erstaunlich gut. Es bietet für diese Preisklasse schöne Farben und Kontraste, kann recht hell leuchten und ist auch von der Seite noch gut ablesbar. Die HD-Auflösung ist für die Größe des Displays völlig ausreichend.

Der Prozessor ist zwar kein Leistungsbolzer, aber kräftig genug, um eine relativ flüssige Bedienung und akzeptable Ladezeiten zu ermöglichen. Auch bei einfachen Spielchen kommt er nicht ins Schwitzen. Man darf dabei aber nicht zu viel auf einmal von dem Handy verlangen, denn der Arbeitsspeicher ist nur mickrige 1 Gigabyte groß. Eine gute Idee ist es auch, so wenig Apps wie möglich Hintergrundaktivitäten zu erlauben.

Mickriger Speicher, schlankes Betriebssystem

Technische Daten

  • System: Android 7.1.1
  • Display: 5 Zoll, LCD, HD (1280x720p)
  • Prozessor: Snapdragon 212, 1,3 GHz
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Interner Speicher: 8 GB
  • Kamera: 8 MP
  • Frontkamera: 5 MP
  • LTE Cat. 4, WLAN b/g/n, Bluetooth 4.1, FM-Radio
  • Maße: 143,5 x 71,3 x 9,3 mm
  • Gewicht: k.A.

Für Snapchat, Videochats und Schnappschüsse sind die Kameras des Nokia 2 zu gebrauchen. Mehr darf man sich aber nicht von den Knipsen erhoffen - vor allem, wenn das Licht schwächer wird. Die Rück-Kamera startet außerdem sehr gemächlich. Das ist keine Überraschung, gute Smartphone-Kameras sind eben nicht billig.

Nettes Extra: Das Gerät hat zwei separate Steckplätze für SIM-Karten. Damit kann man beispielsweise einen günstigen Telefontarif mit einem preiswerten Daten-Angebot kombinieren. In anderen Ländern gibt es dafür aber mehr Einsatzmöglichkeiten als in Deutschland.

Der größte Minus-Punkt des Nokia 2 ist der 8 Gigabyte kleine Speicher. Eigentlich ist das sogar ein Grund, vom Kauf des Geräts abzuraten. Aber der Platzmangel hat sich im Test als nicht ganz so schlimm herausgestellt wie erwartet. Immerhin blieb bei rund 50 installierten Apps noch etwas mehr als 1 Gigabyte Speicherplatz übrig. Das liegt daran, dass HMD Global bei seinen Smartphones auf pures Google-Android setzt, das in diesem Fall nur rund 4 Gigabyte beansprucht. Fotos, Musik und andere Dateien kann man auf einer microSD-Karte speichern.

Da fehlt noch was

Ein Trostpflaster für den Mini-Speicher sind auch die schnellen Updates, die pures Android ermöglichen und die HMD Global seinen Kunden auch verspricht. Beim Nokia 2 müssen die Finnen aber noch nachliefern. Das Gerät ist zwar "Oreo-kompatibel", wird aktuell aber mit Android 7.1.1 ausgeliefert. Und das Sicherheitsupdate stammt noch aus dem Dezember.

Alles in allem ist das Nokia 2 trotz des extrem kleinen internen Speichers durchaus ein vernünftiges Einsteiger-Smartphone oder Zweit-Handy, das vor allem durch seine lange Laufzeit und die Ausstattung mit purem Android überzeugt. Es lohnt sich aber abzuwarten, bis der Preis bei rund 100 Euro liegt. Ansonsten gibt es beispielsweise mit dem Lenovo Moto G5, dem Honor 6A oder auch dem Nokia 3 ähnlich günstige Alternativen, die bis auf den Akku besser bestückt sind.

Quelle: n-tv.de

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