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Günstig und gut - reicht das? Moto G5 und G5 Plus bieten viel fürs Geld

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Der Alu-Rücken macht Moto G5 und G5 Plus schick.

jwa

Mit dem Moto G5 und dem G5 Plus zeigen Motorola und Lenovo erneut, wie man ein gutes Preis-Leistungsverhältnis definiert. Aber reicht das noch aus? Was macht die Moto Gs besonders?

Als Motorola das erste Moto G auf den Markt brachte, waren sich Experten und Kritiker einig: Es demonstrierte eindrucksvoll, wie gut und trotzdem günstig ein Smartphone sein kann. Seitdem steht das G für ein erstklassiges Preis-Leistungsverhältnis, doch die Gut-und-Günstig-Smartphones bekommen zunehmend Konkurrenz - vor allem Huawei-Ableger Honor fischt in den gleichen Gewässern wie die Lenovo-Marke Motorola.

Mit der fünften G-Generation stellt sich die Frage: Wird Motorola noch seinem Anspruch gerecht, das Beste fürs Geld zu bieten? Das Moto G5 geht für 199 Euro in den Verkauf, das besser ausgestattete G5 Plus kostet 289 Euro. Das ist nicht viel Geld für ein ordentliches Smartphone, auf der anderen Seite aber auch nicht mehr konkurrenzlos wenig.

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Beim G5 Plus steht das Kamera-Modul etwas hervor. Beide haben einen Micro-USB-Steckplatz.

(Foto: jwa)

Schärfster Wettbewerber dürften die neuen Nokia-Smartphones sein, die auf dem Mobile World Congress in Barcelona viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Auf der gleichen Messe feierten auch Motorolas Neue Premiere. Vorerst hat das G5-Duo aber einen entscheidenden Vorteil: Man kann beide bereits kaufen. Das Huawei P10 Lite aber auch - ein weiterer scharfer Konkurrent.

Aufgepepptes Design

Beim Design geht Motorola kleine, aber entscheidende Schritte nach vorne: Das Gehäuse beider Smartphones ist teils aus Metall gefertigt. Beim G5 kann man die Rückseite noch abnehmen, beim G5 Plus ist sie fest mit dem Gehäuse verbunden. Das bei den Vorgängermodellen längliche Kameramodul ist nun kreisrund, wie auch bei den teureren Geräten aus der Moto-Z-Reihe - das sieht gut aus. Beim G5 Plus ragt das Modul aus dem Gehäuse hervor, beim G5 nicht.

Der Fingerabdruck-Scanner an der Front ist nicht mehr quadratisch wie noch beim Moto G4 Plus, sondern leicht länglich mit runden Seiten, ähnlich wie bei anderen Herstellern. Er funktioniert bei beiden Geräten schnell und zuverlässig und nimmt nicht zu viel Platz weg. Nützlich: Wie auch beim Huawei P10 kann man die Navigationstasten auf dem Display ausblenden und alle Navigationsgesten über den Finger-Scanner erledigen.

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Die Displayränder könnten beim Moto G5 (links) etwas schmaler sein.

(Foto: jwa)

Andere praktische, von Motorola bekannte Extras sind ebenfalls an Bord: Die Kamera startet durch zweimaliges Drehen des Handgelenks, eine Hack-Geste schaltet die Taschenlampe ein, das Display zeigt wichtige Informationen auch im Ruhezustand an. Ansonsten haben die Moto Gs wie immer pures Android an Bord - schnelle Updates (meist) inklusive. 

Die Displays sind gut - ausreichend hell und ausreichend scharf. Sowohl das 5-Zoll-Display des Moto G5 als auch der 5,2-Zoll-Screen des G5 Plus bieten Full-HD-Auflösung, das reicht für den Alltagsgebrauch allemal. Im direkten Sichtvergleich fällt auf, dass die Anzeige des G5 Plus etwas kälter wirkt und auf maximaler Stufe heller strahlt. Auch wirkt sie kontrastreicher als beim G5. Die seitlichen Displayränder könnten für einen moderneren Look vor allem beim G5 einen Hauch schmaler sein.

Das G5 Plus hat mehr drin

Gravierende Leistungsunterschiede zwischen den beiden Geräten gibt es nicht. Im Benchmark-Test schneidet das G5 Plus besser ab, komplexe 3D-Darstellungen gelingen ihm flüssiger, auch die Kamera arbeitet zackiger. Es hat den Snapdragon 625 an Bord, der auch schon im Moto Z Play zum Einsatz kam. Das G5 muss mit einem schwächeren Snapdragon 430 und schwächerer Grafikeinheit auskommen.

Technische Daten

  • System: Android 7.0
  • Display: 5 Zoll (G5), 5,2 Zoll (G5 Plus); Full HD (1920 x 1080 Pixel)
  • Prozessor: Snapdragon 430 (G5), Snapdragon 625 (G5 Plus)
  • Arbeitsspeicher: 3 GB (G5 auch mit 2 GB erhältlich)
  • Interner Speicher: 16 GB (G5), 32 GB (G5 Plus) + microSD
  • Kamera: 13 MP, f/2.0 (G5), 12 MP, f/1.7, Dual-Pixel-AF (G5 Plus)
  • Frontkamera: 5 MP, f/2.2, Displayblitz
  • Akku: 2800 mAh (G5), 3000 mAh (G5 Plus)
  • WLAN b/g/n, LTE Cat. 6 (G5 Plus), Cat. 4 (G5)
  • NFC (G5 Plus)
  • Maße (mm): 144,3x73x9,5 (G5), 150,2x74x7,7-9,7 (G5 Plus)
  • Gewicht: 144,5 g (G5), 155 g (G5 Plus) 

Das G5 Plus hat zudem NFC an Bord, unterstützt WLAN im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband und LTE Cat. 6 (das G5 bietet LTE Cat. 4). Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte (GB), von denen knapp 25 nutzbar sind, der Rest ist vom Android-System belegt. Das G5 hat nur 16 Gigabyte, von denen circa 10 GB frei sind. MicroSD-Karten akzeptieren beide. Beide haben 3 Gigabyte Arbeitsspeicher, das G5 gibt's laut Hersteller auch mit 2 GB. Der Akku des G5 Plus ist mit 3000 Milliamperestunden (mAh) etwas größer. Das G5 hat 2800 mAh. Beide unterstützen Schnellladegeräte.

Kamera kann was

Wichtiges Ausstattungsplus beim G5 Plus ist die Kamera: Es knipst Bilder mit einem 12-Megapixel-Sensor, lichtstarker Blende f/1.7 und Dual-Pixel-Autofokus. Das sind auf dem Papier die gleichen Eckdaten wie beim Samsung Galaxy S7 - eine starke Ansage für ein Mittelklasse-Smartphone. Die große Blende wirkt bei Nahaufnahmen, dann wird eine nette Hintergrundunschärfe sichtbar. Ob es auch so gute Bilder macht wie das S7, kann nur ein direkter Vergleich zeigen, doch in jedem Fall macht das G5 Plus ansprechende Bilder und hat einen blitzschnellen und präzisen Autofokus. Chapeau! 

Das G5 hat eine schwächere 13-Megapixel-Kamera, die mit Blende f/2.0 aber ebenfalls gut Bilder knipst. Im direkten Sichtvergleich ist die Kamera des G5 Plus bei Tageslicht nicht deutlich überlegen - Foto-Enthusiasten fahren mit ihr aber trotzdem besser, spätestens wenn das verfügbare Licht knapp wird.  

Beide Smartphones bieten ausreichend viel für ihr Geld, sind aber keine bahnbrechenden Neuheiten. Motorola und Lenovo setzen mit der 5. G-Generation einfach ihren Weg fort. Die Konkurrenz ist härter geworden, doch gerade das G5 Plus hat eine für seine Preisklasse gute Kamera, die es von der Konkurrenz absetzt. Ob das den Ausschlag gibt, oder ob das doch etwas angestaubt wirkende Design die Kunden in die Arme der Wettbewerber treibt, wird sich zeigen. Nach wie vor hält die Moto-G-Reihe aber ihr Preis-Leistungsversprechen.  

Quelle: n-tv.de

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