Kurznachrichten
Dienstag, 31. Januar 2017

Während Westsaharakonflikt ausgetreten: Marokko kehrt in Afrikanische Union zurück

Marokko feiert seine Wiederaufnahme in die Afrikanische Union (AU). Die Rückkehr in den Staatenbund nach 33 Jahren sei ein persönlicher Erfolg des marokkanischen Königs Mohammed VI., der am Wochenende zum AU-Gipfel in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba gereist war, berichtete der französische Auslandssender RFI. Marokko war 1984 unter Protest ausgetreten, weil eine Mehrheit der afrikanischen Staaten Partei für die von Marokko annektierte Westsahara ergriffen hatte.

Die von der Unabhängigkeitsbewegung Polisario im algerischen Exil proklamierte Demokratische Republik Sahara wurde als AU-Mitglied aufgenommen. Nun stimmten nach AU-Angaben 39 von 54 afrikanischen Staats- und Regierungschefs für die Wiederaufnahme Marokkos. Zu den starken Befürwortern gehörten der Senegal und andere westafrikanische Staaten.

Hinter verschlossenen Türen sollen aber der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und der simbabwische Staatschef Robert Mugabe Bedenken angemeldet haben. Die Rückkehr Marokkos wurde jedoch von der sahaurischen Exilregierung begrüßt. Damit habe sich Marokko auf die Prinzipien der AU verpflichtet, sagte der Außenminister der Exilregierung, Mohammed Salek Ould Salek.

Auch der wichtigste Verbündete, Algerien, äußerte sich zufrieden. Dass Marokko und die Republik Sahara beide Mitglied der Afrikanischen Union seien, könne neue Chancen für eine Lösung des Konflikts eröffnen, sagte der algerische Außenminister Abdelkader Messahel laut RFI. Der Küstenstreifen Westsahara im Süden Marokkos ist so groß wie die alten Bundesländer zusammen, hat aber nur etwa 500.000 Einwohner.

Der größte Teil der Fläche ist Wüste, in der sich reiche Phosphor-Vorkommen befinden. Das Gebiet war einst spanische Kolonie und wurde Ende der 70er Jahre von Marokko annektiert, obwohl Bewohner die Unabhängigkeit ausgerufen hatten. Nach jahrelangem Bürgerkrieg wurde 1991 ein Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario vereinbart, der von UN-Soldaten überwacht wird. Das geplante Referendum über die Unabhängigkeit scheiterte aber bisher am Widerstand Marokkos.

Quelle: n-tv.de

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