Kurznachrichten
Dienstag, 05. Juni 2018

"Wahre Sklaverei" : Migrant in Italien erschossen - Erntehelfer demonstrieren gegen Fremdenhass

Nach tödlichen Schüssen auf einen Migranten in Kalabrien ist es zu Protesten in Italien gekommen. Der 29-Jährige aus Mali war am Wochenende erschossen worden, angeblich weil er Blech in einer alten Fabrik mitgenommen hatte.

In der Gegend Gioia Tauro, wo tausende Migranten unter erbärmlichen Zuständen in Slums hausen und für die Ernte von Zitrusfrüchten ausgenutzt werden, demonstrierten die Arbeiter darauf am Montag gegen Unterdrückung und Fremdenhass.

Die Gewerkschaft USB erklärte, der Tod von Soumaila Sacko stehe für die Diskriminierung der ausgebeuteten Erntehelfer. "Soumaila Sacko ist auf der Suche nach Arbeit und nach einer Zukunft nach Italien gekommen, für sich und für seine Frau und seine Tochter in Mali. Stattdessen hat er einen Lohn von drei Euro pro Stunde gefunden."

In Italien wurde gerade erst eine neue Regierung vereidigt, an der auch die fremdenfeindliche Lega beteiligt ist, die Stimmung gegen Migranten macht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sprach am Dienstag von einem "Klima, das immer mehr von Spannungen und Intoleranz" gekennzeichnet sei.

Der neue Regierungschef Giuseppe Conte drückte der Familie des Mannes - der eine Aufenthaltsgenehmigung gehabt habe - am Dienstag sein Beileid aus. Die Politik müsste dafür sorgen, dass diese Menschen in Würde arbeiten können. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Roberto Fico, kritisierte: "Auch heute noch, in 2018, gibt es in unserem Land noch wahre Sklaverei."

Quelle: n-tv.de

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