Wirtschaft

"Verstörender Spuk" im Kapitol Anlass zur Sorge für die deutsche Industrie?

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Ein Polizist hält einen Trump-Anhänger fest, als der Mob das Kapitol in Washington stürmt.

(Foto: REUTERS)

Die USA sind seit Jahren der wichtigste Abnehmer von Waren "Made in Germany". Haben die dramatischen Ereignisse in Washington Folgen für das transatlantische Verhältnis? Der Außenhandelsverband gibt sich unaufgeregt, betont aber auch: Für die Biden-Administration wird es nicht leichter.

Der gewaltsame Sturm von Anhängern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol gibt viel Anlass zur Sorge - auch die deutschen Exporteure lassen die Vorkommnisse der Nacht nicht kalt. Die USA sind seit Jahren der wichtigste Abnehmer von Waren "Made in Germany": 2019 wurden Güter im Wert von 118,7 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten ausgeführt.

Dennoch gibt man sich zuversichtlich, dass die Krise nur eine Momentaufnahme ist. Die Hoffnungen ruhen dabei auf dem neuen US-Präsidenten Joe Biden. "Die verstörenden Bilder der letzten Nacht tun weh, aber glücklicherweise ist der Spuk bald vorbei und Licht am Horizont zu sehen", kommentiert der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, die Ereignisse. Die Demokratie in den USA werde auch das überstehen.

Mit dem anstehenden Amtswechsel im Weißen Haus sei die Hoffnung auf ein wieder verlässlicheres und besseres Miteinander verbunden. "Wir haben hier volles Vertrauen in die demokratischen Strukturen und Institutionen", sagte Börner. "Die Bestätigung von Joe Biden als Wahlsieger durch den US-Kongress ist hier ein gutes und wichtiges Zeichen."

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"Mit negativen Auswirkungen auf Investitionsvorhaben rechne ich nicht", sagte Börner weiter. Allerdings wäre auch "ein geordneter Übergang auf die neue Regierung dringend nötig angesichts der weiterhin bestehenden, zahlreichen Herausforderungen". Die grassierende Pandemie in den USA stelle auch für die Biden-Administration eine schwere Hypothek dar. "Von ihrer Bewältigung wird damit auch eine baldige, wirtschaftliche Erholung unseres so wichtigen transatlantischen Partners abhängen", sagte Börner.

Zuvor hatten Verbände und Firmenchefs aus den USA ihre Sorge um Stabilität und Demokratie in ihrem Land zum Ausdruck gebracht. Am schärfsten fiel die Reaktion des Präsidenten des US-Industrieverbandes National Association of Manufacterers auf die Revolte aus. Ihr Chef Jay Timmons forderte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Wahlverlierer Trump durch die noch amtierende republikanische Regierung.

Quelle: ntv.de, ddi/rts