Wirtschaft

Trotz Umsatzeinbruch und Verlusten Anleger feiern Aixtron

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Die Analysten der DZ Bank bleiben skeptisch, was den Anlagenbauer Aixtron betrifft.

Der Umsatz sackt fast 50 Prozent ab, der Verlust klettert dafür um rund ein Drittel: Ein solcher Quartalsausweis läuft in der Regel nicht zu Aktienkäufen ein. Bei Aixtron ist das anders.

Mit Aufschlägen von in der Spitze mehr als 14 Prozent haben am Dienstag die Aktien des Anlagenbauers Aixtron aufgewartet. Am Handelsende stand dann ein Plus von rund 10 Prozent. Die Titel waren damit mit Abstand größter Gewinner im TecDax. Der Tech-Index legte dagegen nur leicht zu.

Aixtron war im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht und hatte dabei auch schlechter abgeschnitten als erwartet. Allerdings konnte der Auftragseingang deutlich zulegen.

Tiefrot

Der Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie meldete für das erste Quartal eine Zunahme des Auftragseingangs im Vergleich zum Vorquartal um 42 Prozent auf 44,4 Millionen Euro. Im Jahresvergleich ging er allerdings um 9 Prozent zurück. Analysten hatten im Mittel neue Order für 38 Millionen Euro erwartet. Besonders gefragt sei die Planetenreaktortechnologie für verschiedene Anwendungen gewesen, hieß es.

Der Umsatz sackte im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 21,4 Millionen Euro. Hier hatten die Beobachter mit 29 Millionen Euro deutlich mehr erwartet. Der operative Verlust wuchs um gut zwei Drittel auf 14,7 Millionen Euro. Aixtron führte dazu etwa die laufenden Kosten von rund 1,3 Millionen Euro für die im zweiten Quartal 2015 übernommene PlasmaSi an. Unter dem Strich stand ein um 63 Prozent höherer Verlust von 15,5 Millionen Euro. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Fehlbetrag von 12 Millionen Euro gerechnet.

DZ Bank: Lage bleibt angespannt

Aixtron erwartet für das Gesamtjahr weiter Umsatzerlöse von 170 bis 200 Millionen Euro, mit einer deutlich stärkeren Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr. Der Auftragseingang für das Gesamtjahr werde währungsbereinigt auf dem Niveau des Vorjahres gesehen. Ebitda, Ebit, Jahresergebnis und Free Cashflow sollen sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2015 leicht verbessern, werden aber negativ bleiben. 2017 soll die Wende bringen, für das Jahr plant der Vorstand mit einem positiven Ebitda.

Die DZ-Bank sieht bislang keine Besserung der Lage bei Aixtron. Die Erstquartalszahlen seien deutlich unter den Prognosen geblieben. Der Auftragseingang habe sich im Rahmen der Erwartungen bewegt, sagte Analyst Harald Schnitzer.

Die schwache Entwicklung dürfte sich auch im zweiten Quartal 2016 fortsetzen. Die Diversifizierung in den Opto- und Power-Electronics-Bereich sei ermutigend, das LED-Geschäft bleibe aber der Schwachpunkt bei Aixtron. Die DZ-Bank stuft das Aixtron-Papier weiter mit "Sell" und einem fairen Wert von 4 Euro ein. Derzeit notierten sie um 4,45 Euro.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ

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