Wirtschaft
Atomwaffen-Tests in den USA: Ican untersucht die Beteiligung von Firmen an der Produktion von Komponenten für das Atomwaffen-Arsenal der USA, Frankreichs, Indiens und Großbritanniens.
Atomwaffen-Tests in den USA: Ican untersucht die Beteiligung von Firmen an der Produktion von Komponenten für das Atomwaffen-Arsenal der USA, Frankreichs, Indiens und Großbritanniens.(Foto: picture alliance / John Kowalski)
Mittwoch, 07. März 2018

Unethische Investitionen: Banken stecken Milliarden in Atomwaffen

Das lukrative Geschäft mit Nuklearwaffen: Vom Säbelrasseln einiger Atommächte profitieren offenbar die Atomwaffen-Hersteller. Laut einer aktuellen Studie investieren Finanzinstitute immer mehr Geld in den Markt. Auch deutsche Banken sollen sich so bereichern.

Die Investitionen von Banken und Fonds in die Produzenten von Atomwaffen haben 2017 einer Studie zufolge um 18 Prozent zugenommen. So flossen 525 Milliarden Dollar in Konzerne wie Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman oder General Dynamics, wie eine Untersuchung der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) ergibt. Ican hatte für ihr Engagement gegen Atomwaffen im vergangenen Jahr bereits den Friedensnobelpreis erhalten.

Ingesamt hätten 329 Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und Vermögensverwalter aus 24 Ländern signifikant Geld in die 20 größten Unternehmen gepumpt, die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Von den zehn größten Investoren stammen alle aus den USA, angeführt von Blackrock, Capital Group und Vanguard.

Doch auch deutsche Finanzinstitute investierten offenbar mehrere Milliarden Dollar in Unternehmen, die Atomwaffen bauen oder instand halten. Dabei soll auch das Geld von Privatanlegern genutzt worden sein. Den größten Anteil an der Summe von knapp zehn Milliarden Dollar trug Ican zufolge die Deutsche Bank mit rund 6,6 Milliarden Dollar.

Zahl an Verweigerern wächst

Das größte deutsche Kreditinstitut weist den Vorwurf zurück und lässt in einer Stellungnahme mit Blick auf seine Geschäftsbeziehungen mit multinationalen Mischkonzernen verlauten: "Wenn mit diesen Geschäftsbeziehungen eingegangen werden, achten wir streng darauf, dass diese ausschließlich mit Bereichen des Konzerns erfolgen, die nichts mit ABC-Waffen sowie mit Streumunition, Landminen etc. zu tun haben." Unter ABC-Waffen fallen neben atomaren auch biologische und chemische Kampfstoffe.

Zugleich schlossen 2017 dem Bericht zufolge 22 Investoren jegliche finanzielle Beteiligung an Atomwaffen-Herstellern aus, während es 2016 noch 18 waren. Zu den neuen Verweigerern gehören der staatliche Pensionsfonds Norwegens, Future Super aus Australien, Green Century aus den USA und die dänische MP Pension.

Der Bericht untersuchte die Beteiligung von Firmen in die Produktion von Komponenten für das Atomwaffen-Arsenal der USA, Frankreichs, Indiens und Großbritanniens. Die Instandhaltung und Modernisierung der Atomwaffen von China, Nordkorea, Israel, Pakistan und Russland wird dem Bericht zufolge nicht von Privatfirmen, sondern fast komplett von der jeweiligen Regierung übernommen.

Quelle: n-tv.de