Wirtschaft

EU-Behörde reagiert auf Brexit Bankenregulierer verlassen wohl London

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Die City von London ist einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt - doch sie könnte durch den Brexit an Einfluss verlieren.

(Foto: dpa)

Das europäische Zentrum der Finanzbranche ist ohne Frage London. Kein Wunder, dass auch die EU-Behörde für die Bankenregulierung in der britischen Hauptstadt angesiedelt ist. Das dürfte sich nun aber ändern.

Die Europäische Union bereitet nach Informationen von Insidern den Abzug ihrer Behörde für die Bankenregulierung EBA aus London vor. Die EBA, deren 159 Mitarbeiter die Bankenregeln für die EU festlegen und überwachen, werde schon bald an einen neuen Standort in der Europäischen Union ziehen, sagten EU-Insider. Alle EU-Behörden befinden sich in der Europäischen Union. EBA-Chef Andrea Enria hatte bereits vor dem Referendum erklärt, im Falle eines Brexits werde die Behörde Großbritannien verlassen müssen.

Die Befürworter eines Brexits hatten sich überzeugt gezeigt, dass der Finanzplatz London ohne die EU noch weiter aufblühen werde. Mittlerweile sind allerdings schon einige seiner größten Arbeitgeber wie die Bank JP Morgan dabei, in der EU neue Standorte für ihre Banker und Händler zu finden. Mehrere Metropolen wollen Teile des Londoner Finanzmarktgeschäfts an Land zu ziehen, das 2014 einen Beitrag zur Wirtschaft von rund 190 Milliarden Pfund erbrachte.

Die Branche beschäftigt in Großbritannien 2,2 Millionen Mitarbeiter. Rund 90 Prozent der europäischen Beschäftigten der US-Investmentbanken sind in London. 78 Prozent der Kapitalmarktaktivitäten der EU-Staaten finden an dem Finanzplatz statt.

Als Alternativen bieten sich Frankfurt am Main sowie Paris an. Sie gelten auch als wahrscheinlichste Standorte für die EBA. Aber auch das italienische Mailand hat sich ins Gespräch gebracht. Einige Banken planen auch, Mitarbeiter in die irische Hauptstadt Dublin zu verlegen.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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