Wirtschaft

Einheitliche Regeln gefordert Baumärkte kritisieren Corona-Flickenteppich

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Mancherorts ist die Abholung per "Click and Collect" erlaubt, anderswo wiederum nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im ersten Lockdown haben viele Bundesländer das Einkaufen in Baumärkten erlaubt, nun sind die Läden zumindest für Endverbraucher dicht. Trotzdem herrscht große Unklarheit. Was noch erlaubt ist, wissen selbst die Händler nicht immer und dringen auf eine Anpassung der Vorgaben.

Baumärkte, Gartenfachhandlungen und ihre Zulieferer fordern einheitliche Richtlinien für den neuerlichen Lockdown. Die aktuellen Maßnahmen würden lokal unterschiedlich ausgelegt, was "für erhebliche Unklarheit und Verunsicherung von Handel und Verbrauchern" sorge, sagten mehrere Branchenverbände laut einem gemeinsamen Statement.

Verbraucher könnten etwa die Vielzahl an Verkaufsgenehmigungen und gesperrten Sortimenten nicht mehr nachvollziehen, argumentieren die Branchenvertreter. Die Politik habe nicht die nötigen Schlussfolgerungen aus dem Frühjahr gezogen. Damals galten Baumärkte in zwölf Bundesländern als systemrelevant und konnten öffnen. Diese widersprüchlichen Auslegungen der Verordnungen hätten zu Einkaufstourismus in Randregionen geführt.

In der "Welt" bemängelt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), Peter Wüst, die verlorene Sonderstellung der Baumärkte: "Nicht nur Lebensmittel sind lebensnotwendig". Er verweist auf Brenn- und Heizstoffe oder Frostschutzmittel, die vor allem im Winter notwendig seien. Ebenso würden Tierfutter und vor allem Materialien zur Reparatur zum Grundbedarf vieler Haushalte gehören. Als Beispiel nennt er kaputte Toilettenspülungen oder Leuchtmittel. "Je länger der Lockdown andauern wird, umso deutlicher wird sich die Relevanz der Sortimente der Bau- und Gartenfachmärkte zeigen", heißt es weiter.

"Sind keine Multi-Spreader"

Zwar sei der Bedarf in den Tagen vor dem Lockdown extrem hoch gewesen, Baumärkte seien aber "nachgewiesen kein Multi-Spreader-Format", sagt der BHB und verweist auf die durchschnittlich fast 6000 Quadratmeter großen Verkaufsflächen. Im Vergleich zu Discountern herrsche zudem durch vorhandene Freiflächen eine hohe Luftzirkulation.

Selbst Handwerker wüssten nicht, wo sie noch einkaufen können, schreibt die "Welt" weiter. Einige Länder hätte keine detaillierten Regeln formuliert, sodass der BHB erst hinterhertelefonieren müsse. Die Widersprüche führen nach Ansicht der Verbände zu einer mangelnden Akzeptanz der eigentlich sinnvollen Regeln, weil Einschränkungen als willkürlich wahrgenommen würden.

Seit Mittwoch gilt in ganz Deutschland ein harter Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In den Verordnungen der Länder lassen sich dabei einzelne Unterschiede finden - etwa für den Einzelhandel. So dürfen Kunden in einigen Ländern bestellte Ware auch im Geschäft abholen, in anderen nicht. Unterschiede gibt es auch bei der Frage, welche Geschäfte den täglichen Bedarf decken und somit offen bleiben dürfen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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