Wirtschaft

"Ihr habt dafür bezahlt" Bezos erntet Kritik für Spruch zu Angestellten

Jeff Bezos, Gründer von Amazon und des Weltraumtourismus-Unternehmens Blue Origin, hält während einer Pressekonferenz eine Fliegerbrille, die der US-Flugpionierin Earhart gehörte.

Jeff Bezos verärgert mit seinem "Dank" Arbeiter und Kunden von Amazon.

(Foto: picture alliance/dpa/AP/Tony Gutierrez)

Diese Aussage sorgt für mächtig Kritik an Amazon-Gründer Jeff Bezos: Nach seinem Flug ins All hat sich der Milliardär bei den Arbeitern und Kunden von Amazon bedankt. Diese hätten ihm den Trip schließlich ermöglicht. Jetzt hagelt es Kritik für den "schlimmsten Chef des Planeten".

Amazon-Gründer Jeff Bezos sorgte nach seinem Flug ins All bei einer Pressekonferenz für Aufsehen. "Ich möchte jedem Angestellten und Kunden von Amazon danken, weil ihr dafür bezahlt habt", erklärte der Unternehmer und sorgte damit bei den Anwesenden für Lacher. Bezos wisse es zu schätzen und wolle jedem Arbeiter und Kunden "aus tiefstem Herzen" seinen Dank aussprechen.

Obwohl vor Ort einige über diese Aussage lachen konnten, hätte sich der Milliardär denken können, dass Arbeiter und Kunden diesen Dank nicht gerade gut aufnehmen würden. In den vergangenen Jahren wurde oftmals Kritik an den Arbeitsbedingungen bei dem Konzern laut. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hatte Bezos bereits 2014 zum "schlimmsten Chef des Planeten" gewählt. Laut einer aktuellen Liste des Wirtschaftsmagazins "Forbes" ist der 57-Jährige mit einem derzeit geschätzten Vermögen von umgerechnet etwa 174 Milliarden Euro der reichste Mensch der Welt.

Hat er ein schlechtes Gewissen?

"Ich glaube, er hat das nur gesagt, weil er ein schlechtes Gewissen hat. Er weiß, dass es falsch ist, Profit daraus zu schlagen, Arbeiter wie Sklaven zu behandeln", erklärte ein Angestellter von Amazon im Gespräch mit "Business Insider". "Ich habe gehört, dass er ins All fliegt, aber um ehrlich zu sein, hat mich das nicht wirklich interessiert. (...) Meine Kollegen und ich haben gewitzelt, dass er einfach zum Jupiter fliegen und dort sein bestes Leben leben solle", erklärte ein weiterer.

Die Mitarbeiter hätten sich nicht gerade vor dem Fernseher versammelt, um sich das Ganze anzusehen, fasst es der Nächste zusammen: "Ich denke, es war nur für Jeff eine große Sache. Wir haben absolut nichts davon." Der Flug sei quasi auf ihre Kappe gegangen, "weil wir die Arbeit machen".

Bezos war mit dem von ihm gegründeten Raumfahrtunternehmen Blue Origin am 20. Juli erfolgreich in Richtung All gestartet und kurz darauf wieder sicher auf der Erde gelandet. Mit dabei waren sein Bruder Mark, die 82-jährige Pilotin Wally Funk und der 18-jährige Oliver Daemen, der den Flug von seinem Vater geschenkt bekommen hatte.

Der Platz des jungen Niederländers war zuvor versteigert worden. Der ursprüngliche Gewinner der Auktion, der 28 Millionen US-Dollar gezahlt hatte, um dabei sein zu können, hatte laut einer Mitteilung von Blue Origin wegen eines Terminkonflikts doch abgesagt und wird an einem späteren Flug teilnehmen. Funk und Daemen sind die bisher älteste sowie jüngste Person im All.

Quelle: ntv.de, sso/spot

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