Wirtschaft

Magische 3500er-Linie hält Chinas Börsen setzen Talfahrt fort

Es geht wieder kräftig abwärts an Chinas Festlandbörsen. Die unsicheren Aussichten für die Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkwirtschaft lassen den Leitindex in Shanghai mehr als vier Prozent einbrechen. Es hätte aber noch schlimmer kommen können.

Die Sorgen um Chinas Wirtschaft haben die chinesischen Börsen kräftig in den Keller rutschen lassen. Der wichtige Shanghai Composite Index fiel um 4,3 Prozent auf 3507 Punkte. Das ist zwar ein herber Verlust - dennoch ist es auch ein kleiner Sieg für die Regierung in Peking. Denn die Marke von 3500 Punkten wurde zum Handelsende erneut verteidigt. Diese wird am Markt als Verteidigungslinie angesehen, bei deren Unterschreiten die Regierung in den Markt eingreift - etwa, indem sie Aktienkäufe veranlasst.

Hinweise darauf gab es erneut: Im Tagestief war der Shanghai Composite Index wenige Minuten vor Handelsschluss unter die 3500er-Marke gerutscht und notierte bei 3490 Zählern. Käufe in letzter Minute schoben den Index aber nochmal kräftig um 0,5 Prozent an und sicherten ihm einen Schlussstand oberhalb von 3500 Punkten. Bereits am Mittwoch hatte ein ähnliches Phänomen dem Index statt einem Minus von mehr als fünf Prozent ein Plus von mehr als einem Prozent beschert. Dennoch: Von seinen Hochs Anfang Juni ist der Shanghai Composite Index mittlerweile 32 Prozent zurückgekommen.

Aber auch der Shenzhen-Component-Index musste erneut einbüßen und verlor 5,4 Prozent auf 11.902 Punkte. Der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, ging sogar um 6,65 Prozent auf 2341 Punkte zurück.

Konjunktur-Barometer so tief wie zuletzt 2009

Für Sorgenfalten bei den Anlegern sorgte der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI), der die Stimmung in den Unternehmen misst. Dieser fiel auf 47,1 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit März 2009, wie das Wirtschaftsmagazin "Caixin" in einer vorläufigen Schätzung berichtete. Analysten hatten mit 48,2 Punkten gerechnet. Im Juli lag der Indikator nach endgültigen Zahlen noch bei 47,8 Punkten. Werte von über 50 Punkten sprechen für eine gute Entwicklung der Wirtschaft, während alle Werte unter der kritischen Marke auf Probleme hindeuten.

Die wachsende Unruhe um die Auswirkungen eines wirtschaftlichen Abschwungs in China auf die Weltwirtschaft belasteten auch die Börse in Tokio schwer. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte weit unter die Marke von 20.000 Punkten. Im Sog globaler Konjunktursorgen ging es auf den Dax weiter abwärts. Der deutsche Leitindex riss am Freitagmorgen die Marken von 10.400 und 10.300 Punkten. Im frühen Handel büßte das Börsenbarometer 1,6 Prozent auf 10.264 Punkte ein. So tief stand der Dax zuletzt Ende Januar. In China war zuvor war ein wichtiger Frühindikator für die Konjunktur völlig unerwartet und so tief wie seit der globalen Finanzkrise vor sechs Jahren nicht mehr gefallen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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