Wirtschaft

Jungfernflug in Schanghai Chinas erster Passagierjet hebt ab

Neue Konkurrenz im Luftfahrtmarkt: China will beim Bau von Passagierjets mitmischen. Im Kampf mit Boeing und Airbus schiebt der staatliche Flugzeugbauer Comac eine Weltneuheit an den Start. In Schanghai schwingt sich eine "C919" erstmals in die Lüfte.

Nach mehr als acht Jahren Entwicklungszeit ist Chinas erstes großes Passagierflugzeug zum Jungfernflug gestartet. Wie auf Live-Bildern im Staatsfernsehen zu sehen war, startete die zweistrahlige Maschine vom Typ Comac "C919" ihren Erstflug vom Schanghaier Flughafen Pudong.

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Sieht aus wie eine Mischung aus Airbus und Boeing: Im Design der "C919" gibt es keine ungewöhnlichen Ansätze.

(Foto: imago/Xinhua)

Für die chinesische Luftfahrtindustrie ist damit ein historischer Meilenstein erreicht: Die "C919" gilt erst als das zweite komplett in China unter Eigenregie entwickelte Passagierflugzeug. Vor eineinhalb Jahren hatte der staatliche Flugzeugbauer "Commercial Aircraft Corporation" (Comac) mit der Auslieferung des deutlich kleineren Kurzstreckenjets ARJ21 begonnen.

Mit der "C919" betritt Comac nicht nur technisches, sondern auch unternehmerisches Neuland: Der Hersteller will mit dem Flieger, der über 168 Sitzplätze und eine Reichweite von 4075 Kilometern verfügt, der bislang übermächtigen amerikanischen und europäischen Konkurrenz Marktanteile abnehmen.

Rivale für A320 und 737

Der Mittelstrecken-Jet mit nur einem Gang zwischen den Sitzreihen zielt auf das absatzstärkste Flugzeugsegment ab, das bisher vom Airbus A320 und der Boeing 737 beherrscht wird. Luftfahrtexperten rechnen damit, dass noch mindestens zwei bis drei Jahre vergehen werden, bevor die Maschine alle Tests abgeschlossen hat. Ursprünglich sollte die "C919" bereits im vergangenen Jahr auf den Markt kommen, der Erstflug hatte sich aber immer wieder verzögert.

Laut Schätzungen könnte China als zweitgrößte Volkswirtschaft bereits bis 2024 die USA als das Land mit dem weltweit höchsten Passagieraufkommen ablösen. 570 Bestellungen von 23 Kunden liegen für die neue Maschine nach Angaben des Flugzeugbauers bereits vor.

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Quelle: n-tv.de, mmo/sgu/dpa

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