Wirtschaft

Zahnärzte machen's günstiger Das sind die großen Inflationstreiber

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Ein Auto in einer angemieteten Garage unterzubringen kostet fast 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

(Foto: imago/Steinach)

Die Klage "alles wird immer teurer" ist alt, derzeit stimmt sie aber fast. Die Preise fast aller Güter und Dienstleistungen steigen, einige so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Die große Ausnahme sind unter anderem Handys und Zahnarztbesuche.

Die Preise klettern immer weiter, die Inflationsrate zieht immer weiter an. Im Juli erhöhten sich die Verbraucherpreise laut Statistikbehörde Eurostat binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent. Seit Herbst 2018 ist das die höchste Inflationsrate. In Deutschland sprang die Teuerung im Juli laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit 3,8 Prozent sogar auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Entscheidend für diesen Sprung ist der Anstieg der Energiepreise. Nachdem der Ölpreis auf dem Weltmarkt im vergangenen Jahr kurzfristig sogar unter Null gerutscht war, hat er sich längst wieder normalisiert. Das schlägt sich, neben der neuen CO2-Abgabe in den Kraftstoffpreisen, nieder, die nun im Jahresvergleich hohe Teuerungsraten verzeichnen.

Wer aber das Gefühl hat "alles wird teurer", der liegt derzeit zumindest nicht ganz falsch. Energieträger sind noch nicht einmal die Spitzenreiter bei den Preissteigerungen. Diese ziehen sich - nicht zuletzt wegen der im Vergleichszeitraum vor einem Jahr abgesenkten Mehrwertsteuer - durch nahezu alle Produktgruppen.

Hier die großen Preistreiber aus dem Warenkorb des Statistischen Bundesamtes und der Anstieg gegenüber Juli 2020 in Prozent:

  1. Miete von Garagen und Stellplätzen für Fahrzeuge 48,9
  2. Flüssiggas 46,8
  3. Dieselkraftstoff 27,5
  4. Heizöl, einschließlich Umlage 23,9
  5. Benzin 23,8
  6. Ausrüstung für Freizeitpferde und Ponys 16,1
  7. Andere Speiseöle pflanzlichen Ursprungs 15,4
  8. Glücksspiele 14,4
  9. Gebühren für Anlageberatung, Steuerberatung u.Ä. 13,4
  10. Rechtsberatung, Rechtsanwalts- und Notargebühren 11,7
  11. Kameras 10,5
  12. Eier 9,6
  13. Personenbeförderung mit Hochsee- u. Küstenschiffen 8,9
  14. Gemüse (ohne Kartoffeln), frisch oder gekühlt 8,2
  15. Bekleidung für Herren 8,1
  16. Boote, Außenbordmotoren und Ausrüstungen für Boote 7,9
  17. Verwaltungsgebühren 7,7
  18. Personenbeförderung mit Omnibussen und Reisebussen 7,4
  19. Margarine und andere pflanzliche Fette 7,1
  20. Pflanzen und Blumen 7,0
  21. Krafträder 6,9
  22. Chips und -sticks 6,8
  23. Süßwaren 6,6
  24. Obstkonserven 6,6
  25. Gartenmöbel und Campingmöbel 6,5
  26. Erfrischungsgetränke (ohne Mineralwasser) 6,3
  27. Dienstl. der häusl. Alten- u. Behindertenpflege 6,3
  28. Fahrräder 6,2
  29. Dienstleistungen von Tischlern 5,8
  30. Friseurleistungen für Herren und Kinder 4,8

Spürbar sinkende Preis registrierten die Statistiker im vergangenen Monat nur bei ganz wenigen Gütern und Dienstleistungen. Immerhin gibt es eine gute Nachricht für alle, die zum Zahnarzt müssen.

  1. Computersoftware -8,6
  2. Zahnärztliche Dienstleistungen -5,6
  3. Süßstoffe und andere Süßungsmittel -4,9
  4. Versicherungsdienstleistungen für die Wohnung -3,5
  5. Mobiltelefone ohne Vertrag und ohne SIM-Karte -2,9

Quelle: ntv.de, mbo

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