Wirtschaft

Hier wird das Geld geparkt Das sind die weltweiten Steueroasen

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Die Seychellen sind auf der Schwarzen Liste der EU-Komission als Steueroase definiert.

(Foto: REUTERS)

Wer keine Steuern zahlen will oder Geld aus kriminellen Quellen besitzt, der versteckt es gerne. Und hier kommen Steueroasen ins Spiel. Sie machen es möglich, Geld vor Steuerbehörden weltweit zu verstecken. Die Möglichkeiten sind groß.

Wer nach Finanzplätzen wie den Cayman Islands sucht, der hat oft etwas zu verbergen - und zwar Geld. Sogenannte Steueroasen liegen oft in der Karibik, weit weg von Europa. Hier können Geschäftsleute und Privatmenschen ihr Vermögen auslagern - meist ohne, dass es jemand bemerkt. Die EU versucht im Kampf gegen Steueroasen die Orte des größten Betrugs zu definieren und gegen sie vorzugehen.

Mit dem Steuerskandal-Leak, den "Panama Papers", gelangen diese Orte wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein internationaler Rechercheverband hatte ein weltweites Netzwerk von Steuerbetrügern aufgedeckt.

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, ist von der neusten Entwicklungen nicht überrascht: "Ich sehe für mich persönlich und meinen Berufsstand kein neues Phänomen". Das Phänomen Briefkastenfirmen gebe es seit Jahrzehnten. Auch das betreffende Land Panama sei nur "ein kleiner Mosaikstein" in diesem Geschehen, so Eigenthalter. "Wir haben das Briefkastenfirmen-Problem in der ganzen Welt".

Anguilla, die britischen Jungferninseln, Bermuda, Montserat, Turks- und Caicosinseln sowie die Kanalinsel Guernsey sind solche Orte, die das Steuerspar-Modell für sich entdeckt haben. Diese Finanzplätze sind jüngst von der EU-Kommission auf die Schwarze Liste der Steueroasen gesetzt worden, denn sie alle kooperieren nicht mit den Steuerbehörden der Europäischen Union.

Auf der Liste finden sich noch viele weitere Orte, die Millionäre und Milliardäre anlocken. Dazu gehören: Antigua und Barbuda, die Bahamas, Barbados, Belize, Brunei, die Cookinseln, Grenada, Hongkong, Liberia, die Malediven, die Marshallinseln, Mauritius, Nauru, Niue, Panama, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadine,  die Seychellen, Andorra, Liechtenstein und Monaco.

Cayman Islands und Co. sind Regulierungsoasen, die für Finanzmarktakteure heimische Gesetze umgehen. Die Steuern sind entweder besonders niedrig, oder es gibt überhaupt keine Steuerlast. Weiterhin werden oftmals maßgeschneiderte Strukturen geschaffen, die Geldströme verschleiern und nicht nachvollziehbar machen sollen. Es geht also ganz konkret darum, das Steuergesetz anderer Länder, zum Beispiel das deutsche, auszuhebeln. Privatpersonen und Unternehmen nutzen die die Schlupflöcher. Es gibt sowohl legale als auch illegale Wege für Privatvermögende und Firmen. Die Existenz einer Briefkastenfirma alleine ist noch nicht illegal. Es muss sich dort schon unversteuertes Vermögen oder Geld aus noch dunkleren Kanälenverbergen.

Legalität und Illegalität

Manche der Unternehmen, die diese Oasen nutzen, zahlen keine Steuern auf ihre Gewinne. Nach Einschätzung der Organisation Oxfam haben neun von zehn großen Unternehmen mindestens eine Niederlassung in Steueroasen.

Aufgrund dieses Systems entgehen den Steuerbehörden weltweit Milliardenbeträge. Das Problem: Ist eine Stelle des Steuersumpfs trockengelegt, gibt es woanders wieder neue Systeme und Orte, an denen das Geld scheinbar sicher geparkt werden kann. Das macht es für Ermittlungsbehörden umso schwieriger, die Kriminellen zu stellen.

Quelle: n-tv.de, sgu/rts

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